Ein wunder roter Babypo » Das sagt der Kinderarzt

Wenn der Babypo sich rötet: Wie Du mit Windeldermatitis und Windelsoor umgehst

Dein Baby weint heftig und als Du beim Wickeln die Windel öffnest, wird Dir auch klar warum. Der kleine Po ist feuerrot und die Haut macht einen geschwollenen Eindruck. Während die Tränchen Deinem Säugling über die Wangen kullern, weinst Du schon fast mit.

So wund war der Po noch nie. Was hast Du falsch gemacht? Die Windeln wechselst Du regelmäßig und Waschen ist auch kein Thema. Ob es daran liegt, dass Ihr einen neuen Brei eingeführt habt? Du hast auch schon einmal etwas von Hautpilz gehört. Aber was ist der Unterschied zwischen einem Pilz und einem Windelausschlag?

In diesem Ratgeber erfährst Du, was du bei einem roten wunden Babypo tun kannst und wie Du zwischen einer Windeldermatitis und einem Windelsoor unterscheidest und woher das jeweilige Problem kommt.
roter Babypo
Beim wickeln entdeckst du den roten Babypo, Copyright: GeorgeRudy bigstockphoto

Fünf Fakten zum Thema Windeldermatitis

  1. Eine Windeldermatitis entsteht durch hautreizende chemische Abbauprodukte des Urins, wie zum Beispiel Ammoniak.
  2. Ein Windelsoor ist eine Hautpilzinfektion im Windelbereich, die sich bis auf die Oberschenkel ausbreiten kann.
  3. Fast jeder Säugling erkrankt mindestens einmal in seiner Wickelzeit an einer Windeldermatitis.
  4. Die Windeln, ob aus Stoff oder aus Einwegmaterialien, sind nur selten Schuld am wunden Babypo.
  5. Frische Luft am Po und etwas Pflege bringen eine rasche Abheilung der Windeldermatitis.

Wie die Windeldermatitis und der Windelsoor entstehen

So gut wie jedes Baby leidet mindestens einmal in seinem Windelleben an einem wunden Po. Da kommt es gar nicht darauf an, ob Du mit Stoffwindeln wickelst oder Wegwerfwindel nutzt.

Eine verschwindend geringe Anzahl von Babys reagiert allergisch auf Inhaltsstoffe der Windel und erkrankt aus diesem Grund an einer Windeldermatitis. Dermatitis bedeutet übersetzt Entzündung der Haut. Das Klima, das in der Windel herrscht, kann die empfindliche Haut am Po Deines Babys reizen.

Es ist feucht und warm und das Material der Windeloberfläche reibt bei jeder Bewegung an der Haut. Schon nach kurzer Zeit, besonders aber, wenn Du die Windel einmal nicht schnell genug wechselst, entsteht aus dem ausgeschiedenen Urin das aggressive Ammoniak, das die weiche Babyhaut angreift.

Jetzt haben auch Bakterien wie Staphylococcus aureus ein leichtes Spiel, sich auf der Haut zu vermehren. Gesellt sich noch ein Pilz wie Candida albicans dazu, der mit dem Stuhlgang aus dem Darm gewandert kommt, erkrankt Dein Baby an einem Windelsoor. Jetzt breitet sich der Ausschlag bis in die Falten zu den Oberschenkeln aus und viele betroffene Säuglinge haben Schmerzen, wenn Windel oder Kleidung auf der erkrankten Haut reiben.

Symptome von Windeldermatitis und Windelsoor

Einen wunden Po erkennst Du sehr schnell bei Deinem Baby.
Typische Symptome sind:

  • große rote Stellen am Po und um das Genitale des Babys
  • Schmerzen oder Juckreiz
  • Pickelchen und Pusteln bis in die Leisten beim Windelsoor
  • starker Geruch nach Ammoniak in der Windel
  • im längeren Verlauf offene bis blutige Hautstellen

Wie der Kinderarzt bei einer Windeldermatitis helfen kann

Es ist wichtig, dass Du frühzeitig mit Deinem Baby zum Kinderarzt gehst, wenn Ihr das erste Mal mit einem wunden Po konfrontiert seid. Das Hautbild kann sich schnell verschlechtern und dann dauert es entsprechend länger, bis Dein Kind wieder gesund ist.

Mit seinem geübten Blick erkennt der Kinderarzt sofort, was los ist. Pickelchen und die Ausbreitung des Ausschlags bis über die Leisten hinaus auf die Oberschenkel spricht für einen Pilzbefall. Dein Baby erhält ein Rezept für eine sogenannte antimykotische Salbe, die einen Wirkstoff gegen Hautpilze enthält.

Wenn Du bei jedem Windelwechsel die erkrankte Haut mit der Salbe behandelst, ist der Po Deines Babys bald wieder gesund. Zusätzlich helfen folgende Behandlungstipps, die auch für die Windeldermatitis gelten.

Ein trockener roter Po – Was Eltern tun können

Achte auf ein paar Punkte, die Dir helfen, den Po Deines Kindes trocken zu halten und der Spuk ist bald vorbei.

  • Wechsel die Windeln alle ein bis zwei Stunden und auf jeden Fall nach jedem Stuhlgang.
  • Tupfe nach dem Waschen und Baden ganz vorsichtig den Po und alle Hautfalten sorgfältig trocken. Bitte vermeide jetzt jegliche Reibung.
  • Lege etwas Heilwolle* aus der Apotheke in die Windel.
  • Creme den wunden Po bei jedem Wickeln dünn mit Zinkpaste* oder Panthenolsalbe* ein. Auch Wickelcremes, die Calendula enthalten, können helfen.
  • Lasse Dein Baby so lange wie möglich mit dem nackten Po an der frischen Luft strampeln.
  • Gieße etwas schwarzen Tee in das Badewasser oder tupfe abgekühlten schwarzen Tee mit einem sauberen Wattepad auf die gereizten Hautstellen. Die enthaltenen Gerbstoffe helfen der Haut zu heilen. Wenn der Tee angetrocknet ist, kannst Du den Po eincremen.
  • Muttermilch enthält Abwehrstoffe. Du kannst sie ebenfalls zur Förderung der Heilung regelmäßig auf die wunde Haut auftragen.
  • Vielleicht gefällt es Deinem Baby, wenn Du seinen Po mit dem lauwarmen Haarföhn trocknest. Bitte achte aber unbedingt darauf, dass es dabei nicht in den Föhn pinkeln kann. Strom und Feuchtigkeit sind eine lebensgefährliche Kombination.

Wie Du eine Windeldermatitis bei Deinem Baby vermeiden kannst

Manchmal wird der Po so schnell wund, dass Du kaum etwas tun kannst. Trotzdem hilft es, die folgenden Tipps zu beachten, um Dein Baby zu schützen.

  • Wechsel Deinem Neugeborenen mindestens alle zwei Stunden, einem älteren Säugling alle drei oder vier Stunden die Windel.
  • Nach jedem Stuhlgang solltest Du Dein Kind sofort wickeln.
  • Reinige den Po mit warmem Wasser und verzichte möglichst auf Feuchttücher. Sie können das Risiko für eine Windeldermatitis eventuell steigern.
  • Gönne Deinem Baby jeden Tag Zeit zum Strampeln ohne Windel. So kommt ausreichend Luft an den Po.
  • Stillen hilft auch gegen Windeldermatitis, da der Stuhl weniger aggressiv ist.

Fragen zum Thema Windeldermatitis

Frage: In welchem Alter tritt die Erkrankung bevorzugt auf?

Antwort: Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder die Windeln tragen können von einer Windeldermatitis betroffen sein. Der Altersgipfel liegt bei neun bis 12 Monaten.

Frage: Sollte ich die Pflegeprodukte wechseln, wenn mein Kind an einer Windeldermatitis leidet?

Antwort: Feuchttücher, Waschgels und Cremes können für eine Windeldermatitis verantwortlich sein. Probiere vorsichtig aus, was Dein Baby verträgt. Generell ist eine natürliche Hautpflege mit wenig Zusatzstoffen am besten verträglich.

Frage: Kann die Ernährung meines Babys einen wunden Po verursachen?

Antwort: Saure Nahrungsmittel wie zum Beispiel Zitrusfrüchte oder scharfe Gewürze, die die stillende Mutter zu sich genommen hat, können in einigen Fällen eine Windeldermatitis begünstigen. Auch neu eingeführtes Gemüse bei der Beikost kann gewöhnungsbedürftig sein. Gib der Verdauung Deines Kindes Zeit, sich umzustellen und achte auf eine milde, fettarme Ernährung, wenn Dein gestilltes Baby gerade einen wunden Po hat. Manchmal sind übrigens auch die kommenden Zähnchen der Auslöser.

Quellen:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Voitl, P.: Windeldermatitis: Fakten und Mythen. Monatsschrift Kinderheilkunde 8, 650 (2017).
  • DHV (Herausgeber), Das Neugeborene in der Hebammenpraxis (DHV-Expertinnenwissen), Hippokrates by Thieme, Stuttgart 2004

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