Was benötigt ein Vater um eine Kur mit seinem Kind zu bekommen?

Das traditionelle Familienbild hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Die bis dahin normale Aufgabenteilung – der Vater bringt das Geld nach Hause und die Mutter kümmert sich um die Kinder – ist überholt. Seit 2002 gibt es aus diesem Grund nicht mehr nur Mutter-Kind-Kuren.

Seitdem ist die Form der gemeinsamen Erholung als Vater-Kind-Kur möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Vater Kind Kur Voraussetzungen

Kuraufenthalt – Wenn der Vater mit dem Kind

… gemeinsam auf Kur fahren möchte, gelten grundsätzlich dieselben Voraussetzungen wie für die normale Kur eines Erwachsenen. Es geht um die Erholung des kranken und überlasteten Vaters. Ganz typisch sind Trennungs-Situationen, die ihn und das Kind belasten, ein Burn-out-Syndrom beim Vater oder ganz allgemein Probleme, das Kind angemessen zu betreuen. Besonders alleinerziehende Väter sind gezwungen, sich nach einer Person umzusehen, der Sie ihr Kind während des Kur-Aufenthalts anvertrauen. Gibt es keine Möglichkeit, den Nachwuchs anderweitig zu versorgen, sind die Voraussetzungen für eine Vater-Kind-Kur gegeben. In diesem Fall gilt das gesunde Kind als Begleitperson für den Vater.

 

Sich trennen fällt schwer

Kleine Kinder haben oft Probleme, wenn sie vom Vater für längere Zeit getrennt sind. Das gilt auch dann, wenn sich beispielsweise die Oma bereit erklärt, sich während einer Kur zu kümmern. Ist die Mutter nicht verfügbar, ist eine Vater-Kind-Kur möglich. Oft ist die Beziehung des Vaters zu seinem Kind belastet, durch Krankheit oder die Lebensumstände allgemein. In vielen solcher Fälle sind die Voraussetzungen für eine Vater-Kind-Kur ebenfalls gegeben. Hier fährt das Kind als Begleitperson mit zur Kur.

 

Vater und Kind sind beide kurbedürftig

Bei einer Vater-Kind-Kur ist immer der Vater der Patient, nur selten auch das Kind. Dies ist die dritte Möglichkeit für Vater und Kind, gemeinsam auf Kur zu fahren. Ist zusätzlich das Kind krank oder braucht es Erholung, sind ebenfalls die Voraussetzungen für die Vater-Kind-Kur erfüllt. Die Kurklinik betreut beide zusammen. Vater und Kind bekommen beide genau die Pflege, die sie brauchen. Von diesen drei Möglichkeiten zu unterscheiden ist die Kind-Vater-Kur. Hier ist nur das Kind der Patient und der Vater die Begleitperson.

 

Ein paar Dinge sind noch zu beachten

Ohne ärztliches Attest bewilligt keine Krankenkasse eine Vater-Kind-Kur. Beraten Sie deshalb mit Ihrem Hausarzt, ob es möglich ist, eine gemeinsame Kur zu beantragen. Er bescheinigt Ihnen dessen medizinische Notwendigkeit. Fährt das Kind mit, darf dies den Erfolg der Kur des Vaters nicht gefährden. Je nachdem, welche Rehabilitations-Maßnahmen erforderlich sind, ist die Kinderbetreuung in der Klinik so umfangreich, dass der Vater die notwendige Erholung bekommt. Im Regelfall kümmert sich das Klinikpersonal den Tag über um begleitende Kinder und sorgt bei Bedarf für den Schulunterricht.

 

Kinder als Begleitpersonen sind in der Regel nicht älter als zwölf Jahre. In seltenen Fällen setzen die Krankenkassen diese Altersgrenze bis 14 Jahre hoch. Für behinderte Kinder gibt es solche nicht.

 

Kein Urlaub auf Krankenschein

Abstand vom Alltag gewinnen und die Akkus wieder aufladen – dazu reicht ein Urlaub. Die Vater-Kind-Kur ist deutlich mehr. Neben medizinischer Behandlung geht es vor allem darum, sich selbst neu zu organisieren, das Vater-Kind-Verhältnis auf eine neue Basis zu stellen und nach der Kur das Leben besser zu meistern.

 

Gesetzliche Grundlagen

Das Fünfte Buch des Sozialgesetzes regelt die Einzelheiten, die leistungsrechtlichen Vorschriften, für Mutter/Vater & Kind-Kuren in den §§ 24 und 41 SGB V. Die Mutter/Vater & Kind-Kur ist seit 1. April 2007 eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Die Voraussetzungen für eine Vater-Kind-Kur zusammengefasst:

  • Der Vater ist kurbedürftig.
  • Ein Arzt bestätigt per Attest, dass der Vater kurbedürftig ist.
  • Der Vater findet niemanden, der das Kind zu Hause versorgt – oder
  • es ist unzumutbar, das Kind vom Vater zu trennen,
  • oder, auch das Kind bedarf einer Behandlung,
  • die Kur des Vaters erfährt keine Beeinträchtigung, weil das Kind ihn begleitet,
  • das Kind ist nicht älter als zwölf Jahre (in Ausnahmefällen 14 Jahre),
  • bei behinderten Kindern existiert keine Altersgrenze.

 

Redaktion: M.Foerster

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Quellen-Literatur-Verweise:

http://www.rehakliniken.de/mutter-vater-kind-kur

http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/kuren-vorsorge-und-rehabilitation/voraussetzungen-fuer-eine-kur/40262

 

 

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