Schulfrust: Was tun, wenn mein Kind nicht lernen will?

Die erste Begeisterung für die Schule ist verflogen, Schulfrust stellt sich bei vielen Kindern oft schon nach den Grundschuljahren ein. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Auswirkung bleibt dabei aber meist gleich: Das Kind möchte nicht lernen. Das Erledigen der Hausaufgaben wird gerade noch so in Kauf genommen, den Lehrstoff danach noch zu pauken, bleibt nicht selten auf der Strecke oder geht mit größeren Diskussionen einher. Eltern fühlen sich dadurch oft überfordert und fragen sich, was sie gegen den Schul- und Lernfrust unternehmen können.

Schulfrust bei Kindern
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Schulfrust – Klasse 5-10, aber Warum? Ein kurzer Überblick

Schulfrust stellt sich häufig ab der fünften Jahrgangsstufe ein, weil die Lernthemen komplexer werden und selbstständiges Lernen vermehrt notwendig wird. Um zu verhindern, dass dein Kind den Anschluss an die Lernziele verpasst, ist es gut, sich auf diese Zeit vorzubereiten. Wichtige Aspekte, um die Freude am Lernen zu fördern, sind:

  • Regelmäßige Gespräche der Eltern mit den Kindern, um über deren Alltag im Bilde zu sein.
  • Das Schaffen von ruhigen Lernumgebungen, um die Konzentration des Kindes nicht zu stören.
  • Gemeinsames Lernen ist für einige Kinder manchmal notwendig.

Für manche Kinder ist es von Vorteil, einen Lernkreis mit älteren Geschwistern oder auch Mitschülern zu bilden. Hier können die Kids gemeinsam lernen und sich gegenseitig helfen. Einen Königsweg gegen den Lernfrust gibt es nicht. Aber du wirst mit Geduld sicher herausfinden, was gut für deinen Sprössling ist.

Wie ein Schreckgespenst bringt die Thematik Hausaufgaben und Lernen für viele Eltern Angst und Schrecken mit sich. Tägliche Streitigkeiten bleiben nicht aus, die Stimmung ist angespannt und sowohl die Kinder als auch Mutter und Vater leiden unter der Situation. Dabei sollte sich vor Augen gehalten werden, dass Stress und starre Haltungen nicht dazu beitragen, die Lust an den schulischen Aufgaben zu steigern. Es bedarf eines ruhigen Umfelds, das auf Verständnis und Gelassenheit basiert.

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Warum sich der Lernfrust so plötzlich einstellt

Die ersten Schuljahre sind für die Kinder aufregend. Sie sind wissbegierig und brennen darauf, Neues zu erlernen. Die Noten in diesen Jahren sind im Allgemeinen als sehr gut bis durchschnittlich einzustufen, was dazu beiträgt, dass die Kinder freudig den Testergebnissen entgegenfiebern. Das Lernen gleicht noch einem Spiel, und viele Kinder können bereits ein wenig lesen, schreiben oder kleine Rechenaufgaben lösen. Das zeigen sie der Klassengemeinschaft und natürlich auch der Lehrkraft gern. Mit strahlenden Augen erzählen sie dann zu Hause von den Erlebnissen des Tages.

Diese Zeit endet nicht selten mit dem Eintritt in die fünfte Klasse. Der Unterricht wird straffer, ein Schulwechsel hat alte Freunde auseinandergerissen und der Fokus liegt eher auf Leistung. Außerdem gibt es Fächer, die nicht den Interessen der Sprösslinge entsprechen, und so lernt sich das Fach Geschichte viel schwerer, als es in Biologie der Fall ist. Dieser Prozess setzt schleichend und gerne unbemerkt ein. Bis die Folgen in ihrer ganzen Breite erfasst werden, kann es für das Ziel “Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe” bereits zu spät sein.

Schulfrust
Schulfrust und Lösungen – Copyright: sharomka

Lösungen gegen Schulfrust

Wenn dein Kind zu denen gehört, die über die Jahre den Antrieb zum Lernen verlieren, musst du dringend handeln. Erste Alarmzeichen sind, dass es tägliche Auseinandersetzungen mit den Sprösslingen über deren Hausaufgaben gibt. Sie werden nur widerwillig erledigt oder schnell und schlampig gemacht. Nimm dir gleich, wenn du dieses Verhalten bemerkst, die Zeit, dich mit deinem Kind zu unterhalten. Höre ihm zu, wenn es etwas zu sagen hat. Es kann gut möglich sein, dass du die Lage hinterfragen musst. Gehe dabei behutsam vor und falle nicht mit der Tür ins Haus.

Es zeichnet sich ab, dass viele Kinder verschlossen sind, wenn ihnen die Schule keinen Spaß mehr macht. Fehlende Motivation ist aber nicht allein schlechten Lernerfolgen geschuldet. Sie kommt auch dort vor, wo ein Kind beispielsweise keine Freunde hat oder gar gemobbt wird. Das alles sind natürlich Probleme, die über mangelnden Lernantrieb hinausgehen und deren Lösung komplexer ist. Alleine etwas zu unternehmen, wird in diesen Fällen schwer. Du solltest dir Hilfe bei den entsprechenden Lehrkräften holen.

Liegt der Schulfrust tatsächlich daran, dass die Bereitschaft zu Lernen einfach verloren gegangen ist, solltest du Anreize schaffen, um deinem Nachwuchs wieder Freude an der eigenen Neugier zu verschaffen. Hier gibt es viele Ansätze. Sorge zunächst dafür, dass die Lernumgebung ruhig ist, damit die Konzentration nicht gestört wird. Ruhe bezieht sich aber nicht allein auf den Geräuschpegel. Auch das Auge sollte nicht überreizt sein. So sind aufgeräumte Räume elementar, da Unordnung das Auge fordert und die Gedanken abschweifen lässt.

Gespräche zwischen Eltern und dem Kind

Ein wichtiger Aspekt sind regelmäßige Gespräche zwischen Eltern und deren Kindern. Du musst Interesse zeigen, und zwar von Anfang an. Es ist von elementarer Wichtigkeit, einem Kind zu signalisieren, dass es sich immer an dich wenden kann, wenn Probleme vorherrschen. Befürchtungen über Strafen sollten erst gar nicht entstehen. Die gelingt, indem das Kind schon in frühen Jahren zum Erzählen über seinen Tagesablauf animiert wird. Häufig finden in Familien solche Gespräche nur an Wochenenden statt, da die Eltern berufstätig sind. Du solltest dir aber jeden Tag die Zeit nehmen, mehr von deinem Kind zu erfahren. Das kann sowohl bei einer Tasse Tee sein, oder während du ein paar Hausarbeiten erledigst. Nichts fördert Vertrauen mehr als die Fähigkeit, über alles reden zu können.

Solche Unterhaltungen sollen nicht dazu dienen, nur die Sorgen des Kindes zu erforschen. Sie sind ein Grundstein der familiären Kommunikation, denn in jedem Menschen besteht das Bedürfnis, sich mitzuteilen. Gute Erlebnisse werden gerne erzählt, ein Herumdrucksen steht für Vorkommnisse, die eben nicht so besonders gut gelaufen sind. Hier kannst du einhaken und beginnen zu ergründen, was wirklich passiert ist. Wenn ihr dann noch gemeinsame Lösungen zu etwaigen Problemen erarbeiten könnt, wird das Verhindern des Schulfrusts wirklich erleichtert.

Weitere Hilfen bei Schulfrust

Hilfreich ist es, wenn du dir die Zeit nehmen kannst, um mit deinem Kind zu lernen. Vielleicht kannst du daraus ein Ritual machen, dass immer nach dem gleichen Schema abläuft. Es ist gut, wenn Kinder geregelte Abläufe haben, das gilt nicht nur beim Lernen. Denke aber daran, ein paar kleine Pausen einzuarbeiten, in denen dein Kind sich kurz erholen kann, bevor es weitergeht.

Im Idealfall läuft gemeinsames Lernen so ab, dass dein Kind dir erklärt, worum es geht. Versuche dich so wie ein Schüler zu verhalten, und hinterfrage komplexe Themen etwas mehr. Wenn du bemerkst, dass dein Kind in sprichwörtliche Erklärungsnot kommt, greifst du ein, und ihr erarbeitet ein Thema gemeinsam. Das kann großen Spaß machen und fördert die Motivation des Kindes. Selbstverständlich wird sich der Schulfrust nicht sofort abstellen, aber mit der Zeit wird es leichter. Schließlich wird es ein fester Bestsandteil im Lernverhalten des Kindes sein.

 

 

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