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Oft malen sich Männer ihre künftige Vaterrolle in schillernden Farben aus. Sie hoffen auf einen strammen Sohn oder eine niedliche Tochter. Nach dem Heimkommen wünschen sie sich, mit dem Kind zu spielen und sich anschließend der Partnerin zu widmen.

Sobald das Baby auf der Welt ist, hält die Realität Einzug. Die frisch gebackene Mutter fühlt sich müde und gestresst. Das Kind weint und fesselt die Aufmerksamkeit Deiner Frau. Dadurch fühlen sich viele Männer nach der Geburt außen vor. Damit keine Beziehungskrise droht, solltest Du Verständnis für Deine Partnerin aufbringen.

Wir sind jetzt eine Familie und wo bleibt die Zufriedenheit ? Copyright: phildate bigstockphoto

Was erwartet Männer nach der Geburt ihres Kindes?

  • Oft leiden Männer nach der Geburt unter dem Gefühl der Vernachlässigung durch ihre Partnerin.
  • Fehlende Informationen führen dazu, dass junge Väter das Engagement der Mutter übersehen und ihr Vorwürfe machen.
  • Überforderung sorgt dafür, dass bei Vätern Symptome einer Wochenbettdepression auftreten.
  • Nach der Geburt des Kindes verstärkt sich der Mutterinstinkt der Partnerin, sodass es oft in der Beziehung kriselt.
  • Um eine starke Beziehung zwischen Vater und Nachwuchs aufzubauen, helfen Elternzeit oder ein Vater-Kind-Urlaub.

 

Mama und Baby brauchen, auch wegen dem Stillen, besonders viel gemeinsame Zeit, Copyright: paulaphoto, bigstockphoto

Ihr seid nun eine Familie, und was passiert dann..

In vielen Familien träumen Männer von der traditionellen Vaterrolle. Sie gehen ihrer Arbeit nach, während sich die Partnerin um das Neugeborene und den Haushalt kümmert. Dabei kommt es bei den jungen Vätern zu romantisierten Vorstellungen des Familienlebens. Bei jedem Paar ändert die Geburt des Babys nicht nur den Tagesablauf sondern das ganze bisherige Leben, die Dynamik der Beziehung und häufig die Zukunftspläne. Zudem fällt es vielen Vätern schwer, sich in die neue Rolle einzufügen und bei der Mutter-Kind-Beziehung außen vor zu stehen.

Die Zeit nach der Geburt ist für Männer eine schwere Phase.

Entscheidest Du Dich für die „klassische“ Vaterrolle, übernimmst Du die Rolle des Versorgers. Deine Partnerin kümmert sich währenddessen um den Nachwuchs und den Haushalt. Jedoch bleibt dieser aufgrund der Versorgung des Babys und der hormonellen Belastung oft auf der Strecke. Zudem leiden viele Frauen unter postnatalen Depressionen und Unsicherheit. Folglich benehmen sie sich nervös oder gereizt. Für Deine Frau stellt die neue Mutterrolle eine Lebensumstellung dar. Sie sorgt sich 24 Stunden am Tag um den neuen Erdenbürger. Daher kommt es vor, dass Deine Belange zunächst in den Hintergrund rücken.

Was erwartet Männer nach der Geburt ihres Kindes? Copyright: TernavskaiaOlga bigstockphoto

Damit dadurch keine Spannungen in der Beziehung entstehen, sollten sich Männer vor der Geburt auf diese neue Rollenverteilung vorbereiten. Beispielsweise informierst Du Dich im Vorfeld, welche Folgen die hormonelle Umstellung der Mutter nach sich zieht. Bereite Dich darauf vor, dass:

  • Deiner Partnerin zunächst die Lust auf Geschlechtsverkehr vergeht,
  • die junge Mutter mit Unsicherheit und Selbstzweifeln kämpft,
  • die Versorgung des Babys und das Stillen mit Schwierigkeiten einhergehen,
  • im Haushalt zeitweise das Chaos herrscht.

Zudem kommt es vor, dass die Stimmungsschwankungen der Mutter die Beziehung belasten. Als Vater solltest Du für ihre Gefühlswelt Verständnis aufbringen. Kritik und Vorwürfe sorgen für weitere Streitigkeiten in der Partnerschaft. Zudem verletzt Du Deine Partnerin durch eine unbedachte Wortwahl, wenn Du ihre Qualitäten als Mutter anzweifelst. Um sie zu entlasten, übernimmst Du beispielsweise bestimmte Pflichten im Haushalt. Des Weiteren entscheiden sich viele Männer, nach der Geburt in Elternzeit zu gehen.

Dadurch erleichterst Du der jungen Mutter die Alltagspflichten und baust eine Beziehung mit dem Kind auf. Kehrst Du stattdessen abends von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause zurück, führen ein unordentlicher Haushalt, eine gestresste Frau und ein weinendes Baby schnell zur Frustration. Aufgrund eines Ohnmachtsgefühls kommt es bei einigen Männern zu Symptomen, die denen einer Wochenbettdepression ähneln. Beispielsweise leiden sie unter dem Gefühl, der Vaterrolle nicht gewachsen zu sein. Zu dem Ergebnis kam eine 2012 veröffentlichte Studie namens „Father mental health during the early parenting period: results of an Australian population based longitudinal study”(1).

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Männer nach der Geburt: eine frühe Vater-Kind-Bindung erhält Relevanz

Weint das Kind und scheint sich nur in den Armen der Mutter zu beruhigen, fühlen sich viele Väter ausgegrenzt. Diese Frustration legt sich auf die Beziehung zur Partnerin und zum Nachwuchs. Damit das nicht geschieht, solltest Du Dich frühzeitig als Bezugsperson Deines Sprösslings etablieren. Um Deine Vaterrolle ab der Geburt zu erfüllen, lernst Du beispielsweise in einem Vorbereitungskurs, wie Du eine Bindung zu Deinem Kind aufbaust. Beispielsweise findest Du auf die Weise heraus, welche Bedürfnisse das Neugeborene besitzt. Vorwiegend sollten Männer vor der Geburt überlegen, wie viel Zeit sie mit ihrem Nachwuchs zu verbringen gedenken.

Tipp: Entscheidest Du Dich gegen die Elternzeit, eignet sich beispielsweise ein Urlaub in der eigenen Wohnung. Während dieser Zeit unterstützt Du Deine Partnerin und lernst den Alltag Deines Kindes kennen. Zeitgleich siehst Du, welche Pflichten die Mutter tagtäglich übernimmt. Dadurch fällt es leichter, Verständnis für Deine Frau und ihre Müdigkeit am Tagesende aufzubringen.

Wie verändert sich die Partnerschaft

Bevor der Nachwuchs auf die Welt kommt, beteuern viele Paare, dass sich in ihrer Beziehung nichts ändert. Jedoch findet dieser Prozess unwillkürlich statt. Viele Frauen entwickeln nach der Geburt einen starken Mutterinstinkt, sodass ihre ganze Aufmerksamkeit dem Baby gilt. Zudem empfinden sie eine euphorische Freude über den Nachwuchs. Kann ihr Partner diese nicht nachvollziehen, fühlen sich die jungen Mütter isoliert und unverstanden. Sie wünschen sich von dem frisch gebackenen Vater Verständnis, Aufmerksamkeit und Unterstützung. Des Weiteren stellen viele Männer überhohe Erwartungen an ihre neue Vaterrolle.

Beispielsweise spürst Du das Verlangen, für Deine Familie zu sorgen. Kompensierst Du dieses mit zusätzlicher Arbeit, bleibt wenig Zeit für Partnerin und Kind. Dadurch treten häufig Spannungen in der Beziehung auf. Um das zu vermeiden, solltest Du bereits während der Schwangerschaft mit Deiner Frau abklären, welche Anforderungen Du an Dich als Vater stellst. Auch nach der Geburt sollten Männer regelmäßig das Gespräch mit ihrer Partnerin suchen. Sie räumen auf die Weise Missverständnisse aus dem Weg.

Quellen und Links:

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