Das passiert, wenn ein Papa seine Familie verlässt:

Wenn der Vater auszieht..

Heute wird fast jede dritte Ehe geschieden. In den Großstädten ist jede zweite Familie von einer Scheidung betroffen. Leidtragenden sind in jedem Fall die Kinder, auch wenn viele zunächst die Trennung und Scheidung als positiv wahrnehmen. Was hinter diesem Paradox steckt und wie Familien am besten miteinander umgehen, wenn der Vater auszieht, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wir liefern noch einige wichtige Hinweise und Tipps für die Papas. Außerdem zeigen wir auf, wie es möglich ist, fair und liebevoll auf die Kinder einzugehen, wenn du nicht mehr zuhause wohnst.

Wenn der Vater auszieht
Wenn Papa wegen Trennung die Familie verlässt… Copyright: fizkes, bigstockphoto.com

Paradox: Trennung der Eltern als Normalfall?

Tatsächlich ist es für Kinder heute kein Stigma mehr, Eltern zu haben, die nicht mehr bei ihnen zuhause gemeinsam leben. In der Schule und im Kindergarten erfahren sie, dass es keine Seltenheit ist, wenn Mama und Papa auseinandergehen. So ist aus den Trennungen ein Regelfall geworden. Gerade in zerstrittenen Familien und problematischen Partnerschaften bringt die Trennung allen Beteiligten eine Erleichterung mit sich. Die nachhaltigen Probleme für die Kinder entstehen im Dank nach der Trennung.

Ganz so einfach wollen wir das Denkmuster unserer Kinder nicht abtun. Denn die Zunahme der Scheidungen und der Übergang zu einem Normalzustand sind mit einer gehörigen Gefahr verbunden. Kinder haben bei Streitigkeiten zwischen Mama und Papa viel schneller die Angst, sie können sich scheiden lassen. Sie wissen, dass diese Gefahr über ihrer Familie schwelgt.

Kinder wollen Eltern, die gemeinsam mit ihnen in der Familie leben. Eine Trennung ist nicht in ihrem Sinn. Dennoch sollten die Eltern nicht davon ausgehen, dass Trennungskinder fortan ein unglückliches Leben führen. Außerdem wirkte sich die Trennung nicht schädigend auf ein Elternteil aus und macht aus unseren Kindern keinen Erwachsenen, der viel häufiger zu einer Scheidung neigt. Das haben weitreichende Studien unter anderen aus den USA ergeben, die über viele Jahre hinweg das Verhalten und die Entwicklung der Scheidungskinder beobachtet hat.

 

Die schwierigste Zeit, wenn der Vater auszieht

In den meisten Fällen startet der Problemfall, wenn der Vater auszieht. Dir sollte an dieser Stelle bewusst werden, der bisherige Zusammenhalt der Familie, wie es ihn bisher gegeben hat, ist zu Ende. Auch wenn dies kein Grund sein soll, nur der Kinder wegen an einer Partnerschaft festzuhalten, sollte ein Streit nicht zu vorschnell das Ende der Familie einläuten.

Oftmals gibt es nachhaltige Hilfe und Unterstützung, die Liebe und Zuneigung in die Beziehung zurückführen. Die Kinder müssen mit dem Umstand umgehen lernen, dass der Vater nicht mehr zuhause ist. Wer sagt Ihnen, wenn der Vater auszieht, das nicht als nächstes auch die Mama dran ist?

Die schwierigste Zeit folgt in den ersten zwei Jahren nach der Trennung der Eltern. In diesem Zeitraum kommt es zu den deutlichsten Veränderungen, mit denen Mama, Papa und die Kinder umgehen lernen. Doch bietet diese Zeit reichlich Gelegenheit, das Erlebte zu verarbeiten und als Chance für eine positive Zukunft und eine neue Form der Familie zu nutzen. Die volle Verantwortung für den Zusammenhalt und eine Bindung in Zukunft liegt einzig und allein bei den Eltern. Die Kinder haben keine Aufgaben zu erfüllen.

Wie erzähle ich meinem Kind von der Scheidung?

Viele Eltern haben Angst, mit den Kindern über die Trennung der Partnerschaft zu reden. Es ist keine Lösung, dies zu verschweigen und die Kinder vor vollendete Tatsachen zu setzen, wenn der Vater aus dem Haus geht. Geh mit diesem Thema besonders sensibel um und suche das Gespräch, das auf das jeweilige Alter deines Kindes abgestimmt ist.

So macht es wohl einen Unterschied, ob du mit deinem 6-jährigen Sohn oder mit einem Teenager über die Scheidung sprichst. Bestimmend ist das magische Denken von Kleinkindern, die auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen glauben. Eine derart ausgeprägte Fantasie und Vorstellungskraft ist sehr gefährlich und kann eine Verletzung der Kinder nach sich ziehen.

Väter sollten sich vor fahrlässigen Äußerungen hüten, wie ich halte es mit euch einfach nicht mehr aus. In den meisten Fällen merken sich die Kinder diese Äußerungen und beziehen den Auszug und die Trennung darauf. Je älter unsere Kinder werden, desto stabiler wird ihr Schutzschild. Das ist für uns Eltern kein Grund, diesen über zu strapazieren.

In jedem Fall ist es wichtig, wie du deinem Kind sagst, dass du ausziehen musst. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um ein Kind von 3 Jahren oder 10 Jahren handelt. In jedem Fall solltest du dein Kind liebevoll und intensiv in die Augen schauen und ihm sagen, dass sich Mama und Papa trennen. Ihr werdet nicht mehr miteinander leben.

 

Mama und Papa werden aber auch weiterhin für dich da sein. Mach dir keine Sorgen. Du bist unser großer Schatz.

Auch Kinder, die sich noch nicht artikulieren können, haben ein Recht, von der Trennung zu erfahren.

Wie Trennungsfamilien Krisenzeiten überstehen?

Bei älteren Kindern solltest du niemals Verständnis für deinen Auszug oder eure Trennung erwarten. Kein Kind hat ein Verständnis, wenn Mama und Papa nicht mehr gemeinsam mit den Kindern leben. Dabei wird es ebenso wenig Sinn machen, lange um die eigentliche Thematik herumzureden. Auch wenn der Vater bereits ausgezogen ist, sollte er für seine Kinder ansprechbar und erreichbar bleiben. So gibt er der ganzen Familie das Gefühl, nicht aus ihrem Alltag zu verschwinden.

Nun appellieren wir an beide Partner, die sich scheiden lassen. Es geht um eure Kinder. Findet von Anfang an eine Lösung, wie ihr den Alltag untereinander aufteilt, so dass beide einen möglichst gleichwertigen Anteil der Fürsorge erhalten. Am besten ihr setzt euch zeitnah mit Zeitplänen zusammen. Schließlich habt ihr als Partner Jahre miteinander verbracht und konntet den Alltag miteinander organisieren. So sollte es in Zukunft kein Problem darstellen, sich immer wieder Zeit für die Familie und die Kinder zu nehmen, damit keiner zu kurz kommt.