Sexualität: Wie kläre ich mein Kind richtig auf?

Sexuelle Aufklärung bei Deinem Kind

Irgendwann kommt die Frage, mit der viele Eltern hadern. „Woher kommen die Babys?“ Während sich Deine Kleinen in den ersten Lebensjahren noch mit dem Klapperstorch zufriedengeben, fragen die Großen konkret, wie sie bei Mutti in den Bauch kamen.

Spätestens, wenn das Geschwisterchen unterwegs ist, kommen explizite Fragen zum Thema Schwangerschaft und Fortpflanzung auf. Im nachfolgenden Artikel geben wir Dir Hilfestellung bei der sexuellen Aufklärung Deines Kindes. Wir erklären Dir genau, welche Informationen Dein Kind in welcher Lebensphase benötigt.

 

Wie kläre ich mein Kind richtig auf?

Sexuelle Aufklärung beim Kind

Vater Sohn Geschpräch zur Aufklärung Copyright: Rido81, Bigstockphoto

Die sexuelle Aufklärung Deines Kindes in die Hand nehmen

Entscheidest Du Dich, Dein Kind frühzeitig aufzuklären? Es gilt herauszufinden, wie viele Informationen, in welchem Alter ausreichen. Mache Dir Gedanken, wie Du auf die Fragen Deines Kindes reagierst.

Trotz der Sexualisierung unserer Gesellschaft, die nur noch wenige Tabus aufweist, ist die sexuelle Aufklärung des eigenen Kindes eine Herausforderung. Um diese umfassend und anspruchsvoll zu gewährleisten, schauen wir zunächst, was eine gute Aufklärung beinhaltet.

 

Aufklärung im Video
Löwenzahn – Folge 328 – Wunder des Lebens – Mit Liebe gemacht

 

 

Warum eigentlich aufklären?

Die sexuelle Aufklärung Deines Kindes bewirkt, dass es Liebe und Sexualität als Teil des normalen Lebens anerkennt. So gehen sie verantwortungsvoll mit ihrem Körper und dem des späteren Partners um. Dazu gehört ein klärendes Gespräch über Verhütung und den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Aufklärung beginnt nicht erst mit dem wichtigsten Gespräch in der Pubertät. Kinder sind bereits ab der Geburt sexuelle Wesen. Sie spielen mit ihren Genitalien, genießen die Mutterbrust und entdecken ihre Körper. Im besten Fall nimmst Du die sexuelle Aufklärung Deines Kindes vor, bevor er oder sie sich für die Geschlechterunterschiede interessiert.

 

Im weitesten Sinn gehören tröstende Worte, zärtliche Blicke und das Vermitteln von Geborgenheit, Vertrauen und Verlässlichkeit bereits zur Sexualerziehung. Dadurch erfährt Dein Kind, dass Du dessen Empfindungen und Körper respektierst, es ungestraft seinen Körper entdecken darf und, dass Lust nichts Verbotenes ist. Wie Du siehst, findet die sexuelle Aufklärung des Kindes über viele Jahre hinweg statt. Die Themen unterscheiden sich. Stellt Dir Dein Kind eine knappe Frage, antwortest Du altersgerecht und kurz darauf. Damit signalisierst Du Deinem Kind, das es solche Fragen jederzeit stellen darf.

Bei Deinen Ausführungen zur Frage achtest Du darauf, dass Du Ausdrücke verwendest, die Dein Kind versteht. Wiegele die Fragen nicht ab und bemühe Dich eine passende Antwort zu finden, damit Dich Dein Sohn oder Deine Tochter in Zukunft weiterhin anspricht, ohne ein schlechtes Gefühl zu dabei zu haben. Das stärkt das Selbstbewusstsein Deines Kindes.

Denke daran, dass die Kinder heute früher ihre Geschlechtsreife erlangen. Das bedeutet, dass Dein Kind eher einer sexuellen Aufklärung bedarf als Du vor einigen Jahren. Zu Beginn der Pubertät ist es wichtig, ein umfassendes Gespräch über die Sexualität, die Verhütung und über den Schutz vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten zu führen.

 

Das Kind altersgerecht aufklären

Wie bereits erwähnt, erfolgt die Sexualerziehung eigentlich schon ab der Geburt. Mach Dein Baby durch Schmusen und bei der körperlichen Pflege mit seinem Körper vertraut. Damit vermittelst Du dem Kleinen, dass sein oder ihr Körper etwas Wertvolles und Besonderes ist. So prägst Du bereits ab dem ersten Tag die sexuelle Entwicklung und sicherst die positive Einstellung Deines Kindes gegenüber seinem oder ihrem Körper. Dies ist die Grundlage für die spätere Liebes- und Beziehungsfähigkeit. Bis zum dritten Lebensjahr vermittelst Du Deinem Kind bereits die unterschiedlichen Körper- und Geschlechtsteile und nennst sie beim Namen.

Im Kindergartenalter rechnest Du mit den ersten Fragen, die auf die Sexualität abzielen. Dies beantwortest Du sachlich, kurz und altersgerecht. Vermittle Deinem Schützling, dass er oder sie jederzeit Fragen stellen darf, und stärke sein körperliches Selbstwertgefühl. Vermittle ihm oder ihr, wie kostbar der Körper ist und dass er allein ihm gehört. Dadurch schützt Du Dein Kind vor sexuellen Übergriffen.

 

Achte darauf, dass Dein Kind bis zur Einschulung weiß, wo die Babys herkommen. In der Schule oder im Fernsehen schnappen sie viele Dinge auf und fühlen sich verunsichert, wenn sie nicht Bescheid wissen. Altersspezifische Bilderbücher helfen Dir dabei, Deinem Kind alles zu erklären.

Bis zum neunten Lebensjahr klärst Du Dein Kind über die Funktionen seiner oder ihrer inneren und äußeren Geschlechtsorgane auf. Frag am besten Dein Kind, was es weiß. Ergänze oder berichtige die Sachverhalte.

Bis zum zwölften Lebensjahr stellt sich die Körperlichkeit ein. Die Haut verändert sich, die Brust bei Mädchen spannt, die ersten Schamhaare sprießen. Nun gilt es, die Mädchen langsam auf ihre erste Periode vorzubereiten. Das Interesse am anderen Geschlecht wächst. In den Medien informieren sich Jugendliche zunehmend über die Sexualität. In diesem Alter gelten Eltern als peinlich und die Fragen kommen nicht mehr zur Sprache. Auch, wenn Dein Kind im Unterricht einiges über Sexualität lernt, greifst Du das Thema Empfängnisverhütung zu Hause noch einmal explizit auf. Tolle Aufklärungsbücher helfen Eltern, die sich nicht umfassend informiert fühlen oder Probleme mit dem Gespräch verspüren.

Ab zwölf befindet sich Dein Schützling mitten in der Pubertät. Das sexuelle Interesse steigt, höchste Zeit für die vollständige sexuelle Aufklärung des Kindes. Das „erste Mal“ rückt näher. Jetzt gilt es, achtsam zu sein. Die erste Freundin oder der erste Freund kündigen sich an. Im Freundeskreis schwärmen Mädchen von der ersten Liebe. Hier setzt Du an, um das Gespräch über den ersten Sex anzuregen. Jungs tun das lieber mit dem Vater, Mädchen mit der Mutter. Neben dem Thema Verhütung darfst Du keinesfalls vergessen, über HIV und andere Geschlechtskrankheiten zu informieren.

 

Laut der Studie „Jugendsexualität 2015“ weiß jeder vierte Junge und jedes dritte Mädchen nicht ausreichend Bescheid. Vielen Jugendlichen helfen geeignete Informationsmaterialien oder ein Besuch beim Männer- oder Frauenarzt. Dieser klärt die letzten Fragen über die Sexualität und hilft bei der Auswahl der geeigneten Verhütungsmethode.

 

Nicht ganz einfach aber wichtig: die sexuelle Aufklärung

Viele Eltern genieren sich, wenn es um die Aufklärung des eigenen Kindes geht. Sie bauen darauf, dass diese im Sexualkundeunterricht geschieht, und hoffen das Beste. Das reicht oftmals nicht aus. Ein intensives Gespräch über Sexualität, Verhütung und Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist sehr wichtig. Das schützt Dein Kind davor, mit Halbwissen zu agieren. Ebenso verhindert das umfangreiche Wissen Deines Kindes durch eine gute Aufklärung Geschlechtskrankheiten, HIV oder eine ungewollte Schwangerschaft.

Dabei fokussiert sich die sexuelle Aufklärung des Kindes nicht ausschließlich auf das eine Gespräch in der Pubertät. Schon ab der Geburt ist dein Schützling ein sexuelles Wesen. Treten Fragen auf, nimmst Du Dir die Zeit, altersgerecht zu antworten. Du suggerierst dem Kind damit, dass Fragen jederzeit willkommen sind. Zu beachten ist der jeweilige körperliche und geistige Standpunkt. Es bringt nichts, einem Sechsjährigen die abstrakten Bilder von Eileiter und Penis zu zeigen. Das verunsichert noch mehr. Im Handel erhältst Du viel Material entsprechend der Altersgruppe, das Dir bei Deinen Erklärungen hilft.

 

Literatur:

Bode, Heidrun, Heßling, Angelika (2015): Jugendsexualit ät 2015. Die Perspektive der 14- bis 25-Jährigen. Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativen Wiederholungsbefragung. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln: http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/fileadmin/fileadmin-forschung/pdf/Jugendendbericht%2001022016%20.pdf

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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