Erste Hilfe: Schürfwunden bei Kindern richtig behandeln

Der Sturz auf`s Knie – Das können Eltern bei Schürfwunden tun:

Beim Spielen und Toben im Freien passiert es schnell, dass Dein Kind auf hartem Asphalt oder Kies hinfällt und sich eine Schürfwunde zuzieht. Ein Schrei und heftiges Weinen sind die Folge. Durch Deine tröstenden Worte und eine Umarmung erholt sich Dein Nachwuchs aber schnell vom ersten Schreck. Schürfwunden bei Kindern sind zwar in den meisten Fällen harmlos, aber sehr schmerzhaft, da sich in der abgeschürften Haut zahlreiche Nervenenden befinden.Kind mit aufgeschürftem Knie

Schürfwunden richtig versorgen – © Marco2811 – Fotolia.com

 

Häufig gelangt bei einem solchen Sturz auch Schmutz in die Wunde, den es zu entfernen gilt. Anschließend sorgt ein buntes Kinderpflaster dafür, dass sich Dein Nachwuchs wie ein stolzer kleiner Held fühlt, der den Schmerz überwinden konnte.

 

Kleinere Verletzungen sind bei Kindern normal

Es gehört zum Alltag, dass Kinder beim Spielen ab und zu hinfallen und sich verletzen. Vermeiden lassen sich Schürfwunden bei Kindern nur bedingt durch reißfeste Kleidung und Schutz beim Fahrrad oder Skateboard fahren. Wichtig ist, das Befinden der Kleinen ernst zu nehmen und Trost zu spenden.

Erste Hilfe leistest Du, indem Du die Wunde bei Verschmutzungen reinigst und desinfizierst. Je nach Beschaffenheit und Größe der Schürfwunde bringst Du ein Pflaster oder einen Wundverband an. Achte darauf, dass Dein Kind eine aktuelle Tetanus-Impfung besitzt. Ist die Wunde größer als zwei Zentimeter, weist sie starke Verschmutzungen auf oder ist die Tetanus-Impfung nicht mehr aktuell, suchst Du mit Deinem Nachwuchs einen Arzt auf.

 

Erste Hilfe für Schürfwunden bei Kindern

Steht Dein Kind nach einem Sturz wieder auf und lässt sich von Dir trösten, begutachtest Du die Wunde. Schürfwunden bei Kindern entstehen durch Reibung an einem harten Untergrund, wie Asphalt oder Kies. Die Wundränder sind im Gegensatz zu einer glatten Schnittwunde unregelmäßig.

Bei einer oberflächlichen Schürfwunde tritt das Blut, wenn es zu einer Blutung kommt, punktförmig aus. Ist sie tiefer und beschädigt neben der Oberhaut auch die Lederhaut, kommt es möglicherweise zu einem stärkeren Blutfluss und dem Austritt von Lymphflüssigkeit. Eine nässende tiefere Wunde ist deutlich schmerzhafter als eine oberflächliche, da der Sturz mehr Nervenzellen schädigt. Abhängig davon, wie tief und wie groß sie ist, behandelst Du die Schürfwunde Deines Kindes. Sehr kleine Wunden brauchen eigentlich kein Pflaster. Kinder fühlen sich mit einem bunten Pflaster jedoch oft wohler. Das zeigt ihnen, dass die Erwachsenen sie mit ihren Problemen und Schmerzen ernst nehmen. Dein Kind empfindet eine Verletzung, die Du als „nicht so schlimm“ definieren würdest, wesentlich schmerzhafter. Zeige deshalb Verständnis für die Sorgen Deines Nachwuchses. Dafür ist der Schmerz so schnell wieder vergessen, wie er kam.

 

Verschmutzte Wunden reinigen und desinfizieren

Bevor Du ein Pflaster auf eine Wunde klebst, sorgst Du dafür, dass sie sauber ist. Hat sich Dein Kind seine Schürfwunde beispielsweise am Knie zugezogen und trug dabei eine reißfeste Jeans, ist von keiner gröberen Verschmutzung auszugehen.

Kam der verletzte Körperteil jedoch mit dem schmutzigen Untergrund in Berührung, spülst Du die Wunde mit klarem, lauwarmem Leitungswasser. Gröberen Schmutz wie Steinchen oder Splitter entfernst Du vorsichtig mit einer sauberen, mit Desinfektionsmittel sterilisierten Pinzette oder einem Mulltupfer. Falls der Schmerz nicht zu stark ist, reibst Du den oberflächlichen Schmutz mit einem rauen Waschlappen oder einem speziellen Wundreinigungstuch ab.

Nach dem Reinigen desinfizierst Du die Wunde Deines Kindes, damit sich keine Entzündungen bilden. Verwende ein Wund-Desinfektionsmittel, das nicht brennt, beispielsweise Octenisept. Versuche, die Wunde während des Reinigens und Desinfizierens möglichst nicht zu berühren. Hilfreich ist hierbei ein Desinfektionsmittel, das Du aufsprühst. Ist es dennoch notwendig, die Wunde zu berühren, trage dabei Einmal-Handschuhe.

 

Trost und ein Kinderpflaster bei kleinen Wunden

Zum Behandeln einer Schürfwunde bei Kindern gehört es, die Wunde keimfrei abzudecken. Bei einer kleinen Wunde reicht es aus, ein buntes Kinderpflaster aufzukleben, gemeinsam mit vielen tröstenden Worten, die Dein Kind den Schreck schnell wieder vergessen lassen. Dabei ist die Annahme falsch, dass Wunden ohne Pflaster und an der Luft besser heilen. Pflaster und Wundverbände halten die Wunde feucht. Das begünstigt eine schnelle Heilung. Wichtig ist, dass das Pflaster atmungsaktiv und hautfreundlich ist und sich leicht wieder entfernen lässt.

Bei einer größeren, stark blutenden Schürfwunde verwendest Du beispielsweise eine Mullkompresse. Zusätze von Silbernitratlösung oder Wasserstoffperoxid stoppen die Blutung. Wechsele Pflaster und Verbände mindestens einmal täglich. Bildet sich Schorf über der Wunde, nimmst Du den Verband oder das Pflaster ab. Bei Kindern, die Schorf abknibbeln, was möglicherweise zu einer erneuten Öffnung der Wunde und Infektionen führt, deckst Du die Wunde weiterhin ab bis der Schorf abfällt.

 

Wann mit dem Kind zum Arzt?

In der Regel sind Schürfwunden, die sich Dein Nachwuchs beim Spielen durch einen Sturz oder Ähnliches zuzieht, unbedenklich. Versorgst Du sie richtig, heilen sie innerhalb kurzer Zeit ab. Ist die Wunde allerdings größer als zwei Zentimeter, sehr tief oder stark verschmutzt, suchst Du sicherheitshalber einen Arzt mit Deinem Kind auf. Dieser entscheidet, ob er die Wunde nähen oder kleben muss. Handelt es sich um eine solche Wunde, desinfizierst Du sie vorher noch nicht. Bei einer starken Blutung legst Du einen Druckverband an. Hört die Wunde auch dann nicht auf zu bluten, rufst Du den Rettungsdienst.

Befindet sich in der Wunde ein größerer Fremdkörper, beispielsweise ein Stöckchen oder ein tief sitzender Splitter, ist auch dies ein Fall für den Arzt. Polstere den Fremdkörper vorsichtig mit Mullkompressen und decke die Wunde mit einem lockeren Verband ab. Der Arzt kümmert sich um die Entfernung des Fremdkörpers. Stelle sicher, dass Dein Kind jederzeit eine aktuelle Tetanus-Impfung hat. Ist die letzte Impfung bereits mehr als zehn Jahre her, suchst Du umgehend einen Arzt auf, wenn sich Dein Nachwuchs eine Schürfwunde zuzieht.

Gelangt Schmutz in die Wunde, kommt es möglicherweise zu einer Infektion. Diese äußert sich durch:

  • entzündete Wundränder,
  • starke Rötung des Wundrandes,
  • Schwellung der Wunde,
  • Eiter,
  • einen roten Strich als Hinweis auf eine Blutvergiftung.

Eine Infektion behandelt der Arzt mit Antibiotikum.

Suche auch bei Wunden im Gesicht einen Arzt auf, damit keine unschönen Narben verbleiben. Wunden an den Händen kontrolliert der Arzt darauf hin, ob sie die Bewegungsfähigkeit der Hände einschränken, weil beispielsweise Sehnen betroffen sind.

 

wer wir sind

Anna Nilsson Fach-/Medizinjournalistin

Anna Nilsson, als Medizinjournalistin und Autorin ist Sie verantwortlich für den Gesundheitsbereich auf Netpapa.de.


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