Väter und Stillen

Was hat der Vater mit dem Stillen zu tun?!

Väter und Stillen – Wie passt das zusammen? Na Klar, die Milchproduktion passiert in den Brüsten Deiner Frau und das kleine neugeborene Geschöpft braucht uns als Väter zum Stillen nicht unbedingt und so könnte Mann meinen ist das Stillen natürlich in erster Linie das Hoheitsgebiet eurer Partnerin. Weit gefehlt – Studien zeigen, dass die Einstellung und das Verhalten des Vaters ganz enorm das Stillen unterstützen kann und damit ganz wesentlich zum Stillerfolg beiträgt.

Wenn Du als Vater aktiv das Stillen unterstützt ist dies nicht nur für die Frau und das Kind gut sondern bietet Dir als Vater die Chance von Beginn an die Bindung zu deinem kind zu fördern und Euch drei als Familie eine Zeit der Begegnung zu schenken.

Stillen mit dem Vater

Stillen mit dem Vater – Wochenbett @ fotolia

 

11 Tipps zum Stillen für Väter

von Lena Glodde vom Apfelgarten  www.der-apfelgarten.de

Was also können Väter beim Stillen alles tun um diesen Teil der Kindheit aktiv zu begleiten und somit zur bestmöglichen Ernährung eures Babys beizutragen?

 

  1. Zeigt Interesse: Frauen freuen sich über fast nichts mehr als wenn ihr mindestens genauso gut über Themen, die euer gemeinsames Baby betreffen Bescheid wisst wie sie selbst!
  1. Glänzt mit Wissen zum Stillen: und zwar mit guten und richtigen Informationen – eine Liste findet Ihr unter diesem Artikel.
  1. Seid parteiisch: wenn ihr euch für das Stillen eures Babys entschieden habt, dann vertretet diese Entscheidung auch gegenüber eurer Familie, Freunden und Fremden auf der Straße, die euch ihre Meinung aufdrängen wollen. Voraussetzung hierfür: ihr habt euch an Punkt 2 gehalten, euch Informiert und könnt mit Fakten aufwarten
  2. Seid Arme und Beine für eure Partnerin: Stillen braucht, vor allem am Anfang, viel Zeit und Sitzfleisch. Fragt immer wieder nach, ob die Mutter eure Kindes irgendetwas braucht, trinken, essen, ein Buch, ein Kissen in den Rücken, Ladegerät für Handy oder Tablet oder auch einfach mal einen Gesprächspartner.
  1. Sei ihr „weißer Ritter“: viele Babys wollen vor allem gegen Abend oder auch bei Entwicklungsschüben am liebsten stundenlang stillen. Man nennt das auch Clusterfeeding. Viele Frauen bringt dies an den Rand ihrer Kraft und viele zweifeln dann daran, ob ihr Baby von ihrer Milch wirklich statt wird, wenn es immer noch unruhig ist und stillen will, obwohl es längst satt sein müsste. Unterstützt eure Partnerin als Vater beim Stillen besonders in solchen Momenten.
  1. Schafft Nähe beim Schlafen – Baut ein Familienbett oder besorgt ein Beistellbett: euer Baby braucht euch auch nachts (zumindest die meisten, es gibt ab und an auch Kinder, die ganz problemlos alleine schlafen, das ist allerdings eher die Ausnahme als die Regel!). Wenn euer Baby dicht bei euch schläft erleichtert dies das stillen in der Nacht erheblich – eure Partnerin muss sich nur auf die Seite drehen und kann stillen und Mama und Baby können dabei wieder wegdösen so dass keiner von euch aufstehen muss um euer Baby zu holen und es nach dem stillen wieder in sein Bettchen zu legen.
  1. Tragen ist das Stillen der Väter: eure Partnerin verbringt viel Zeit mit eurem Zwerg und es kann Momente geben, in denen ihr das Gefühl habt, dass sie nur noch Mutter und nicht mehr Partnerin ist und in denen ihr euch aus der innigen Stillbeziehung ausgeschlossen fühlt. Kümmert euch frühzeitig um eine Trageberatung und/oder eine ergonomisch gute Tragehilfe und lerne, damit alleine umzugehen! Nichts ist so sexy wie tragende Papas, eure Partnerin hat so ein paar dringend benötigte Minuten für sich um mal wieder in Ruhe zu duschen und sich für kurze Zeit um sich selbst zu kümmern und ihr habt die Möglichkeit, währenddessen die Beziehung zu eurem Zwerg zu vertiefen.
  1. Macht ihr keine Vorwürfe und kümmert euch um den Haushalt: egal ob stillen oder nicht – so ein Neugeborenes braucht unglaublich viel Zeit, Zuwendung und Körperkontakt. Wunder eucht also nicht, wenn es bei euch zu Hause in den ersten Monaten nach der Geburt aussieht wie in einem Kriegsgebiet. Macht eurer Partnerin vor allem keine Vorwürfe deswegen und tragt euren Teil dazu bei, dass sich das Chaos einigermaßen in Grenzen hält. Wenn nötig lernt kochen und Wäsche waschen oder überlegt, ob es nicht für eine gewisse Zeit möglich und sinnvoll ist für 2 Stunden die Woche eine Putzfrau zu beschäftigen.
  1. Überrascht Sie: da reichen schon Kleinigkeiten. Macht ihr öfter mal ein Kompliment, bringt vom einkaufen ihre Lieblingsschokolade mit, eine Blume oder denkt selbstständig an Windeln. Wem es schwer fällt, selbst regelmäßig an diese Dinge zu denken, der findet auch verschiedene Apps für das Smartphone.
  1. Bringt sie nach draußen: eure Frauen werden vermutlich eine zeitlang wenig Kapazitäten haben, sich Gedanken über Dinge zu machen, die außerhalb eurer vier Wände liegen. Überlegt euch, was ihr am Nachmittag oder am Wochenende gemeinsam mit Kind machen könnt (Tierpark, bummeln in der Stadt, ein Eis essen gehen, etc.). Helft bei den Vorbereitungen für diese Ausflüge und denkt vor allem auch an Tragehilfe oder -tuch falls euer Baby zu denen gehört, die nicht gerne im Kinderwagen liegen.
  1. Lasst sie schlafen: wenn ihr arbeitet wird eure Partnerin vermutlich den Großteil der Zeit mit eurem Baby verbringen, was auch bedeutet, dass sie immer nur kurz schläft, bis euer Zwerg wieder stillen möchte, eine neue Windel braucht oder aus anderen Gründen wieder wach wird. Unter der Woche wird eure Partnerin euch vermutlich nachts den Rücken, freihalten so dass ihr fit für die Arbeit außerhalb eurer Familie seid. Gebt ihr deshalb am Wochenende an einem Morgen die Möglichkeit, mal wieder auszuschlafen und Kraft zu tanken.

 

Baby beim Stillen

Baby feeds on MOM’s breasts @ fotolia

 

 

Selbst wenn Väter beim Stillen alle diese Punkte berücksichtigt, kann es euch natürlich trotzdem passieren, dass eure Partnerin in Tränen ausbricht, eure Informationen zurückweist oder auf euren liebevoll geplanten Ausflug völlig entgeistert reagiert.

Nehmt es ihr nicht übel! Der Hormoncocktail, der nach der Geburt im Körper von frischgebackenen Mamas zirkuliert ist eine ziemlich explosive Mischung und diese muss sich manchmal ihren Weg bahnen.

Auch wenn ihr euch im ersten Moment angegriffen fühlt, versucht euch in ihre Lage zu versetzen und geht eher auf ihre Gefühle als auf das von ihr benannte Problem ein. Auf lange Sicht wird sie es euch danken!

 

Damit Väter wissen was Mütter wissen:

copyright www.der-apfelgarten.de

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Väter und Stillen – Wissen:

www.der-apfelgarten.de  Bekommt mein Baby genügend Muttermilch

www.afs-stillen.de/stillbeziehung/stillzeit.html

www.netpapa.de/erste-stunden-mit-baby.html

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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