Wie kleinere Kinder Ihren Körper kennenlernen

Die ersten Erfahrungen seines Lebens macht ein Kind mit dem Körper. Es spürt Mutter oder Vater, es greift nach Gegenständen in Reichweite, um auszuprobieren, wie sie sich anfühlen. Im Laufe der Zeit dehnt es die Erkundungsreise auf den ganzen Körper aus. Auch Penis oder Vagina sind Ziel des Forschungsdrangs und bewirken lustvolle Erfahrungen. Neben der körperlichen und geistigen beginnt die sexuelle Entwicklung.

Kindliche Sexualität trägt dazu bei, ein gutes Gefühl der individuellen Körperlichkeit zu entwickeln. Sie leistet ihren Beitrag, eine eigene Identität zu finden.

Die Phasen der Sexual-Entwicklung von Kindern

© Jandrie Lombard - Fotolia.com
© Jandrie Lombard – Fotolia.com

Ein gebräuchliches Modell geht auf den Psychologen Sigmund Freud zurück. Bis heute bauen alle Beschreibungen der Sexual-Entwicklung bei Kindern darauf auf. Freud beschreibt sechs Phasen, die aufeinanderfolgen:

  • Oralphase,
  • narzisstische Phase,
  • Analphase,
  • phallische Phase,
  • Latenzphase,
  • Genitalphase.

 

Sexueller Bezug zwischen Kind und Umwelt

Die Oralphase erlebt ein Baby während des ersten Lebensjahres. Essen und Trinken verschaffen ihm lustvolle Gefühle. Auch am Daumen oder Schnuller lutschen sind typische Verhaltensweisen, die es als angenehm empfindet. Die narzisstische Phase weitet dies aus. Das Kind erforscht seinen ganzen Körper und spürt Lust. In diesen beiden Phasen baut das Kind einen ersten Bezug zur Umwelt auf.

 

Kontrolle der Körperfunktionen und Interesse an Genitalien

Ab dem Alter von zwei Jahren kommt ein Kind nach und nach ohne Windel aus. In dieser Zeit erlangt es die Kontrolle über seine Körper-Ausscheidungen und beschäftigt sich mit ihnen. Dieses Körpergefühl empfindet es als lustvoll. Es befindet sich in der Analphase.

Anschließend entdeckt es Genitalien als lustbesetzte Körperteile – die phallische Phase beginnt. Das Kind nimmt Unterschiede zwischen Geschlechtern wahr und begreift seine eigene Identität als männlich oder weiblich. Es lernt, Sexualorgane beim Namen zu nennen. Auch geschlechts-spezifische Verhaltensweisen gewinnen größere Bedeutung. Vorbilder sind Mutter und Vater.

 

Selbstbefriedigung bei Kindern unter 6 Jahren

Die meisten Kinder entdecken schon im Alter von  3 oder 4 Jahren dass sie sich sexuell stimulieren können. Diese Selbstbefriedigung ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt im Alter der Kinder, Sie bemerken das Ihnen die Masturbation Spas bereitet und sollten von den Eltern nicht eingeschränkt werden. Eltern können offen damit umgehen und Ihren Kindern erklären was dieser Vorgang bedeutet. Meist haben Kinder auch keine hohe Schamgrenze, Eltern können dann darauf hinweisen das die Selbstbefriedigung etwas sehr privates ist und nicht in der Öffentlichkeit gemacht wird.

Auf dem Weg zur Pubertät

Ab dem sechsten Lebensjahr erfordern viele neue Herausforderungen große Kraft. Die Schulzeit beginnt. Die sexuelle Entwicklung steht still. Kinder finden Angehörige des anderen Geschlechts nicht interessant (Latenzphase). Mit dem Beginn der Pubertät nimmt die Attraktivität desselben zu – die Genitalphase beginnt.

 

Erfüllte Sexualität beginnt in der Kindheit

Bis sie erwachsen sind, bilden Kinder eine eigenständige Persönlichkeit. Sie setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen. Fragen, die sich im Laufe der Zeit stellen, sind:

  • Wie benutze ich meine Sinne?
  • Spielen Gefühle eine Rolle im Leben?
  • Wo ist mein Platz in der Gesellschaft?

Bei all diesen Fragen nimmt Sexualität als Energie des Lebens eine wichtige Stellung ein. Sie beschränkt sich nicht auf Geschlechtsverkehr oder Geschlechtsteile, sondern beeinflusst alle Bereiche der Reifung – und später des Erwachsenen-Lebens. Die Sexual-Entwicklung von Kindern weist den Weg, wie sie als Erwachsene Sexualität leben – gehemmt und negativ besetzt oder bejahend und selbstbestimmt. Sie entscheidet über spätere Beziehungen, lustvolles Erleben oder Kinderwunsch und entwickelt sich zu einem wichtigen Teil der Identität.

 

Sexuelle Entwicklung bei Kindern – Tipps für Eltern

Den richtigen Zeitpunkt für Gespräche zum Thema bestimmt Ihr Kind. Beantworten Sie seine Fragen zur Sexualität offen und ehrlich. Variieren Sie Antworten entsprechend dem Alter des Kindes. Es gibt viele Kinderbücher, die sie unterstützen. Nennen Sie die Genitalien beim Namen und geben Sie ihnen dieselbe Bedeutung wie anderen Körperteilen. Klären Sie Ihr Kind über Fortpflanzung auf. Überlassen Sie ihm, wie intensiv Zärtlichkeiten ausfallen und wann Sie stattfinden. Damit stärken Sie bei der Sexualität und in anderen Bereichen seine Fähigkeit, „Ja“ oder „Nein“ zu sagen.

 

Aspekte kindlicher Sexualität

Kinder schließen vielfältige Freundschaften, während Sie aufwachsen. Damit testen Sie, wer sie mag oder ablehnt. So trainieren sie für spätere Partnerschaften. Intensiver gestaltet sich dies bei den „Doktorspielen“, in denen sich Kinder gemeinsam mit Gleichaltrigen ausprobieren. Hier spielt Sexualität in die spätere Beziehungs-Fähigkeit hinein. Ein anderer Aspekt, sich der Sexualität zu nähern, ist sexuelles Vokabular. Nennen Sie die Dinge beim Namen. Sorgen Sie dafür, dass ein Kind über Fortpflanzung oder Liebe Bescheid weiß, sobald es Interesse an diesen Themen zeigt. Damit helfen Sie ihm, viele Eindrücke mit sexuellem Hintergrund richtig einzuordnen.

Selbstbefriedigung beginnt bei kleinen Kindern und setzt sich in der Pubertät fort. Sie ist ein Mittel, den eigenen Körper zu erforschen und angenehme Gefühle zu erzeugen. Ein Kind fühlt sich dabei besonders intensiv. Diese Form der Sexualität hilft, eine eigene Identität zu entwickeln. Oft schämt es sich bei körperlicher Nähe oder Nacktheit. Damit loten sie Ihre Grenzen aus und trainieren einen Schutzmechanismus. Dieser ist ebenfalls Bestandteil der späteren fertigen Identität.

 

Sexualisierte Gesellschaft

Sexualität begegnet uns im täglichen Leben in vielen Formen. Die Medien zeichnen ein eindimensionales von Geschlechtsmerkmalen bestimmtes Bild. Dies prägt die Sexual-Entwicklung bei Kindern. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind alle Ausprägungen von positiver Sexualität erfährt und seinem Alter entsprechend versteht: Fürsorge, Geborgenheit, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Lust, Leidenschaft, Erotik. Machen Sie Ihr Kind stark genug, negative Erscheinungsweisen von Sexualität einzuordnen: Sexualität verbunden mit Gewalt, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch.

 

Wie gehen Eltern mit der Sexual-Entwicklung ihrer Kinder um?

Oft setzen Eltern Grenzen beim Entdecken des Körpers, wenn dies mit Lust verbunden ist. Die Ursache liegt in den familiären, religiösen, sozialen und kulturellen Prägungen von Vater und Mutter. Wie weit das Ausleben von Sexualität bei Kindern gehen darf, ist nach wie vor Gegenstand intensiver Diskussionen. Fest steht, das Erleben von Emotionen wie Zärtlichkeit, Liebe, Lust oder Geborgenheit bildet einen Gegenpol zu unangenehmen Empfindungen.

 

weiterführend:

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/sexualentwicklung

http://www.verhaltensbiologie.com/publizieren/fachartikel/PDF/SG10.pdf

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