Wenn Eltern den Umgang der Kinder unnatürlich prägen

„Diese Freunde sind kein guter Umgang für Dich!“ Steckt Dein Kind in einem Alter, indem es viel Kontakt zu seinen Kameraden hat, ereignen sich bestimmte Situationen, die sich ein Vater nicht wünscht. Ist es die richtige Entscheidung, strikt den schlechten Umgang zu verbieten? Eltern äußern derartige Verbote aus Bedenken, dass manche Personen im Umfeld des Kindes nicht gut für sie sind. Daher ist es wichtig, besonders darauf zu achten, in welchen Fällen, unter welchen Umständen und in welchem Alter, diese Erziehungs-Maßnahme von Nutzen ist. Voreilige Kontakt-Verbote bewirken das Gegenteil, von dem, was Du Dir als Vater wünschst.

Freunde! Einfach so - | © UBER IMAGES - Fotolia.com
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Umgang mit Freunden als letztes Mittel verbieten

1626 Abs. 1 BGB besagt, dass die Eltern für die Erziehung und für das Kindeswohl verantwortlich sind. Für die Entwicklung des Kindes ist es wichtig, selbst Entscheidungen zu treffen und zu erkennen, ob der Kontakt mit bestimmten Personen schlecht ist. Dadurch erlangt es soziale Kompetenzen, die für das spätere Leben eine große Rolle spielen. Oftmals ist es besser, bei Problemen in den Freundschaften mit den anderen Eltern und den Kindern gemeinsam zu sprechen, als den Umgang strikt zu verbieten. Diese Art der Erziehung dient ausschließlich in extremen Fällen und als letztes Mittel.

Was sagt das Gesetz?

1626 Abs. 1 BGB zufolge obliegt den Eltern die Pflicht, für die Erziehung und Pflege des Kindes zu sorgen. Es steht in ihrem eigenen Ermessen, persönliche Angelegenheiten des Sohnes oder der Tochter zu regeln. Dabei ist es die Pflicht der Erziehungsberechtigten, das Kind im gewissen Maße zu überwachen, um zu seinem Schutz bestimmte Tätigkeiten zu untersagen. Der Volksmund spricht vom „Umgangsbestimmungsrecht“.

Der Paragraf 1626 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches sieht vor, dass das Wohl des Kindes in der Regel vom Umgang beider Elternteile profitiert. Zusätzlich dient der Umgang mit anderen Personen der Entwicklung des Sprösslings, solange dieser für das Wohlbefinden des Kindes förderlich ist. Ein striktes Umgangs-Verbot bietet sich an, wenn eine nachteilige Beziehung oder offensichtliche Gefährdung des Kindeswohls besteht.

Pädagogische Werte

Daneben ist es für die Entwicklung des Sprösslings wichtig, eigene Lebens-Erfahrungen mit verschiedenen Personen zu sammeln. Fehlen diese Erlebnisse, ist es einem Kind kaum möglich, soziale Kompetenzen zu erlangen. Die Eltern bewachen das korrekte Verhalten und den richtigen Umgang mit anderen Menschen. Jedoch entscheidet das Kind nach eigenem Ermessen mit, ob das Umfeld förderlich oder nachteilig ist, denn aus Fehlern lernt der Mensch bekanntlich am besten. In begründeten Fällen ist jedoch der strikte Eingriff der Eltern notwendig, um den Sohn oder die Tochter wieder auf die richtige Bahn zu lenken.

Freunde mit schlechtem Einfluss auf das eigene Kind

In bestimmten Fällen und Situationen existieren bereits im Kindergarten oder in der Grundschule Kinder, die auf die eigene Tochter oder den Sohn einen schlechten Einfluss ausüben. Dabei ordnen sich jene in diese Kategorie, die sich schlichtweg antisozial und aggressiv verhalten. Wiederum andere treten stark dominant auf, weshalb sie versuchen, die anderen Kinder zu beherrschen und ihnen Aufgaben zu erteilen, die sie selbst nie ausüben. Anstelle der Steigerung des Selbstbewusstseins Deines Kindes, vermehrt sich zunehmend eine Unsicherheit durch solche Freundschaften.

Überblick über soziale Kontakte behalten

Um den schlechten Umgang zu anderen Kindern im Auge zu behalten, ist es wichtig, dass Du Dir einen Überblick über die sozialen Kontakte des Sprösslings verschaffst. Dabei ergreifen die Eltern die Initiative und fragen interessiert nach, wie etwa: „Wohin gehst du?“, „Was macht ihr zusammen?“, „Was spielt ihr heute?“. Weißt Du viel über die Freunde Deines Sohnes oder Tochter, erlangst Du leichter die Möglichkeit, schlechten Einfluss umzukehren. Oft helfen Gespräche mit den anderen Eltern und gemeinsam mit den Kindern mehr, als die Freundschaft zu verbieten.

Psychologin Marion Pothmann sieht ein Freundschaftsverbot und den Umgang mit Freunden verbieten zu wollen, als allerletztes Mittel. Zum Thema äußerte sie sich ein einem in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Interview mit Katja Schnitzler.

 

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