Wie entwickeln sich Gefühle bei meinem Kind?

Gefühle und Emotionen sind komplex. Erwachsene empfinden beispielsweise Ärger über eine Person. Sie wissen den Grund und reagieren darauf. Babys und Kleinkinder lernen erst nach und nach die einzelnen Bestandteile von Gefühlen. Dazu benötigen sie die Hilfe von und den Austausch mit Bezugspersonen – Eltern und Geschwistern oder Verwandten.

Die Möglichkeiten des Fötus beschränken sich darauf, an den Gefühlen der Mutter teilzuhaben. Ärger, Stress oder Freude der Mutter empfindet auch das Kind. Am stärksten wirken zu dieser Zeit das Gefühl der Sicherheit und das Geborgensein im Bauch der Mutter. Nach der Geburt beginnt die emotionale Entwicklung. Bis zum sechsten Lebensjahr schließt das Kind die wichtigsten Phasen zum Ausdruck und zur Entwicklung von Gefühlen ab.

 Ausdruck von Gefühlen beim Kind

Baby
Baby begreift die Umwelt – © Herjua – Fotolia.com

Die Entwicklungsstufen beinhalten verschiedene Bereiche, die voneinander abhängen. Sie laufen teils zeitgleich, teils nacheinander ab:

  • nonverbaler Ausdruck von Gefühlen – „weinen“,
  • verbaler Ausdruck von Gefühlen – „hab Hunger“,
  • Wissen um Gefühle – „ich freue mich, weil Papa da ist“,
  • Regulation von Gefühlen – „Papa spielt nicht mit mir – darum weine ich“.

 

Die Eltern als Gefühlslehrer Ihrer Kinder

Ihr Kind fährt von Anfang an feine Antennen aus. Diese nehmen das Verhalten der Eltern und anderer Bezugspersonen auf. Die Aktionen und Reaktionen der Eltern auf sein Weinen, die Berührungen, wenn es trinkt, helfen dem Kleinkind. Im Laufe der Zeit lernt es, Empfindungen zuzuordnen und deutlicher zu zeigen, was es will. Reagieren Sie besonders auf positive Emotionen Ihres Kindes.

 

Meilensteine der Gefühle beim Baby

Die Geburt ist die erste große emotionale Herausforderung für das Kind. Oft verbunden mit Stress der Mutter, ist die unbestimmte Angst des Neugeborenen vor dem Neuen nachvollziehbar. Bereits da ist die Mutter gefragt, durch Körperkontakt Sicherheit zu geben.

Im Alter von zwei Monaten zeigen Babys das sogenannte Engelslächeln. Dies geschieht reflexhaft, sobald sie das Gesicht einer Bezugsperson wahrnehmen. Dadurch stärkt die Natur die Bindung an die Eltern, die das Lächeln auf sich beziehen. Im Alter von vier Monaten beginnt das Kind, gezielt die Menschen anzulächeln, die es kennt. Es fängt an, bewusst Freude auszudrücken. In dieser Zeit ist auch der Ausdruck von Ärger zielgerichtet möglich.

 

Die Macht der Gefühle beim Kind

Es dauert weitere drei bis vier Monate, bis das Bewusstsein des Kleinkinds erwacht, welche Gründe Ärger oder Freude haben. Im selben Zeitraum entwickeln Kinder das Gefühl der Furcht. Dies offenbart sich in der Phase des „Fremdelns“, in der es unbekannte Menschen meidet. Ab da finden eine schnelle Entwicklung und ein deutlicher Ausdruck neuer Gefühle statt. Bis zum Alter von zwei Jahren erleben Eltern Zorn, Scham, Neugier, Widerwillen, Furcht und Freude bei ihrem Kind.

Die verschiedenen Gefühle entwickeln sich nach und nach. Jedes Kind wählt sein eigenes Tempo – um Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und damit umzugehen. All dies ist vom Umfeld abhängig, von den Eltern und Bezugspersonen. Ihr Geschick und ihre Präsenz beeinflussen den Weg zu einer emotional stabilen Persönlichkeit.

 

Gefühle als Störung oder Hilfe für das Leben?

Gefühle sind kein Gegensatz zu rationalem Denken; in Kombination bewirken sie eine stabile Struktur der Persönlichkeit. Dies gilt für Erwachsene und genauso für Kinder. Das Lernen mit Gefühlen umzugehen, ist ein wichtiger Faktor, das Leben zu meistern. Diese Fähigkeit wirkt positiv auf elementare Bestandteile des Daseins, wie Glück, Erfolg und Zufriedenheit, aus.

 

Emotionen als Basis für das Leben

Der sichere und positive Umgang mit Gefühlen gehört zum Grundgerüst jeder Erziehung. Die Erfahrungen in der Kindheit beeinflussen das Schicksal Ihres Kindes das ganze Leben lang. Mehrere Faktoren wirken in diesem Prozess zusammen. Eltern, die positiv mit ihren Gefühlen umgehen, geben diese Einstellung an ihren Nachwuchs weiter. Eine feste Bindung zwischen Eltern und Kind erleichtert dies.

 

Gefühlsentwicklung beim Kind als Herausforderung

Ihr Kind benötigt Herausforderungen, um starke Emotionen zu entwickeln – das Gefühl der Bedrohung hemmt sie. Wie erlebt Ihr Kind das tägliche Leben? Sieht es sich herausgefordert oder bedroht? Die persönliche Antwort Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter hängt davon ab, wie stark Sie das Fangnetz der emotionalen Sicherheit knüpfen. Selbstbewusst Herausforderungen angehen oder Bedrohungen abwehren – die emotionale Grundausstattung durch die Eltern entscheidet, welchen Weg Ihr Kind geht.

 

Redaktion: M.Foerster, Anna Nilsson,

Quellen, Literatur, Verweise:

http://www.kindergartenpaedagogik.de/1944.html

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