Väter und Neugeborene – eine Phase der Annäherung und Gewöhnung aneinander: Neun Monate Wartezeit – endlich ist das Baby da. Nach dem ersten Glücksgefühl kommt die Ernüchterung.

Wie schwierig die erste Zeit mit dem Neugeborenen für Väter ist, erfahren Sie hier. Sie sind stolz, Ihre Frau brachte ein Kind auf die Welt. Sie begrüßten es und stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl durch Bonding bereits im Krankenhaus. Nun geht es nach Hause. Alles ist vorbereitet – Ihrem Baby fehlt es an nichts. Jedermann sieht es: Sie sind die glücklichste Familie, die es je gab.

Die ersten Wochen mit dem Neugeborenen

Väter und Neugeborene

Aufmerksamkeit für das Neugeborene – Väter wo bleibt Ihr?

Der Alltag beginnt nur langsam. Stolz knipsen Sie Fotos. Ihr Fotomodel ist das Neugeborene. Väter benötigen viele Bilder, um allen zu zeigen, was Sie vollbrachten.

Das Baby legen Sie schlafen, setzen sich auf die Couch und möchten mit Ihrer Frau schmusen. In den letzten Tagen war keine Gelegenheit dazu. Ihre Frau springt auf, Sie nehmen es kaum wahr – aber das Baby schreit. Es möchte gewickelt werden und ist hungrig. Hat Ihre Frau es nicht grad erst gestillt? – Egal, Ihr Baby geht vor. Sie schauen zufrieden zu, wie Ihr Kind das bekommt, was es braucht.

Zärtlichkeit für das Neugeborene und Väter ohne Sex

Diese Szene wiederholt sich mehrmals an diesem Tag und an den nächsten dazu. Wird das immer so weiter gehen? Anfangs verstehen Sie es noch. Doch mit der Zeit fehlt Ihnen die gewohnte Zweisamkeit mit Ihrer Frau. Sind Sie eifersüchtig auf das Neugeborene? Väter besitzen nach der Geburt noch immer ein großes Bedürfnis nach Sex. Ihre Frau hat anderes im Kopf – Ihr Baby. Sie hoffen inständig, dass sich das legt. Muss ja, wie anders sollte das Kind an das eingeplante Geschwisterkind kommen. Erst einmal trösten Sie sich damit. Es wird wieder, wie es einmal war. Wirklich?

Überforderung und Angst um den Job

Zunächst gehen Sie erhobenen Hauptes stolz auf Ihr Kind zur Arbeit. Nun sind Sie gereizt, müde und kraftlos. Das Baby schreit und schreit. Das Wort „Nachtruhe“ verwandelt sich zu einem Fremdwort. Das „Gebrüll“ zerrt an Ihren Nerven. Trotz Ihres Befindens als Mann wünschen Sie sich, keine Frau zu sein. Der Ihrigen geht es nämlich noch schlechter als Ihnen. Sie ist diejenige, die nachts aufstehen muss, da sie noch stillt. Missmutig sieht Ihr Chef Sie an; die Schlaflosigkeit steht Ihnen ins Gesicht geschrieben. Angst um den Job macht sich breit, denn er erwartet vollen Einsatz. Gerade jetzt benötigen Sie Ihren Arbeitsplatz –Sie tragen Verantwortung für Ihre Familie.

 

Die Helden – Neugeborene und Ihre Väter

Nicht nur Ihr Chef erwartet von Ihnen Heldentaten. Ihre Frau erhofft Hilfe. Kaum sind Sie zu Hause angekommen, bittet sie Sie, sich um das Baby zu kümmern. Das tun Sie gern. Sie haben gelernt, es zu wickeln, zu baden und umherzutragen. Sie möchten ihm ein guter Vater sein. Sie wissen, wie wichtig Ihre Nähe für die Entwicklung Ihres Kindes ist. Sie streicheln Ihr Neugeborenes und schaukeln es auf Ihrem Arm. Manchmal gelingt es Ihnen, es mit ihrer sanften und tiefen Stimme zu beruhigen. Doch oft ist es so, dass Ihr Baby trotz Ihrer Bemühungen lauthals nach Ihrer Frau verlangt. Resigniert übergeben Sie es an Ihre Frau. Ihnen bleibt die Hausarbeit.

 

Der Plan geht auf

Von Tag zu Tag wachsen Sie mehr in Ihre Rolle als Vater ein. Ihre Frau und Sie schafften es – trotz Baby – gemeinsam einen Plan aufzustellen. Dieser regelt, wer welche Aufgaben übernimmt. Ihre Angst vor dem „zerbrechlichen“ Baby ist genommen. Fühlen Sie sich ausgeschlossen, weil Ihre Frau mit dem Baby kuschelt, drehen Sie sich nicht mehr beleidigt zur Seite. Sie kuscheln stattdessen zu dritt.

Die schwierigen Wochen gingen vorbei. Nun sind sie das, was Sie bereits am ersten Tag zu sein schienen: eine zufriedene und glückliche Familie.

Redaktion: Foerster, Anthofer, Bartholome,  Anna Nilsson

Motiv © only4denn – Fotolia.com

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