Was hilft bei akuter Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

Dein Kleinkind hat sich hinter den Wohnzimmergardinen verkrochen und ist merkwürdig still. Dann hörst Du es angestrengt atmen. Als Du nachsiehst, hockt Dein Nachwuchs am Boden und scheint mit aller Kraft in die Windel zu drücken.

Der kleine Kopf ist schon ganz rot und der Duft ist auch unverkennbar. Beim Wickeln findest Du trotzdem nur wenige Bröckchen harten Stuhlgang. Was ist los? Sieht nach einem Verdauungsproblem aus. Aber wie kannst Du eine Verstopfung bei Kindern lösen?

5 Fakten, wie Du Verstopfung bei Kleinkindern lösen kannst

  1. Die Verdauung verläuft bei jedem Kind in einem anderen Rhythmus.
  2. Schmerzen beim Stuhlgang und ein harter Stuhl sprechen für eine Verstopfung.
  3. Ständiger Durchfall in geringen Mengen und Kotschmieren können Symptome einer chronischen Verstopfung sein.
  4. Reichlich Flüssigkeit und Bewegung kann Dein Kind vor einer Verstopfung bewahren.
  5. Mit Polyethylenglykol kannst Du akute und chronische Verstopfung beim Kind lösen, ohne Angst vor Nebenwirkungen haben zu müssen.

Der Baby Stuhlgang ist eine individuelle Angelegenheit

Jedes Kind ist anders und produziert in seinem ganz individuellen Rhythmus Stuhlgang. Säuglinge die voll gestillt werden, haben entweder mehrere volle Windeln täglich, oder sie lassen sich bis zu zwei Wochen Zeit mit der nächsten Portion.

Erst wenn Du siehst, dass sich Dein Baby beim Absetzen von hartem Stuhl quält und Schmerzen hat, ist der Verdacht auf eine Verstopfung gerechtfertigt. Ist die Verstopfung tatsächlich eingetreten, hast Du viele Möglichkeiten aus der Naturheilkunde und der Schulmedizin, um Deinem Kind zu helfen.

Wenn der Stuhlgang auf sich warten lässt

Aussehen und Zusammensetzung des Stuhlgangs ändern sich mit dem Lebensalter und der Ernährung. Säuglinge die ausschließlich gestillt werden, haben meist einen dünnen Stuhl, der gelb gefärbt ist und kleine Körner enthalten kann. Die Stuhlfrequenz kann von mehrmals täglich bis zu einem Stuhlgang in zwei Wochen variieren.

Trinkt Dein Kind Ersatznahrung aus dem Fläschchen oder isst bereits Brei, hat es eher einen festen, geformten Stuhl. Der typische Zeitpunkt für eine erste Verstopfung ist der Übergang von Muttermilch zu Brei. Der empfindliche Darm muss sich erst an eine neue Form der Ernährung gewöhnen.

Besonders Karotten sind hier gefürchtet. Mische sie einfach mit Zucchini oder Pastinake. Ungefähr zwei Jahre später übt Dein Kind, auf die Toilette zu gehen und hält dabei den Stuhl vielleicht zu lange ein. Es kann wieder eine Episode mit Verstopfung auftreten. Selten steckt eine chronische Darmerkrankung hinter dem Symptom.

An welchen Beschwerden Du eine Verstopfung erkennst

  • Der Stuhl ist trocken und sehr hart.
  • Dein Kind drückt wie ein Weltmeister beim Stuhlgang.
  • Es hat Bauchschmerzen
  • Du findest Einrisse der Haut um den After herum.
  • Auf dem Stuhl befinden sich Spuren von hellrotem Blut.

Verstopfung - Zeit für den Kinderarzt

Bitte geh bei den genannten Symptomen mit Deinem Kind zum Kinderarzt. Er wird abklären, ob es sich um eine harmlose akute Episode der Verstopfung handelt oder ob es Anzeichen für ein längerfristiges Problem gibt.

Meist ist nur die Ernährung, zu wenig zu trinken, zu wenig Bewegung oder eine aufregende Veränderung in Eurem Leben der Übeltäter. Mit alten Hausmitteln oder modernen, gut verträglichen Medikamenten kannst Du eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen. So habt Ihr die Verdauung Deiner Tochter oder Deines Sohnes schnell wieder im Griff.

Die guten alten Hausmittel bei Verstopfung

Schon ein lauwarmes Glas Wasser oder Apfelsaft auf leeren Magen am Morgen kann eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen. Nutze danach die Zeit beim Wickeln für eine Bauchmassage.

Träufel Dir warmes Kümmelöl auf die Fingerspitzen und streiche den kleinen Bauch von rechts unten (rechts beim Kind) um den Nabel herum nach links unten aus. So verfolgst Du den natürlichen Weg, den der Dickdarm nimmt und animierst ihn zur Arbeit.

Wenn der Stuhl am Ende feststeckt

Hat Dein Kind ein Problem, den Stuhl nach draußen zu bringen, obwohl Du ihn am Darmausgang schon sehen kannst, hilft vielleicht die Massage des Anus. Benetze Deine sauberen Fingerspitzen mit Babyöl und drücke vorsichtig auf den Schließmuskel rund um den Darmausgang. Wenn Du Glück hast, stimulierst Du den Reflex zur Darmentleerung.

Medikamente aus der Schulmedizin können Verstopfung bei Kleinkindern lösen

Euer Kinderarzt kennt sich mit Verstopfung aus, denn die kommt bei Kindern häufig vor. Bei Bedarf kann er Dein Kind mit einem Einlauf von seiner Verstopfung befreien. Meist ziehen es Ärzte heute aber vor, das Verdauungsproblem von oben zu lösen. Wer eine Verstopfung bei Kleinkindern lösen möchte, fährt mit Macrogol oder Polyethylenglykol (PEG) sehr gut.

Das Abführmittel wirkt rein physikalisch, indem es Wasser in den Darm des kleinen Patienten zieht und den harten Stuhl aufweicht. Es wird nicht in das Blut aufgenommen und hat keine unerwünschten Nebenwirkungen. Dein Kind kann das Pulver einnehmen, bis sich seine Verdauung wieder normalisiert hat.

Zäpfchen für schnelle Hilfe

Geht es nur darum, einmalig eine Verstopfung bei Kleinkindern zu lösen, verschreibt der Kinderarzt Glycerin-Zäpfchen oder ein Miniklistier. Beide führst Du in den Po Deines Kindes ein. Sie entfalten ihre Wirksamkeit direkt vor Ort und oft folgt eine prompte Entleerung von Stuhl. Auf die Dauer ist eine Manipulation am Darmausgang aber nicht sinnvoll. Sie greift zu stark in den Körper ein und kann Dein Kind irritieren, bis hin zur Angst vor dem Stuhlgang.

Süßer Trick

Auch Trockenpflaumen können Verstopfung bei Kleinkindern lösen. Probiere es aus und biete Deinem Kind das süße Obst anstelle von Gummibärchen an. Oft klappt der Trick. Süßigkeiten, besonders Schokolade, können erheblich zu einer Verstopfung beitragen. Achte auch jeden Tag auf eine gute Trinkmenge. Kleinkinder brauchen ungefähr 120 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.

Quellen:

  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
  • Schönau et.al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005