Baby Schnupfen und Gelber Schleim » Das sagt der Kinderarzt:

Was Du tun kannst, wenn Schnupfen und gelber Schleim dem Baby und Dir den Schlaf rauben

Du hebst Dein Baby von der Krabbeldecke auf und ein kleines schnupfenverschmiertes Gesicht lacht Dich an. Oh je, schon wieder eine Erkältung. Ein Schnupfen und gelber Schleim ist für Baby und Papa kein Spaß. Musst Du Dich schon auf Fieber gefasst machen? Was, wenn Dein Kind auf einmal wegen seiner verstopften Nase nicht mehr trinken mag?

Autorin: Jessica Kilonzo, Fachärztin für Kinderheilkunde

Diese und andere Fragen beschäftigen Babyeltern bis zu zehnmal im erste Lebensjahr. Und das ist ganz normal. Erkältungsviren gibt es besonders im Herbst und Winter überall und so bekommt auch ein Baby einen Schnupfen. In diesem Ratgeber findest Du Tipps, wie Du Deinen Nachwuchs am besten unterstützen kannst.

Baby Schnupfen
Nase absaugen bei Baby Schnupfen und Gelbem Schleim in der Nase: Copyright: Yastremska bigstockphoto, Netpapa.de

Kein Platz für Schnupfen in einer kleinen Babynase

Rein anatomisch leuchtet es ein, dass ein Baby bei Schnupfen schnell Probleme mit der Atmung bekommt. Die Nasengänge sind noch eng und verstopfen sehr schnell, wenn zum Beispiel bei einer Virusinfektion vermehrt Sekret gebildet wird. Trockene Heizungsluft im Winter oder Staub kann den gleichen Effekt haben. Die verlegte Nasenatmung macht Deinem Baby besonders stark zu schaffen, weil Säuglinge hauptsächlich über die Nase atmen.

Dein Kind kann nicht einfach auf Mundatmung umschalten, wenn die Nase verstopft ist. Es wird anfangen zu röcheln, sich beim Trinken verschlucken, Probleme beim Schlafen haben und generell einen unglücklichen Eindruck machen.

 

Wo der Schnupfen Deines Babys herkommt

Erkältungsviren lieben die niedrigen Temperaturen im Winter und breiten sich dann in der Bevölkerung aus. Besonders kommt Ihnen die trockene Luft in geheizten Räumen entgegen. Die Schleimhäute Deines Babys sind noch sehr empfindlich und trocknen schnell aus. Leider kann das Immunsystem seine Arbeit aber nur optimal verrichten, wenn die Nasenschleimhaut feucht ist. Du kannst Dir die innere Oberfläche der Atemwege wie eine Wiese vorstellen.

Ähnlich wie Grashalme sitzen unzählige feine Flimmerhärchen auf der Schleimhaut und bewegen sich ständig in Richtung Außenwelt. Der Haarteppich kann Staub und Verunreinigungen aus der Atemluft herausfiltern und auch Krankheitserreger zurück an die frische Luft befördern. Zusätzlich befeuchtet die Schleimhaut die Atemluft und wärmt sie an, was besonders in der kalten Jahreszeit wichtig ist. Trocknet die Schleimhaut aus, kann sie ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllen. Die Gefahr, dass sich Erkältungsviren in der kleinen Nase Deines Kindes einnisten, steigt enorm. Haben sich die Eindringlinge erstmal eingenistet, vermehren sie sich rasend schnell. Ein Schnupfen und gelber Schleim beim Baby ist die Quittung.

 

Es ist nicht allein die Heizung schuld

Trockene Heizungsluft ist sicherlich das größte Problem für kleine Babynasen im Winter. Es gibt aber weitere Risikofaktoren für eine Erkältung Deines Babys, die Du beeinflussen kannst. Zigarettenrauch ist in jeglicher Hinsicht schlecht für Kinder und beeinträchtigt außerdem die Atemwege. Achte darauf, dass Dein Baby sich immer in einer rauchfreien Umgebung befindet. Auch im Winter kannst Du rauchenden Besuch bitten, für fünf Minuten auf den Balkon oder vor die Tür zu gehen.

Flüssigkeitsmangel ist ein weiterer wichtiger Faktor. Biete Deinem Säugling ausreichend Muttermilch, Ersatznahrung, Wasser oder ungesüßten Tee an. Informiere Dich über Kaltluftbefeuchter oder hänge einfach nasse Handtücher über Eure Heizkörper. Regelmäßiges Lüften ist ein Muss im Winter. Falls Dein Baby noch sehr klein ist, nimm es einfach mit in ein anderes Zimmer, während Du lüftest.

 

Vorsicht Viren im Anmarsch

Säuglinge und Kleinkinder leiden meist an einer sogenannten akuten Rhinosinusitis, wenn sie einen Schnupfen haben. Nasenhaupthöhle und die wenigen in diesem Alter bereits vorhandenen Nasennebenhöhlen sind entzündet.

Die Ursache ist entweder ein Virus, Bakterien oder es liegt eine Mischinfektion vor. Bis zu 10 Mal pro Jahr leiden Babys und Kleinkinder durchschnittlich an so einem banalen Schnupfen. Das unreife Immunsystem trainiert noch und trifft regelmäßig auf neue Erreger, gegen die es im erst kurzen Leben des Kindes keine Abwehrstoffe gebildet hat. Die Inkubationszeit ist kurz. Der zeitliche Abstand vom Kontakt mit dem Virus per Tröpfcheninfektion bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt nur wenige Tage. In Deutschland sind im Winter mehrere hundert verschiedene Erkältungsviren unterwegs. Sobald jemand Dein Baby anniest oder anhustet oder mit schmutzigen Händen streichelt, kann der Kontakt mit einem Virus erfolgen. Ist die empfindliche Nasenschleimhaut Deiner Tochter oder Deines Sohnes bereits ausgetrocknet, lässt der Schnupfen nicht lange auf sich warten.

Ist die Nase erst verstopft und das Baby krank, haben auch Bakterien leichteres Spiel. Sie können sich unter unglücklichen Umständen neben den Viren auf der Nasenschleimhaut breitmachen. Schnupfen und gelber Schleim beim Baby ist die Folge.

Diese drei Stadien hat ein Schnupfen beim Baby

  1. Ein typischer Schnupfen beginnt mit dem trockenen Vorstadium: über wenige Stunden niest Dein Baby, hat ein wundes Gefühl an der Nase und fühlt sich allgemein krank.
  2. Es folgt das sogenannte katarrhalische Stadium: die Nase beginnt zu laufen, der Naseneingang rötet sich und die Augen tränen. Dein Baby macht wahrscheinlich einen jämmerlichen Eindruck auf Dich.
  3. Im schleimig-eitrigen Stadium dickt das zuvor noch klare Sekret ein. Der Schnupfen wird gelber Schleim, das Baby bekommt schlecht Luft. Zum Ausgleich klingen die Allgemeinsymptome ab. Dein Kind fühlt sich wohler und kämpft nur noch für ein paar Tage mit dem gelben Schleim.

Komplikationen eines Schnupfens beim Baby

Normalerweise bekämpft das Immunsystem Deines Babys einen banalen Schnupfen in ein bis zwei Wochen. Mit leichter Unterstützung übersteht Dein Kind diese Zeit problemlos. In einigen Fällen kann es aber zu einer weiteren Ausbreitung der Viren kommen.

Baby Schnupfen - Möglich sind folgende Komplikationen:

  •  ein Übergreifen des Infektes auf die unteren Atemwege oder das Mittelohr
  •  eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung
  •  eine chronische Rhinitis (bei Kindern mit einem angeborenen Immundefekt)

 

Was noch hinter einer Schnupfennase stecken kann

Ja, meistens ist ein Erkältungsvirus die Ursache, wenn ein Baby Schnupfen hat. Bei älteren Kindern kann aber auch ein Heuschnupfen oder eine ähnliche allergische Reaktion der Grund für die laufende oder verstopfte Nase sein. Ironischerweise kann auch ein übermäßiger Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen zu einem sogenannten Arzneimittelschnupfen führen.

 

Baby Schnupfen - Tipps für Eltern:

Wie der Kinderarzt Dein Baby mit Schnupfen behandelt

Je jünger Dein Baby ist, desto früher solltest Du es bei Schnupfen dem Kinderarzt vorstellen. Da die engen Nasengänge rasch zuschwellen und die Atmung behindern, trinkt Dein Baby mit Schnupfen vielleicht nicht mehr gut an der Brust oder aus der Flasche. Ist es schon ein paar Monate alt, verweigert es eventuell den Brei. Kommt Fieber zum Schnupfen hinzu, bemerkt der Kinderarzt rechtzeitig eine Ausbreitung des Infektes. In seiner Praxis hört der Mediziner die Lunge ab und sieht Deinem Kind in die Ohren.

Er inspiziert den Rachen und macht sich ein Bild vom Allgemeinzustand des kleinen Patienten. Da meistens eine Infektion durch ein Virus vorliegt, nützt ein Antibiotikum nichts. Das hilft nur gegen Bakterien. Der Kinderarzt hat trotzdem einige nützliche Medikamente und Tipps in petto, um Dir und Deinem Baby durch die anstrengenden Tage zu helfen.

 

Medikamente, die ein Baby mit Schnupfen unterstützen können

Generell ist es am besten, ein Baby möglichst natürlich zu behandeln. Beobachtest Du, wie Schnupfen und gelber Schleim das Baby quälen, greifst Du am besten erstmal zu Muttermilch und Kochsalzlösung 0,9 % aus der Apotheke. Wenige Tropfen per Pipette in die Nasenlöcher gegeben, können helfen, den Schleim zu verflüssigen. Nutze diese Therapie mehrmals täglich. Abwehrstoffe in der Muttermilch können zusätzlich helfen, die Erkältungsviren abzuwehren. Der Kinderarzt Deines Babys kann Dich außerdem zu homöopathischen Medikamenten beraten. Pflege die kleine wunde Nase mit Heilsalbe oder einer speziellen Schnupfensalbe mit pflanzlichen Wirkstoffen.

 

Die Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung

Anstatt die Kochsalzlösung Deinem Baby bei Schnupfen nur in die Nase zu tropfen, kannst Du sie im Anschluss vorsichtig mit der Pipette wieder aufnehmen. So saugst Du den Schleim ab und befreist die kleine Nase von ihrem Atemhindernis. In der Apotheke findest Du spezielle Gummisauger, die auch dazu da sind, Schnupfen aus der Babynase abzusaugen. Bitte wende diese Geräte nur sehr vorsichtig an und beobachte Dein Baby bei der Behandlung immer genau.

 

Abschwellende Nasentropfen für Babys mit Schnupfen

Reichen alle natürlichen Behandlungen nicht aus, um Deinem verschnupften Baby eine ausreichende Atmung durch die Nase zu gewähren, bleiben noch abschwellende Nasentropfen. Die Wirkstoffe Xylometazolin 0,025 % und Oxymetazolin 0,01 % sind extra niedrig für Säuglinge dosiert. Trotzdem darfst Du sie nicht öfter als dreimal täglich anwenden. Gib je nur einen Tropfen in jedes Nasenloch Deines Kindes. Das Medikament verengt die feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut, wodurch diese abschwillt.

Der Schnupfen kann abfließen und die Nase ist frei. Bitte beende die Behandlung spätestens nach sieben Tagen. Die ständige Verengung der Blutgefäße kann bei längerem Gebrauch Schäden an der empfindlichen Schleimhaut verursachen. Eine Überdosierung kann sogar fatale Folgen wie einen Atemstillstand nach sich ziehen. Abschwellende Nasentropfen können das Atemzentrum im Gehirn beeinflussen. Oft reicht es übrigens, die Tropfen vor dem Schlafengehen anzuwenden. Tagsüber hilft auch Kochsalzlösung.

 

Viel hilft viel, wenn es um Flüssigkeit geht

Flüssigkeit, egal ob getrunken oder inhaliert, kann helfen, wenn Schnupfen und gelber Schleim das Baby quälen. Auch ein erkältetes Baby darf warm eingepackt regelmäßig an die frische Luft. Vergiss nicht, die Zimmer zu Hause zu lüften und eventuell einen Kaltluftbefeuchter aufzustellen. Wenn Ihr Heizkörper habt, kannst Du feuchte Tücher darüber hängen, um die Luft weniger trocken zu gestalten.

 

Fragen an den Kinderarzt:

Wenn Schnupfen und gelber Schleim das Baby ärgert

 

Wann sollte ich auf jeden Fall mit meinem Baby bei Schnupfen zum Arzt gehen?

Bekommst Du die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen in den Griff, trinkt und isst Dein Baby sehr schlecht oder kommen Fieber, Husten und Ohrenschmerzen zum Schnupfen hinzu, ist es Zeit für einen Besuch beim Kinderarzt.

Gibt es eine Alternative zu abschwellenden Nasentropfen für mein Baby mit Schnupfen?

Zu Beginn der Erkrankung ist es sicher sinnvoll, physiologische Kochsalzlösung 0,9 % als Nasentropfen einzusetzen. Die Salzlösung pflegt die Schleimhaut der Nase und verdünnt den Schleim. Auch wenn Du später abschwellende Nasentropfen einsetzt, kannst Du dies im Wechsel mit der Kochsalzlösung tun.

Wie können Schnupfen und gelber Schleim meinem Baby erspart bleiben?

Vorbeugen ist immer besser als heilen. Auch wenn das bei einem Schnupfen nicht einfach ist, solltest Du es versuchen. Halte Dein Baby möglichst von verschnupften Leuten fern. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, wenn Dein Baby zwei große Geschwister im Kindergartenalter hat. Halte trotzdem alle Kontaktpersonen zum regelmäßigen Händewaschen an. Ist Dein Baby noch im Neugeborenenalter, ist es sinnvoll, dass sich in der Schnupfensaison alle die Hände desinfizieren, bevor sie das Baby anfassen. Stillen unterstützt das Immunsystem Deines Babys und macht es widerstandsfähiger gegenüber Keimen.

Welche Medikamente sollte ich meinem Baby lieber nicht geben?

Viele Erwachsene behandeln eine Erkältung gerne mit ätherischen Ölen wie Menthol und Kampfer. Bitte nutze diese Naturheilmittel nicht bei Deinem Säugling. Die Gefahr einer Schleimhautreizung der Atemwege ist zu groß. Zusätzlich kann eine gefährliche allergische Reaktion auftreten.

 

Quellen und Literatur:

  •  Christian Speer, Manfred Gahr; Pädiatrie; Springer Verlag; Heidelberg 2013
  •  E. Schönau und Mitarbeiter; Pädiatrie integrativ: Konventionelle und komplementäre Therapie; Urban & Fischer; München 2005