ab wann kann ein baby hören
Hörtest beim Kinderarzt + Copyright: dashkindobrui bigstockphoto

Richtig Hören – Wir fragen den Kinderarzt:

Dein Baby strahlt Dich an und macht fröhliche Laute, die nur ein Säugling zustande bringt. Du antwortest und fragst Dich gleichzeitig, ab wann ein Baby hören kann. Solltest Du Dein Baby vor Lärm schützen oder bekommt es vielleicht in den ersten Wochen nach der Geburt noch gar nicht alles mit? Und wie war das noch mit dem Hörtest, der in der Geburtsklinik auf dem Programm stand?

Ab wann kann ein Baby hören?

Das Gehör beginnt bereits in der 24. Schwangerschaftswoche zu arbeiten. Der Fötus hört alle Geräusch im Bauch der Mutter und nimmt gedämpft auch Stimmen und Lärm von außen war. Ein Neugeborenes kann ausgezeichnet hören. Es kann nur noch nicht viel mit den Geräuschen anfangen, die es umgeben.

Hören und Verstehen sind zwei unterschiedliche Dinge

Im ersten Lebensmonat gewöhnt sich das Gehör Deines Kindes langsam an die Geräusche außerhalb des schützenden Bauches. Neugeborene hören gut und erschrecken sich bei Lärm. Sie erkennen aber auch die Stimmen wieder, die sie schon vor der Geburt gehört haben.

Singst Du Deinem Baby ein sanftes Lied vor, beruhigt es sich wahrscheinlich schnell. Sprich von Anfang an viel mit Deinem Nachwuchs, auch wenn er den Sinn der Worte noch nicht versteht. Dein Kind erkennt am Klang Deiner Stimme Deine Absicht und Deine Gemütslage. Kommentiere einfach, was Du gerade machst oder lies beim Frühstück aus der Zeitung vor.

5 Fakten zum Thema Hörvermögen bei Kindern

  1. Das menschliche Gehör nimmt ab der 24. Schwangerschaftswoche Geräusche war.
  2. Ein Neugeborenes erkennt Stimmen wieder, die es schon im Bauch der Mutter gehört hat.
  3. Nach circa vier Lebenswochen ist das Gehör Deines Säuglings ausgereift und der Gehörgang von Käseschmiere und Fruchtwasser befreit.
  4. In den ersten Tagen nach der Geburt führen Hebamme oder Kinderarzt bei Deinem Baby ein Hörscreening durch, um eine angeborene Taubheit frühzeitig zu erkennen.
  5. Hörstörungen können später eine Verzögerung der Sprachentwicklung zur Konsequenz haben.

Wie sich das Gehör in den ersten Lebensmonaten entwickelt

Dein Baby ist auf der Welt angekommen und in einem Alter von circa drei Monaten entwickelt sich der Teil des Gehirns, der das Sprachzentrum beinhaltet, deutlich weiter. Kinder in diesem Alter zeigen deutlicher als zuvor ihre Fähigkeit, auf Sprache und Geräusche zu reagieren.

Dein Säugling erzählt mehr und mehr in seiner ganz eigenen Babysprache und scheint Dir sogar schon zu antworten. Genieße diese einzigartigen „Gespräche“. Bald wirst Du kaum noch zu Wort kommen und das „Warum“ wird Deinen Alltag dominieren. Wendet sich Dein Baby während Eurer Unterhaltung von Dir ab oder beginnt zu weinen, ist seine Aufnahmefähigkeit erschöpft und es braucht eine Pause.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Sprechen

Mit einem halben Jahr reagiert Dein Kind auf Geräusche und ist sehr ablenkbar, wenn es ums Stillen oder Essen geht. Jedes Geräusch wird mit einer Kopfwendung quittiert und wenn Du sprichst, versucht Deine Tochter oder Dein Sohn, Dich zu imitieren.

Seine eigenen Laute werden immer vielfältiger und bis zum ersten Geburtstag sprechen viele Kinder schon einige Worte verständlich aus. Eine Gutenachtgeschichte als abendliches Ritual kann die Sprachentwicklung von Kindern schon im ersten Lebensjahr unterstützen.

Was ist das Hörscreening für Neugeborene?

Sehr wenige Kinder kommen in Deutschland taub oder mit einer Hörminderung auf die Welt. Da hier eine frühe Behandlung aber sehr wichtig ist, erhält jedes Neugeborene einen Hörtest, das sogenannte Neugeborenenhörscreening. In den ersten Lebenstagen kümmern sich Hebamme oder Kinderarzt um diese Untersuchung.

Sie tut Deinem Baby nicht weh. Der Untersucher steckt einen kleinen Gummistöpsel in das Ohr des Neugeborenen, der sehr leise Geräusche aussendet. Reagiert das Innenohr adäquat auf diesen akustischen Reiz, schickt es Informationen (otoakustische Emissionen) zurück an die Messsonde, die diese aufzeichnet.

Dein Baby kann hören. Funktioniert dieser Test nicht richtig, kann die Untersuchung auf den Hirnstamm ausgeweitet werden, um zum Beispiel Hindernisse wie Käseschmiere im Ohr zu umgehen. Zu diesem Zweck klebt der Kinderarzt kleine Elektroden auf den Kopf Deines Babys. Auch das tut nicht weh.

Folgende Risikofaktoren sprechen für die ausführliche Untersuchung:

  • Frühgeburtlichkeit
  • Behandlung auf der Intensivstation
  • Medikamente, die das Innenohr schädigen können
  • Infektionen
  • starke Neugeborenengelbsucht

Babys schlafen tief

Ab wann ein Baby hören kann, weißt Du jetzt. Wundere Dich trotzdem nicht, wenn Dein Säugling friedlich weiterschläft, obwohl gerade die Oma geklingelt hat und im Kinderzimmer vom großen Bruder ins Discolautstärke Leo Lausemaus läuft. Babys haben die Fähigkeit, ihre Ohren im Schlaf abzuschalten. Reagiert Dein Kind aber auch im Wachzustand nicht auf Geräusche, hole Dir Rat beim Kinderarzt.

Quellen:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
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