Tipps für Babys im Auto: auf Weinen und Schreien richtig reagieren

Dein Baby schreit beim Autofahren und nun fragst Du Dich, wie Du damit am besten umgehst? Was stört Deinen Nachwuchs und wie kannst Du die Fahrt für Sohn oder Tochter angenehmer machen? Mehrere Aspekte kommen in Frage und alle schauen wir uns in diesem Beitrag mit Dir an.

Baby schreit beim Autofahren
Baby schreit beim Autofahren , Copyright: Ondrooo bigstockphoto, Netpapa.de

Kaum losgefahren schon schreit das Baby im Auto – Die vier häufigsten Ursachen

Eine Babyschale oder ein Kindersitz fürs Auto zu finden, ist eine Wissenschaft für sich.

Ein Baby schreit beim Autofahren entsprechend auch dann, wenn es mit einem Aspekt seiner Liege- bzw. Sitzmöglichkeit im Auto nicht einverstanden ist.

Folgende Punkte können dabei das Problem sein:

1. Dein Kind hat zu viel Bewegungsfreiheit und wird beim Anfahren und Abbremsen zu viel bewegt, oder stößt in den Kurven schneller an die Seitenteile.

 

2. Für das Kind ist Schale oder Sitz bereits zu eng geworden und es fühlt sich daher eingezwängt. Dieses Beklemmungsgefühl kann sich mit der Länge der Fahrzeit steigern.

 

3. Ein Baby schreit beim Autofahren häufig auch, da der Sichtkontakt zu Mama und Papa fehlen. Es fühlt sich alleingelassen und ruft durch das Schreien nach Dir. Manche vermissen auch den unmittelbaren Körperkontakt und fürchten sich aus diesem Grund.

 

4. Grund für schlechte Stimmung kann zudem die Temperatur im Wageninneren sein. Vor allem Babys haben noch einen sehr kleinen Wohlfühlbereich und reagieren sehr empfindlich auf falsche Temperaturwerte.

Die Auto Fahrt für Babys angenehmer gestalten

Um ein zu beengtes Liegen zu vermeiden, schau Dir an, wie die Gurte sitzen. Sie sollten im geschlossenen Zustand genau über die Schultern verlaufen. Ist das nicht mehr möglich, muss eine andere Größe her. Alternativ kannst Du etwas mehr Raum schaffen, indem das eingelegte Kissen durch ein kleineres ersetzt oder komplett weggelassen wird.

Um die beste Innenraumtemperatur für Dein Baby zu finden, wirst Du etwas experimentieren müssen. Entscheidend ist auch atmungsaktive Kleidung und eine entsprechende Decke. Ist das Kind von synthetischen Fasern umgehen, wird es schneller schwitzen.

Meist spielen jedoch ganz klar die Fliehkräfte die größte Rolle für das (nicht vorhandene) Wohlbefinden. Gibt es eine Möglichkeit, diese für Dein Kind abzumildern und die Fahrt damit angenehmer zu machen? Definitiv!

A) Lege ein Handtuch unter den vorderen Teil der Babyschale, damit sich der Neigungswinkel abflacht. Das hat einen einfachen aber wirksamen Effekt: Da Kinder in ihren Babyschalen immer rückwärts liegen, stellt sich beim Bremsen für sie das Gefühl des Fallens ein. Viele Babys schreien beim Autofahren daher vor allem bei Bremsvorgängen. Durch eine flachere Liegeposition wird der Effekt deutlich abgemildert.

B) Hast Du noch keine Babyschale gekauft, kannst Du von Anfang an nach einem Modell suchen, das weniger steil gestaltet ist. Ideal sind Systeme mit variablem Neigungswinkel.

Mentale Sicherheit geben

Eine Autofahrt ist für viele Kinder eine emotionale Ausnahmesituation. Können sie die Eltern sonst beständig sehen oder durch Tragetücher spüren, verursacht das Liegen in der Babyschale plötzlich ein Gefühl der Isolation. Es fehlen Körperwärme und Blickkontakt sowie der vertraute Geruch. Komplett beseitigen kannst Du diesen Auslöser für Weinen und Schreien im Auto nicht, denn für eine sichere Fahrt ist eine entsprechende Unterbringung des Babys einfach wichtig.

Nach Möglichkeit solltet ihr jedoch immer zu dritt ins Auto steigen, damit einer als Fahrer fungieren und der anderer für das Kind da sein kann. Sitzen Mama oder Papa direkt neben der Schale und halten am besten eine Hand in Griffweite, sinkt der Stresslevel für das Kind.

Bist Du allein unterwegs und weißt aus Erfahrung, dass Dein Baby schreit beim Autofahren, lohnt sich der Versuch, die Kinderschale mit auf den Beifahrersitz zu holen. Zwar solltest Du bei der Fahrt auf keinen Fall von der Straße abgelenkt sein, doch Du bist dem Kind näher und es kann Dich zumindest aus einigen Positionen sehen.

Kleiner aber feiner Trick: weißes Rauschen

Hast Du schon mal von befreundeten Eltern gehört oder bei Deinem Baby selbst beobachtet, dass es wie von Zauberhand einschläft, wenn Staubsauger, Föhn und Dunstabzugshaube laufen? Der dauerhafte und monotone Klang erzeugt den Effekt eines weißen Rauchens: alle anderen Reize werden verdrängt und die beruhigende Monotonie macht schläfrig.

Diesen Trick kannst Du wunderbar bei Autofahrten ausprobieren, indem Du eine passende Audio-Datei auf dem Smartphone abspielst. Sie muss lauter als die sonstigen Geräusche im Auto sein. Nach Möglichkeit verzichtest du daher auch auf sonstige Gespräche und vor allem auf Radio und CD/MP3-Player.

Kinetose als Ursache: die Reisekrankheit bei Babys

Vielleicht kennst Du es von Dir, Familienmitgliedern oder Bekannten, dass bei der Fahrt mit Auto und Bus, oder an Bord eines Schiffes plötzlich Unwohlsein und Übelkeit auftreten. Die meisten Betroffenen werden blass, fühlen Schwindel und müssen sich nach einiger Zeit übergeben. Diese Reisekrankheit wird vom Arzt Kinetose genannt und hängt mit dem Gleichgewichtssinn zusammen. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr und die Augen verarbeiten zeitgleich unterschiedliche Reize – Du bewegst Dich und stehst gleichzeitig still – und können diese nicht vereinbaren.

Diese Reisekrankheit kann bereits bei Babys und Kleinkindern auftreten. Da Dein Kind sich in diesem frühen Alter noch nicht verbal äußern kann, reagiert es mit Weinen und Schreien. Ein Indiz für diesen Verursacher ist ein Blick auf die Uhr: Das Baby schreit beim Autofahren nicht sofort, sondern nach circa zehn bis 20 Minuten. Ungefähr so lange dauert es, bis die Reisekrankheit für den Menschen spürbar wird.

Bestätigt sich beim Kinderarzt der Verdacht, kannst Du wenig tun. Manchmal hilft es, den Kindersitz in Fahrtrichtung zu drehen, da es für viele Kinetose-Patienten Linderung bedeutet, wenn der Körper nicht rück- oder seitwärts fahren muss. Am besten ist es aber tatsächlich, in diesen Fällen so gut es geht auf Autofahrten mit Kind zu verzichten. In Ausnahmefällen können Medikamente gegen die Symptome vergeben werden. Am besten sollten diese aber erst bei älteren Kindern benutzt werden.

 

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