wachsen die Haare
Baby Haare und das Wachstum Copyright: nestea06 bigstockphoto

Niedliche Glatze oder Lockenpracht: Vererbung und Wachstum der Haare beim Baby

Liebevoll hältst Du Dein neugeborenes Baby im Arm und bestaunst diesen winzigen neuen Menschen. Auf dem kleinen Kopf kringeln sich dichte Löckchen. Die Hebamme wollte Euch gleich zum Friseur schicken.

Im Nebenbett schläft friedlich Eure kleine Zimmernachbarin. Sie trägt ein Mützchen, um nicht auszukühlen, denn auf ihrem Kopf wachsen nur wenige kurze Haare. Faszinierend, wie unterschiedlich Neugeborene sein können. Aber wann wachsen die Haare beim Baby eigentlich? Und verändern sie ihre Struktur irgendwann?

Wann wachsen die Haare beim Baby?

Die Haare beginnen schon während der Schwangerschaft zu wachsen. Ungefähr in der 20. Woche ist es soweit. Ganz langsam entwickelt sich der erste Flaum auf dem zarten Köpfchen Deines ungeborenen Kindes. Je nach Struktur und Farbe der elterlichen Haare wächst auch die Haarpracht des Babys. Diese Merkmale sind in unseren Genen festgelegt. Manchmal setzt sich aber auch die Generation der Großeltern durch.

Der Haarzyklus im Säuglingsalter

Haare wachsen in Phasen. Nach der Geburt fällt bei Deinem Kind ganz plötzlich der Östrogenspiegel ab, weil es nicht mehr über die Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist. Eine natürliche Folgeerscheinung ist ein massiver Haarausfall. Aber keine Angst, die Haare wachsen bald wieder nach. Manche Kinder behalten ihre Löckchen auch und machen einfach mit dem natürlichen Haarzyklus weiter.

  • Die Wachstumsphase (Anagenphase) beträgt circa drei Jahre.
  • Über drei bis vier Monate bleibt das Haar dann in der Ruhephase (Telogenphase).
  • Die Absterbephase (Katagenphase) erstreckt sich über drei Wochen.

Woher die kahle Stelle am Babyhinterkopf kommt

Babys liegen naturgemäß viel auf ihrem Hinterkopf und die Reibung an der Unterlage belastet die Haarwurzeln. So gehen immer wieder Haare aus. Da die Haare am Hinterkopf den anderen Haaren wohl im natürlichen Zyklus etwas voraus sind, befinden sie sich auch früher in der Absterbephase.

Es entsteht eine Teilglatze am Hinterkopf, die vielen Eltern Sorgen bereitet. Das ist aber nicht notwendig, da die Haare mit der Zeit ganz von alleine nachwachsen. Die kahle Stelle ist dann rasch vergessen.

Babys und ihre Haarfarbe

Warum und wann wachsen die Haare beim Baby in einer anderen Farbe nach? Dieses Phänomen tritt nicht bei jedem Kind auf. Meist dunkeln die Haare später nur etwas nach, weil das Kind mit zunehmendem Alter mehr Pigmente produziert und in die Haare einlagert. Die Haarfarbe ändert sich nicht von Grund auf.

Der Mythos rund um das Haareschneiden beim Baby

Viele Eltern glauben, dass sie mit dem Rasieren oder dem Schneiden der Babyhaare das Wachstum positiv beeinflussen können. Das scheint aber nur so, weil die dünnen Spitzen abgeschnitten werden und die Haare daher dicker wirken. Die Struktur wird alleine von den Genen bestimmt und ist nicht durch einen neuen Haarschnitt beeinflussbar.

Wo sind die schönen Löckchen hin?

Du bist ganz hingerissen von der Lockenpracht Deines Nachwuchses. Eigentlich kannst Du Dir die Löckchen gar nicht erklären, weil weder Du noch Deine Partnerin diese Haarstruktur haben. Aber schön findest Du es trotzdem. Nach ein paar Monaten fällt Dir plötzlich auf, dass die Haare Deiner Tochter oder Deines Sohnes ganz glatt geworden sind. Was ist da los? Wissenschaftler gehen davon aus, dass die ersten Haare eines Babys so fein sind, dass sie sich schneller drehen und locken. Mit der Zeit geht auf dem kleinen Kopf ein Haarwechsel vor und die zweiten Haare sind kräftiger. Liegen wilde Locken nicht in den Genen Deines Kindes, bleiben die Strähnen einfach glatt.

Kinderhaare im Wachstum

Bei den meisten Kindern passt sich der Haarzyklus in den ersten zwei Lebensjahren langsamer der Situation eines Erwachsenen an. Die Haare befinden sich in verschiedenen Phasen und fallen nicht mehr alle gleichzeitig aus. Bis zum zweiten Geburtstag kannst Du langsam erkennen, welche Haarstruktur Dein Kind von Dir und seiner Mama geerbt hat.

Quellenangaben:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Schönau et al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005

 

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