Was erwartet den Mann bei der Geburt: Muss Mann wirklich dabei sein?

Praktische Tipps für eigene Entscheidungen rund um die Geburt: Väter bei der Geburt – Was erwartet Euch und Wie trifft man die Entscheidung dabei zu sein? Früher waren alle Themen rund um die Geburt reine Frauensache. In manchen Kulturen ist es auch heute noch so. Aber hierzulande werden Männer bereits ab der Zeugung quasi automatisch mit auf Trapp gehalten.

Wird der Geburtsvorgang als wundervolles Naturphänomen betrachtet, bekommt er automatisch einen herrlichen Glanz von Hoffnung und Magie. Aber in unseren westlichen Köpfen schweben meistens geradezu als Komplettpaket die Angst vor Blut, Gefahr und mögliches Versagen gleich mit. Gut informiert kann der eine oder andere Zweifel bereits vorher aus dem Weg geräumt werden.

Bei der Geburt Deines Kindes wirst Du zum Vater!

Krankenhaus das Baby kommt
Geburt im Kreißsaal © Tyler Olson – Fotolia.com

Intimität mal ganz anders

Gerade weil dieser Vorgang zu einem der wichtigsten im Leben von Mann und Frau gehört, ist es empfehlenswert ein wenig genauer hinzuschauen. Unabhängig vom Einsatz von Schmerzmitteln oder anderen Methoden wird sich die Frau unter der Geburt garantiert anders verhalten, als es Ratgeber erzählen oder Paare sich wünschen. Aus diesem Grund sind werdende Papas gut beraten, während der Geburt ihren achten, neunten und zehnten Sinn zu schärfen. Auf jeden Fall ist es hilfreich, wenn der Mann dafür Sorge trägt, dass seiner Frau ein angemessener Schutzraum zugesprochen wird. Dieser sollte nicht nur ihre Intimsphäre bewahren, sondern vielmehr drei goldene Handlungen beinhalten:

* Der Mann übernimmt alle Formularitäten vor der Geburt. Ausfüllen der Daten der Krankenkasse und ähnliches gehören dazu.
* Allgemeine und vor allem unbegründete Ungeduld wird von der Frau weit weg gehalten.
* Alle technischen Geräte, wie Smartphones, Tablets oder Laptops werden abgeschalten.

 

Väter bei der Geburt – Welcher Typ bin ich?

Fachkräfte der Geburtshilfe unterscheiden meist unter verschiedenen Typen von werdenden Väter bei der Geburt. Anhand ihre Verhaltens können sie „klassifiziert“ werden. „Das Problem ist nur, dass während der Geburt eine Diskussion über richtiges oder falsches Verhalten fehl am Platz ist.“ Schließlich stehen hier die Bedürfnisse der gebärenden Partnerin absolut im Vordergrund. Am meisten Unterstützung erhalten Frauen, wenn sie Männer erleben, welche zu ihnen stehen, wenig sprechen und vor allem durch Anwesenheit unterstützen. Werdende Papas, die versuchen jede Wehe 100% genau mitzuatmen oder gar noch das Fachpersonal ständig zu hinterfragen sind ebenso im falschen Film. Diese gilt ebenso für all diejenigen, welche sich einfach komplett abwesend im gleichen Raum befinden. Der Mittelweg scheint am besten.

 

Geburtsbegleitung: Ja, aber was kann ich tun?

* Einfach dasein.
* Auf die Signale der Frau achten: Möchte sie angefasst werden? Nur am Kopf berühren?
* nur im Kopfbereich des Gebärenden aufhalten (Oft überaus wichtig!)

Außerdem ist es immens wichtig, dass der werdende Papa während der Geburt ebenso auf eigene Bedürfnisse achtet. Eine natürliche Geburt kann unter Umständen sehr lange dauern. Der Vorteil ist, dass die Frau auch mal für einen Augenblick allein gelassen werden kann. Vor allem während der manchmal langwierigen Eröffnungsphase sollte neben Anspannung und Abwarten ebenso für Stärkung durch einen kleinen Snack oder Getränke gesorgt werden.

 

Als  werdender Vater bei der Geburt dabei – Und wenn etwas anders läuft, als geplant?

Dann ist die Frau bei fachkundigem Geburtspersonal in sicheren Händen. In Deutschland ist die klinische Geburshilfe in Bezug auf Notfallmedizin sehr gut aufgestellt. Das wahre Leben macht uns manchmal einen Strich durch den „genialen“ Plan. Aber mit Fachpersonal an der Seite, können Sturmfluten überwunden werden. Wichtig dabei ist, dass der Partner nach einem Kaiserschnitt im Aufwachraum der Partnerin positiv zur Seite steht. Oft dürfen Papas dann bereits mit dem Baby kuscheln. Dieser Anblick unterstützt die Frau dabei, die Erfahrung eines Notfallkaiserschnittes bereits ab dem ersten Moment nach der Narkose zu verarbeiten.

 

Ich bin dabei, aber definitiv nicht im Kreißsaal!

* Mit Sicherheit dasein! „Schatz, ich bleibe auf jeden Fall in der Klinik!“
* Ängste oder Bedenken klar definieren und der Partnerin kommunizieren
* Option mitbedenken: Warum nicht eine andere vertraute Person mit der Frau in den Kreißsaal schicken? (beste Freundin, Nachbarin, …): „Ich denke es ist besser (sicherer), wenn dich jemand mit Erfahrungen bei diesem Ereignis begleitet.“

Es ist empfehlenswert für eine offene Kommunikation mit der Partnerin zu sorgen. Sollte sich der werdende Papa noch nicht über eine entgültige Entscheidung im Klaren sein, kann mit gutem Gewissen um Bedenkzeit gebeten werden. Schließlich kann ein Vater, welcher zur Geburtsbegleitung „verdonnert“ wurde, auch eher negativen Einfluss auf die Geburt haben.

Erfahrungen von Kumpels oder Kollegen können eventuell hilfreich sein. Nicht zu unterschätzen sei zudem eine echte „Männerrunde“, die vielleicht aus dem Geburtsvorbereitungskurs der Hebamme entstanden ist. Vielleicht kann die Hebamme ebenso einen wichtigen Beitrag zur Übermittlung der eigenen Männerentscheidung in Anwesenheit beider Partner sein?

 

Lesetipps für werdende Papas:

weiter Themen für werdende Väter auf Netpapa.de

Mann wird Vater: Informationen für werdende Väter zur Geburt (2013), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
www.bzga.de/botmed_13643000.html

Newsletter für Väter („Rund um die Geburt“) unter:
www.familienplanung.de/no_cache/schwangerschaft/newsletter-fuer-vaeter/

 

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