Elternzeit für Väter: alle wichtigen Fakten für Dich

Der große Ratgeber zu Elternzeit für Väter

Deine Frau ist schwanger und du wirst bald Papa. Oftmals gehen beide einem Beruf nach. Aus diesem Grund überlegt ihr gemeinsam, wer sich um das Baby kümmert. Das Wohl des Kindes verlangt möglichst viel Betreuung durch die Eltern – dazu kannst auch Du als Vater die Elternzeit für Väter in Anspruch nehmen. Wir beraten Dich in diesem Ratgeber zu allen relevanten Fakten zu deiner Elternzeit.

Elternzeit für Väter

Die Elternzeit für Väter -Copyright: IL21 bigstockphoto, Netpapa.de

Was ist die Elternzeit für Väter

 

Väter nehmen gern die gesetzlich abgesicherte 2 Monate Elternzeit für Väter in Anspruch. Möchtest du deiner Frau direkt nach der Geburt zur Seite stehen und vom ersten Tag an bei deinem Kind sein, beantrage die Elternzeit für den Vater frühzeitig. Spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin deines Kindes muss der Arbeitgeber den Antrag vorliegen haben.

Väter und Mütter können heute nach der Geburt ihres Kindes eine Auszeit vom Job nehmen, damit sie der ersten Lebensphase des Babys die komplette Aufmerksamkeit schenken können. Was früher als „Erziehungszeit“ betrachtet wurde, ist seit 2007 unter der Bezeichnung „Elternzeit“ definiert und hat klare Regelungen vor dem Gesetz:

1. Elternzeit gibt es, wenn das Kind im selben Haushalt lebt.

2. Das Elternteil oder die Elternteile übernehmen die Betreuung selbst.

3. Berufliche Nebentätigkeiten dürfen nicht mehr als eine 30-Stunden-Woche ausmachen.

Diese Regelungen zeigen: Eine Elternzeit für Väter ist grundlegend möglich, wenn Paare zusammenleben und beruflich angemessen für den Erziehungsaufwand pausiert wird.

 

Ist das Kind ein Karrierekiller – Elternzeit für Väter?

 

Elternzeit – Alle Fakten im Überblick

Bereits während der Schwangerschaft solltest Du Dich mit Deiner Partnerin in Ruhe zusammensetzen, um über das Thema Elternzeit zu sprechen. Wo früher die Mütter wie selbstverständlich die gesamte Zeit mit dem Baby verbrachten und der Vater zeitnah wieder auf Arbeit ging, wird heute mehr und mehr die Elternzeit auch für Väter interessant. Wir sagen Dir alles, was Du darüber wissen musst. Um Dir einen besseren Gesamtblick auf das Thema zu geben, sind folgende 7 Fakten hilfreich:

1. Elternzeit für Väter und Mütter gibt es, wenn vor der Geburt ein Arbeitsverhältnis in Teil- oder Vollzeit bestand. Die Höhe der Verdienste entscheidet nur bedingt darüber, ob die Elternzeit genutzt werden darf: Geringverdiener und befristete Arbeitskräfte haben trotz wenig Einkommen einen Anspruch. Anders sieht es bei Paaren aus, die im Jahr vor der Geburt über 500.000 Euro (brutto) erwirtschaftet haben. Sie gelten als nicht bedürftig.

2. Die Beantragung steht auch Auszubildenden sowie Selbstständigen frei. Letztere verpflichten sich selbst, während der Elternzeit eine 30-Stunden-Woche nicht zu überschreiten.

3. Hast Du Mehrlinge bekommen, kann die Elternzeit für Väter und Mütter für jedes Kind einzeln beantragt werden.

4. Eine Elternzeit für Väter und Mütter kommt auch bei Adoptionen zum Tragen, solange das Kind das achte Lebensjahr nicht vollendet hat.

5. Maximal drei Jahre sind als Elternzeit möglich.

6. Für alle Kinder, die nach dem 01. Juli 2015 zur Welt kamen, kann die Elternzeit für Väter und Mütter in Abschnitte gegliedert werden. Du kannst beispielsweise nach den ersten zwölf Lebensmonaten die Elternzeit aussetzen und im Kleinkindalter oder kurz vor dem Schulstart erneut aufnehmen. Maximal drei Teilabschnitte sind erlaubt.

7. Kehrst Du nach der Elternzeit für Väter wieder zu Deinem Arbeitgeber zurück, besteht laut Gesetz ein Anrecht auf eine reduzierte Arbeitszeit. Die meisten Arbeitgeber sind auch sehr familienfreundlich eingestellt und lassen viele Freiheiten.

Papa & Baby

Papa & Baby Urheber: ondrooo / 123RF.com

 

 

Wie Väter die Elternzeit beantragen

Damit Du und Deine Partnerin von der Elternzeit profitiert, muss sie zunächst beantragt werden. Wichtig dabei: Zwar hast Du ein Recht auf Elternzeit für Väter, dennoch muss der Antrag ordnungsgemäß beim Arbeitgeber eingereicht werden. Diese Vorschrift soll der Firma helfen, eine geeignete Vertretung zu organisieren.

Spätestens sieben Wochen dem ersten Tag in Elternzeit muss der Antrag gestellt sein.

 

Das sogenannte Basiselterngeld gibt es für insgesamt 14 Monate. Du kannst dabei die Elternzeit für Väter und Mütter über diesen Zeitraum aufteilen. Häufig nehmen Mütter zwölf und Väter zwei Monate. Die gewünschte Aufteilung der Elternzeit in Phasen ist aber individuell. Allerdings gilt: Du musst Dich bereits zum Zeitpunkt der Beantragung auf einen Fahrplan festgelegt haben. Eine spontane (Um-)Gestaltung ist nicht so einfach möglich!

Dein Arbeitgeber muss Deine gewünschte Einteilung der Elternzeit für Väter akzeptieren, solange maximal drei Abschnitte angesetzt sind. Eine Ausnahme gibt es für den dritten Abschnitt: Wird dieser hinter das vollendete dritte Lebensjahr des Kindes gelegt, muss die Anmeldung nicht sieben, sondern 13 Wochen vorab erfolgen und der Arbeitgeber kann diese mit Begründung ablehnen.

 

Gemeine Elternzeit für Väter und Mütter?

Viele Paare handhaben es so, dass die Mutter zunächst in Elternzeit geht, denn sie muss aus biologischen Gründen für das Kind da sein: die Stillzeit kann der Vater nicht übernehmen. Doch sobald das Kind mindestens sechs Monate alt ist, wird Elternzeit für Väter ebenfalls interessant.

Grundsätzlich gilt: Mindestens zwei Monate Elternzeit müssen in Anspruch genommen werden. Möchten beide Elternzeit in Anspruch nehmen, sind gemeinsam 14 Monate angesetzt. Wie diese Monate untereinander aufgeteilt werden, ist individuell. Die Untergrenze von zwei Monaten am Stück bleibt aber bestehen, sodass nicht einer 13 Monate und der andere einen Monat nehmen kann.

 

Paare haben daher grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

1. Du kannst Dich mit Deiner Partnerin für einen nahtlosen Wechsel entscheiden. In diesem Fall beendet sie ihre Elternzeit beispielsweise nach zwölf Monaten und Du übernimmst die alleinige Betreuung für zwei weitere Monate, in denen sie schon an den Arbeitsplatz zurückgekehrt ist.

2. Ihr könnt auch eine überlappende Elternzeit für Väter und Mütter nutzen. Sie bleibt beispielsweise die ersten zehn Monate allein mit dem Kind und den elften und zwölften Monat seid ihr beide Zuhause. Diese Wahl hat den Vorteil, dass euer Kind viel gemeinsame Zeit mit beiden Elternteilen verbringen kann.

 

Was hat es mit Elterngeld Plus auf sich?

Du hast schon mal von Elterngeld Plus gehört und kannst es nicht richtig einordnen? Bei diesem Konzept handelt es sich um eine Ausdehnung der normalen Elternzeit von 14 auf 28 Monate. Der wichtige Kündigungsschutz beim Arbeitgeber bleibt zwar erhalten, doch das gezahlte Elterngeld wird über den gesamten Zeitraum gestreckt. Du erhältst also insgesamt nicht mehr und musst mit dem gezahlten Betrag dennoch die komplette Elternzeit abdecken.

 

Vorsicht beim Nebenverdienst: die 30-Stunden-Woche ernst nehmen

Die Elternzeit für Väter und Mütter soll dem Wohl des Kindes dienen und Nebenverdienste in diesem Zeitraum werden streng kontrolliert. Übersteigst Du in einem Monat Deiner Elternzeit die 30-Stunden-Woche, wird automatisch der gesamte Monat gestrichen. Das kann für Väter zur Katastrophe werden, die nur zwei Monate Elternzeit in Anspruch nehmen wollten. Da das Gesetz vorsieht, dass mindestens zwei Monate genommen werden müssen, jedoch ein Monat durch das Überschreiten des Arbeitslimits entfällt, kann der noch übrige Monat nicht für sich allein stehen. Er entfällt damit ebenso.

 

 

Der Sonderfall: Elternzeit für Selbstständige

Bist Du selbstständig, kannst Du ebenfalls Elterngeld für Väter beantragen. Das erfolgt in diesem Fall natürlich nicht beim Arbeitgeber, sondern direkt beim Staat. Du wendest Dich hierfür an die Elterngeldstelle.

  • Die Beantragung erfolgt erst am Tag der Geburt

Da die Beantragung nicht mit Vorlauf beim Arbeitgeber liegen muss, sondern erst am Tag der Geburt berücksichtigt werden kann, ist die erste Auszahlung meist zeitverzögert. Daher solltest Du unbedingt ausreichend Geld für eine Überbrückung zurücklegen. Ausgezahlt wird das Geld maximal für drei Monate rückwirkend. Daher ist es ebenfalls wichtig, die Elternzeit nicht zu spät nach der Geburt zu beantragen.

Wie viel Geld Du in Deiner Elternzeit für Väter bekommst, wird anhand Deines Nettoeinkommens errechnet. Da dieses bei Selbstständigen schwanken kann, wird auf den letzten Steuerbescheid zurückgegriffen und so ein Durchschnittsmonat ermittelt. Liegst Du über 1.240 Euro, erhältst Du 65 Prozent, bei 1.200 bis 1.239 Euro 66 Prozent und darunter sind es 67 Prozent.

Mindestens 300 Euro monatlich stehen Dir als Minimum zu, gedeckelt ist die Elternzeit bei 1.800 Euro im Monat.

Da der Staat sich darüber im Klaren ist, dass gerade Selbstständige aus Gründen der Kundenbindung und aus finanzieller Sicht (auch für die Altersvorsorge) nicht alle Arbeit für die Dauer der Elternzeit ruhen lassen können, gilt wie für Angestellte die Erlaubnis zur 30-Stunden-Woche. Da kaum überprüft werden kann, wie viel Arbeitsstunden tatsächlich entstehen, geht der Staat hier anders vor: Die Einkünfte in der Elternzeit müssen regulär gemeldet werden und dürfen 75 Prozent des vorherigen Durchschnitts nicht übersteigen.

 

Einkommen in der Elternzeit wirkt auf das Elterngeld

Die 30-Stunden-Woche als Limit bedeutet lediglich, dass Dein Anspruch auf Elterngeld nicht entfällt. Die Einkünfte werden jedoch angerechnet und können damit zu einer Kürzung des Elterngeldes führen. Du solltest daher vorab klären, inwiefern sich der Nebenverdienst in Deiner Elternzeit überhaupt lohnt.

Um das zu ermessen, benötigst Du zunächst die monatliche Höhe Deines Elterngeldes. Es wurde berechnet auf der Grundlage Deines vorherigen Einkommens. Nun musst Du den Nettoverdienst der Nebeneinkunft von dieser Berechnungsgrundlage abziehen. Ein Beispiel: Wurden vorher 1.300 Euro als Nettoeinkommen zugrunde gelegt, sind es durch 300 Euro Nebeneinkunft nun nur noch 1.000 Euro. Statt Elterngeld auf dem Berechnungsgrund von 1.300 Euro gibt es also nur noch Elterngeld für 1.000 Euro angesetztes Einkommen.

  • Fakt ist, dass Nebeneinkünfte das Elterngeld meist soweit absenken, dass sie aus finanzieller Sicht nicht reizvoll sind.

Entscheidest Du Dich dennoch dafür, stehen meist persönliche Gründe wie Liebe zur Tätigkeit und Kontakt zu Kollegen im Vordergrund.

Wichtig: Als Nebeneinkommen zählen in diesem Fall nur Einkünfte aus Tätigkeiten, bei denen Du klassisches Erwerbseinkommen erzielst. Das klingt sehr theoretisch, daher ist es einfacher, die Ausnahmen aufzuzählen: Nicht berücksichtigt werden Kapitalanlagen und Einmalzahlungen.

 

Kann die Elternzeit für Väter vorzeitig abgebrochen werden?

Persönliche Lebensumstände lassen sich nicht immer im Vorfeld planen. Es kann sein, dass Du Dich der irgendwann der Frage gegenübersiehst, ob es nicht sinnvoll wäre, Deine Elternzeit für Väter vorzeitig zu beenden. Das ist prinzipiell möglich.

Möchtest Du an Deinen Arbeitsplatz zurückkehren, musst Du diesen Wunsch an Deinen Arbeitgeber herantragen. Dieser kann der Bitte nachkommen, er darf sie aber auch ablehnen. Tatsächlich kommt es häufig zu Ablehnungen, wenn die Firma für die Dauer Deiner Elternzeit eine Vertretung angestellt hat. Diese soll den angesetzten Zeitraum ausfüllen und man benötigt nicht zwei Arbeitskräfte für die Aufgaben.

Eine Ausnahme bildet finanzielle Existenznot.

Die Freiheit Deines Arbeitgebers endet allerdings, wenn Du aus dringenden Gründen vorzeitig zurück willst. Ein solcher Grund wäre beispielsweise die plötzliche Arbeitsunfähigkeit Deiner Partnerin, wodurch ihre Einnahmen für den Familienhaushalt wegbrechen. Dein schnellerer Wiedereinstieg ist in diesem Fall ein Härtefall.

Es muss jedoch nicht immer ein Entweder-Oder oder Härtefall im Raum stehen. Viele Arbeitgeber erklären sich gern dazu bereit, einen Kompromiss anzubieten. Dieser kommt häufig in die Gestalt einer Teilzeitstelle. Mindestens 15 Stunden in der Woche ist für Dich die Arbeit wieder möglich, was die finanzielle Situation zumindest etwas entlastet.

 

Darfst Du die Elternzeit für Väter verlängern?

Dem Wunsch nach einem früheren Wiedereinstieg ins Berufsleben steht auf der anderen Seite der Gedanke nach einer Verlängerung der Elternzeit gegenüber. Dieser Schritt ist zwar möglich, jedoch schwieriger.

Es gilt:

  •  Die Verlängerung ist abhängig von der Zustimmung des Arbeitgebers
  •  Eine Frist von sieben Wochen zum Ende der aktuellen Elternzeit ist einzuhalten

Du musst ein Schreiben bei Deinem Arbeitgeber einreichen, das die gewünschte Verlängerungszeit genau definiert. Angaben zur Begründung Deines Wunsches sind gesetzlich nicht verpflichtend. Du solltest dennoch darüber nachdenken, sie zu benennen, denn es gibt Gründe, die für viele Arbeitgeber als gut verständliche Argumente für eine Elternzeit aufgenommen werden:

1. Es gibt noch keinen Kita-Platz
Tatsächlich wird es immer schwieriger, einen festen Platz im Wohnumfeld zu finden. Viele Eltern besuchen inzwischen bereits während der Schwangerschaft alle Einrichtungen in der Nähe und beantragen so früh wie möglich einen Platz. Konnte bis zum Ende der Elternzeit keine Unterbringung gesichert werden, ist eine Verlängerung der Elternzeit häufig die beste Alternative.

2. Die körperliche und/oder geistige Entwicklung des Kindes kann sich so gestalten, dass die Betreuung durch Kita oder Tagesmutter zum geplanten Zeitraum nicht ratsam ist. Eine weitere Versorgung durch die Eltern kann für geraume Zeit sinnvoller sein und macht eine Verlängerung der Elternzeit für Väter ratsam.

3. Ein unschöner Grund ist zudem die Auflösung der Partnerschaft. Es kann vereinbart gewesen sein, dass ein Elternteil wieder arbeiten geht und der Partner die restliche Elternzeit die Betreuung übernimmt. Kommt es zur Trennung, kann die zeitliche Aufteilung eventuell nicht mehr möglich sein und die eigentlich für den Partner gedachten Monate müssen übernommen werden. Eine solche Entwicklung ist auch ohne Trennung denkbar, etwa bei schwerer Krankheit oder zwingend notwendigen Auslandsaufenthalten.

 

 

Die beliebten 2 Monate Elternzeit für Väter

Die beliebten 2 Monate Elternzeit für Väter – Ist das Kind erst auf der Welt, möchtest du ihm ein guter Vater sein. Du denkst also daran, Elternzeit zu beantragen. Ist diese Entscheidung für Väter eine Chance oder beeinträchtigt sie die Karriere? Keine einfache Frage. Doch es lohnt für jeden Papa, sich einmal näher damit auseinanderzusetzen.

 

Elternzeit – Väter im Konflikt – Chance oder Karriereknick?

Du als Vater wünschst dir, viel Zeit mit deinem Kind verbringen zu können. Gleichzeitig macht dir die bevorstehende Entscheidung bezüglich der Inanspruchnahme der Elternzeit als Vater Sorgen. Du möchtest in deinem Betrieb nicht als „Hausmann“ gelten, der lieber Windeln wechselt, als Entscheidungen zu treffen. Du befürchtest, wichtige Veränderungen im Betrieb nicht mitzubekommen. Deine Karriere droht beendet zu sein, wenn du dich auf die 2 Monate Elternzeit für Väter einlässt.

Diese und ähnliche Einwände bringen laut der Forsa-Studie „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ 41 Prozent der abhängig arbeitenden Väter vor. 40 Prozent der Väter hätten gern mehr Zeit für ihre Kinder, trauen sich aber nicht, ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie einzuschränken.

 

Mini-Elternzeit – eine Alternative?

Matthias Lindner arbeitete mehrere Jahre als Bereichsleiter Genderpolitik bei der Gewerkschaft Verdi und gründete das Bundesforum Männer mit. Der Süddeutschen Zeitung gegenüber beantwortete er Fragen bezüglich des Themas dieses Artikels. Lindner befürwortet die Inanspruchnahme der Elternzeit durch den Vater. Er empfiehlt, die Zeit kurz zu halten. 2 Monate Elternzeit für Väter gilt in den Unternehmen als gängige Praxis.

Ein Karriereknick sei bei einer Mini-Elternzeit selten zu befürchten. Splittet der Vater diese Zeit auch noch auf, so fiele seine Abwesenheit am Arbeitsplatz kaum auf. 73 Prozent der Männer beschränken die Elternzeit auf höchstens zwei Monate. Mehr Schwierigkeiten beim Wiedereintritt befürchten zurecht diejenigen, die mehr als ein halbes Jahr aus ihrem Beruf aussteigen. Dies betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.

 

Elternzeit als Vater – eine berufliche Chance?

Die Beobachtung zeigt es: Steigt ein Vater kurzzeitig zugunsten seiner Familie aus dem Arbeitsleben aus, bewerten dies viele Arbeitgeber als positiv. Das Kümmern um die Familie zeigt Sozialkompetenz. Je nach Einstellung Ihres Chefs erhöht sich Ihr Ansehen und somit die Option, nach Ihrer Elternzeit als Vater Karriere zu machen. Die Arbeitgeber passen sich der Entwicklung des zumindest zeitweisen Rollentausches an. Sie denken um, denn ein Mitarbeiter mit ausgeglichener Work-Life-Balance arbeitet motivierter als ein Vater mit Schuldgefühlen seiner Familie gegenüber.

 

Pro & Kontra im Überblick

Vorteile:

  • persönlicher Gewinn durch verstärkte emotionale Bindung zum Kind
  • bessere Karrieremöglichkeiten der Frau (sinnvoll, wenn die Frau einen besser bezahlten Arbeitsplatz besitzt)
  • Entlastung der Frau
  • Erwerb von Sozialkompetenz
  • Teilzeittätigkeit bis zu 30 Wochenstunden möglich (bei mehr als 15 Arbeitnehmern im Betrieb und mindestens 6-monatiger Betriebszugehörigkeit)
  • Nebentätigkeit möglich
  • finanzielle Vorteile beim Elterngeld
  • Kündigungsschutz ab Anmeldung der Elternzeit
  • mehr Verständnis für die Mutter

 

Nachteile:

  • Ansehensverlust bei Arbeitgeber und Kollegen durch Übernahme einer „Frauenrolle“
  • eventuelle Mobbingversuche
  • Benachteiligung bei Beförderungen
  • verpasste Weiterbildungen
  • spätere finanzielle Nachteile durch Karriereknick

 

Fragen zur Elternzeit für Väter

Elternzeit der Väter stärkt Partnerschaft

 

Die überwiegende Anzahl der Männer in Elternzeit nehmen diese gleich zu Beginn ihres Vaterdaseins in Anspruch. Dies ermöglicht dir, deine Frau während der ersten Zeit mit dem Baby zu unterstützen. Andere helfen ihrer Frau mit der Elternzeit zum Ende hin, um ihr den Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen. Erfahrungen zeigen, dass sich deine Partnerschaft durch eine Inanspruchnahme der Elternzeit in der Regel verbessert. Die Aufgaben und Nöte einer Mutter verstehst du im Anschluss wesentlich besser. Väter übernehmen nach den vielfältigen Erfahrungen in ihrer Elternzeit mehr Aufgaben im Haushalt. Deine Frau fühlt sich verstanden und das Arbeiten zu Hause im Team macht doppelt Spaß.

Bist du unschlüssig, ob du dich für oder gegen eine Elternzeit als Vater entscheiden solltest? Weißt du nicht, wie du und deine Frau die Elternzeit aufteilen? Hole dir Rat bei den Elterngeldstellen.

Heute können wir mit Recht einen der größten Erfolge in der Familienpolitik der letzten Jahre mit der Elternzeit für Väter und dem Elterngeld beimessen. Elternzeit für Väter, zwei Monate und 65 % Einkommen: Was am Anfang so verlockend klingt, hat seine Tücken. Oftmals stellen nämlich die Ämter eine ganz andere Rechnung auf, als sie noch zuhause auf dem Küchentisch schwarz auf weiß auf dem Papier stand. Wer sich mit dem Gedanken trägt, die Elternzeit für Väter für zwei Monate oder für ein Jahr zu beantragen, der sollte zweimal nachrechnen und genau hinschauen.

Eine Voraussetzung für alle Väter, die Elterngeld beziehen, ist die Elternzeit. Das ist den Angaben des Bundeselterngeldgesetztes zu entnehmen. Dabei spielt es noch nicht einmal eine Rolle, ob es sich beim Papa um einen erwerbstätigen Arbeitnehmer oder Selbständigen Handeln. Selbst Auszubildende und Studenten können ebenso wie Erwerbslose und Mitbürger aus dem Ausland genau dieses Elterngeld beziehen, vorausgesetzt sie stammen aus einem der EU Mitgliedstaaten.

 

Wann beginnt die Elternzeit für Väter?

Grundsätzlich ist mit dem Beginn der Elternzeit ab der Geburt des Kindes zu rechnen. Bei den Mamas macht es das Ende des Mutterschutzes aus. Damit verbunden ist acht Wochen vor der Geburt eine Art besonderer Kündigungsschutz, der über die gesamte Zeit der Elternzeit seinen Bestand hat. Umso wichtiger ist es, die Elternzeit frühestmöglich anzumelden, um sich abzusichern.

 

Wie viel Elternzeit bleibt den Vätern?

Die Elternzeit darf über drei Jahre lang andauern. Wobei es nur für die ersten 14 Lebensmonate Elterngeld gibt. So sollten die Partner von Anfang an offen über die finanziellen Verhältnisse sprechen, um sich nicht zu verkalkulieren. Darüber hinaus ist es auch möglich, einen Teil der Elternzeit auf einen späteren Zeitpunkt zu übertragen. Das ist bis zum achten Lebensjahr des Kindes möglich. Dennoch muss der Chef dieser Übertragung zustimmen. Die Mindestdauer der Elternzeit beträgt zwei Monate.

  • Die genaue Anmeldung der Elternzeit und die Aufteilung erfolgen schriftlich. Andernfalls verfällt der Anspruch.
  • Seit dem 1.7.2015 ist nach den Regeln von Elterngeld plus sogar die Möglichkeit gegeben, die Elternzeit auf insgesamt drei Abschnitte aufzuteilen.
  • Eines bleibt jedoch gleich: Der Arbeitgeber muss seine Zustimmung geben.

Als Alternative zur alleinigen Elternzeit für Väter für zwei Monate oder ein Jahr können Mama und Papa auch überlappend oder sogar zeitgleich ihre Elternzeit nehmen. Möchten sich beide mit der Kinderbetreuung und der Elternzeit abwechseln, kann diese jeweils pro Elternteil nur auf zwei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Dennoch kann die Elternzeit des einen nicht auf das Konto des anderen übertragen werden.

 

Was passiert, wenn in der Elternzeit ein Kind geboren wird?

Hier kommt es nicht zu einer Unterbrechung der Elternzeit, so dass die neue Elternzeit ansetzt, wenn die alte aufgehört hat. Tatsächlich ist es möglich, bei den kurzen Geburtenfolgen bis zu sechs Jahre Elternzeit zu nehmen.

 

Wie Väter ihre Elternzeit erleben?

Auch wenn sich die zentralen Anteile der Elternzeit heute verschoben haben, wird immer noch deutlich, dass sich die Väter als die Ernährer der Familie für das Wohl und die finanzielle Versorgung zuständig fühlen. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass der Anteil der berufstätigen Frauen enorm angewachsen ist. Erst eine gesunde finanzielle Basis, die dank der Elternzeit für Väter in einem Jahr oder für zwei Monate abgesichert ist, sorgt für familiäre Entspannung. Schließlich ist die enge Bindung zu Beginn des Lebens des eigenen Kindes eine der wichtigsten Momente, damit ein festes und enges Band entsteht.

 

 

Das sind die wichtigsten Punkte zum Elterngeld für Väter:

  • Mindestens sieben Wochen vor Antritt der Elternzeit, muss diese auch beim Arbeitgeber angemeldet werden.
  • Ob es sich nun um zwei Monate oder ein Jahr handelt: Die 7 Wochen gelten als bindende Frist.
  • Väter in der Elternzeit dürfen bis maximal 30 Stunden in der Woche arbeiten.
  • Das Elterngeld im Monat kommt auf maximal 1800 € und bis zu 67 % des Erwerbseinkommens direkt nach der Geburt.
  • Erwerbstätigen steht es frei zu entscheiden, wer von beiden die Elternzeit und damit auch das Elterngeld in Anspruch nimmt.
  • Anspruch auf das Elterngeld hat derjenige, der in der Woche die überwiegende Kinderfürsorge übernimmt und nicht mehr als 30 Stunden arbeitet.

 

Ausblick für die Zeit nach Deiner Erziehungspause

Endet die Elternzeit für Väter und Mütter, sollte der Lebensunterhalt der gesamten Familie wieder von den Einkünften der Eltern gedeckt werden. Das ist in der Praxis nicht so einfach wie auf dem Papier. Du tust daher gut daran, frühzeitig über die weitere finanzielle Absicherung Deines Kindes nachzudenken.

Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und der abgeschlossenen Ausbildung erhältst Du Kindergeld für jedes Kind im Haushalt. Damit können Bedarfsgüter für den Nachwuchs gekauft, beziehungsweise der Betrag an volljährige Kinder ausgezahlt werden. Je nach individueller Lebenslage ist auch ein Antrag auf einen Kinderzuschlag eine Überlegung wert. Bei Haushalten mit geringem Gesamteinkommen im Monat, erhalten Kinder bis zum 25. Lebensjahr maximal 170 Euro im Monat zusätzlich. Die exakte Höhe muss jedoch individuell berechnet werden und gilt stets nur für sechs Monate. Auf diese Weise sollen schwierige Lebensumstände abgefedert werden, bis wieder mehr Stabilität herrscht.

 

Entwicklung der Elternzeit für Väter in der Bundesrepublik

Mittlerweile gibt es seit mehr als zehn Jahren das Elterngeld für Väter in Kombination mit der Elternzeit. Heute behandeln die Ämter das Elterngeld als Lohnersatzleistung. Vorab hatte man es den Sozialleistungen zugeordnet. Dennoch nahmen nur 1,5 % der Männer den zugebilligten Erziehungsurlaub überhaupt in Anspruch. Damals nutzten die Väter ihre Möglichkeiten Überstunden abzubummeln, die Arbeit zu reduzieren oder Urlaub zu nehmen, um genügend freie Zeit für die Familie zu haben.

Wusstet ihr eigentlich? Bereits in der DDR gab es Elterngeld. Schon damals war es Vätern möglich, das Babyjahr in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich war damit zum damaligen Zeitpunkt ein viel geringerer bürokratischer Aufwand verbunden als heute.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist von regionalen Unterschieden auszugehen, obwohl mittlerweile 34 % aller Väter das Elterngeld und Elternzeit für sich in Anspruch nehmen. Immerhin kommen die Papas mittlerweile auf ein gutes Drittel der Elternteile, die die Partnermonate für sich nutzen. Wobei die Elternzeit für Väter in Höhe von zwei Monaten zumeist als verlängerter Urlaub bewertet wird, um die Zeit nach der Geburt so intensiv wie möglich mit den Kindern zu genießen. In Bayern gönnen sich die meisten Väter, nämlich nur dreiviertel, die zwei Monate Elternzeit. Wohingegen in Bremen gut ein Zehntel der Väter ein ganzes Jahr bei ihren Babys zuhause bleiben.

 

Weitere Info für Väter zur Elternzeit und Elterngeld

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktion Netpapa.de

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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