Die Begriffe „Erziehungsberechtigter“ und „Erziehungsberechtigung“ sind uns allen im Alltag geläufig. Erziehungsberechtigte unterschreiben Formulare, geben ihr Einverständnis zu verschiedenen Unternehmungen der Kinder oder treffen Entscheidungen in deren Sinne.

Interessant wird das Thema auch, wenn es um Trennung der Eltern oder Scheidung geht. Der folgende Artikel soll Ihnen alle wissenswerten Fakten rund um das Thema  näher bringen.

Erziehungsberechtigte
Eltern als Erziehungsberechtigte – Urheber: macsim / 123RF

Wer hat die Verantwortung für das Kind?

Was ist die Erziehungsberechtigung?

Grundsätzlich und in den meisten Fällen besitzen die leiblichen Eltern eine Erziehungsberechtigung bzw. eine Erziehungspflicht gegenüber ihrem minderjährigen Kind. Diese Erziehungsberechtigung ist in Deutschland gesetzlich legitimiert, sowohl im Grundgesetz (GG) als auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Nach Artikel 6 GG wird den Eltern eines Kindes das natürliche Recht eingeräumt, für den Nachwuchs zu sorgen und ihn zu erziehen. In §1631, Absatz 2 BGB ist das Erziehungsrecht Teil der Personensorge und gehört somit zum elterlichen Sorgerecht. Dies meint jedoch keine willkürliche Herrschaft über ein Kind, sondern eine soziale Pflicht, das Kind zu fördern und zu versorgen. Ist dies nicht gegeben und wird gegen das Wohl des Kindes erzogen, so hat der Staat das Recht einzugreifen und den Eltern die Erziehungsberechtigung zu entziehen.

 

Entzug der Erziehungsberechtigung

Da mit dem Recht auf Erziehung gleichzeitig die Pflicht zur Fürsorge für das Kind verbunden ist, können Maßnahmen getroffen werden, den Eltern die Erziehungsberechtigung zu entziehen.

In diesem Falle hat der Staat in Form der Jugendämter ein sogenanntes Wächteramt inne. Dies bedeutet, dass Eltern die Erziehungsberechtigung entzogen werden kann, wenn sie ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen und ihr Kind vernachlässigen, misshandeln oder verwahrlosen lassen.

Jugendämter dürfen in diesen Fällen eingreifen und bieten zuerst familiäre Hilfen zur Lösung etwaiger Probleme an, damit Eltern ihrer Erziehungsberechtigung weiter nachkommen können.

Sollte das Kindswohl jedoch akut und massiv gefährdet sein, so kann ein Kind mit sofortiger Wirkung aus der Familie herausgebracht und woanders fremduntergebracht werden. Dies sind staatliche Maßnahmen, die zum Schutz des minderjährigen Kindes ergriffen werden können. Sollte das Kind auf Dauer nicht mehr in der Familie leben können, so wird seitens des Jugendamtes ein Vormund bestellt, der nach §1800 BGB die Erziehungsberechtigung erhält und die Fürsorge für das minderjährige Kind bekommt.

Erziehungsberechtigung bei Scheidung der Eltern

Trennung und Scheidung sind tiefgreifende Einschnitte im Zusammenleben, die gerade auch stark die gemeinsamen Kinder betreffen.

Wie schon erwähnt, regelt Art.6 GG die gemeinsame elterliche Fürsorge und Erziehungsberechtigung eines minderjährigen Kindes in einer Ehe. Mutter und Vater sorgen in der Familie dafür, dass das Kind betreut, versorgt und erzogen wird.

Trennen sich die Eltern ud lassen sich scheiden, so wird dieser gemeinsame Lebensraum aufgelöst und das elterliche Sorgerecht kann nicht mehr im ursprünglichen Sinne innerhalb der Familie vor Ort von beiden Elternteilen ausgeübt werden.

Die räumliche Trennung beider Elternteile hat dann oft Differenzen und Streitigkeiten zur Folge in Bezug auf die Erziehungsberechtigung. Wichtig an dieser Stelle zu wissen ist, dass die deutsche Gesetzgebung in solchen Fällen weiterhin die gemeinsame elterliche Erziehungsberechtigung vorsieht.

In der Praxis jedoch läuft dies meist alles nicht so reibungslos ab. In vielen Fällen muss das Familien- oder Vormundschaftsgericht eingeschaltet werden, um die Frage der Erziehungsberechtigung zu klären. In der Regel lebt das Kind jedoch bei einem Elternteil, der andere nimmt sein Umgangs- und Besuchsrecht wahr. Dies liegt im Sinne des Kindeswohles, da dieses das Recht darauf hat, auch nach einer Scheidung, Bezug zu beiden Elternteilen zu haben.

Lebt das Kind im Alltag bei der Mutter, so entscheidet diese allein in Fragen des alltäglichen Lebens. Auch Formulare und Einverständniserklärungen dürfen von ihr unterschrieben werden. Wenn Sie jedoch die Erziehungsberechtigung weiterhinn gemeinsam ausüben, so müssen Sie als Vater bei schwerwiegenden Entscheidungen immer ihr Einverständnis geben. Dies ist der Fall, wenn ein Schulwechsel ansteht, ein Ausbildungsvertrag unterschrieben wird oder eine geplante Operation ansteht.

Übertragung der Erziehungsberechtigung

Eine Erziehungsberechtigung eines Minderjährigen kann auch kurzfristig an eine andere volljährige Person übertragen werden. Dies ist der Fall, wenn ein minderjähriges Kind eine Tanzveranstaltung besuchen möchte. Ist der eigentliche Erziehungsberechtigte nicht dabei, so kann einer anderen volljährigen Person diese Berechtigung mittels eines Formulars übertragen werden. Dies sollten Eltern auf jeden Fall tun und sich somit rechtlich absichern.

Veranstalter kontrollieren dies heute verstärkt und müssen im Falle einer polizeilichen Kontrolle mit hohen Strafen rechnen, falls sie diese Vorgabe nicht einhalten.

Redaktion: Foerster, Katja Grüner, Anna Nilsson,

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