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Die Therapie Möglichkeiten bei einer Schuppenflechte beim Kind

Unser Sohn Philipp leidet unter Psoriasis, seitdem er zehn Jahre alt ist. Die geröteten, schuppigen und juckenden Hautstellen belasten ihn schwer. Zur Behandlung der Schuppenflechte bei unserem Kind probierten wir einiges aus. Wir baden ihn regelmäßig mit speziellen Essenzen und cremen die Haut täglich ein. Nun scheint sich die Psoriasis zu verschlimmern. Welche Möglichkeiten der Behandlung haben wir?

Schuppenflechte beim Kind
Untersuchung und Behandlung bei Schuppenflechte © 1dbrf10 – Fotolia.com

Einbezug der ganzen Familie in die Therapie

Schuppenflechte oder Psoriasis ist für Dein erkranktes Kind und Eure gesamte Familie eine merkliche Belastung. Es ist wichtig, Methoden zu entwickeln, mit der Erkrankung und deren Auswirkungen umzugehen. Dazu ist eine Auseinandersetzung mit der Krankheit, der Behandlung und Therapie von allen Familienmitgliedern notwendig. Eine wirkungsvolle Behandlung erfordert ein enges Zusammenspiel von Eltern, Kind und den behandelnden Ärzten.

In der Altersgruppe bis achtzehn Jahre sind 0,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Schuppenflechte betroffen. Bei dreißig Prozent der Patienten treten noch vor dem zwanzigsten Lebensjahr krankhafte Veränderungen der Haut auf. In den meisten Fällen tritt die Psoriasis während der Pubertät erstmals auf.

Was ist Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist eine nicht ansteckende Dermatose. Sie entsteht aus einer genetischen Veranlagung und bleibt ein Leben lang. Externe Faktoren wie Wetterwechsel und reibende Kleidung sowie interne Reize wie Stress, Medikamente und Infektions-Krankheiten, lösen sie aus. Die Erkrankung kennzeichnen dünne rote Beläge, die den gesamten Körper bedecken und nach einigen Wochen verschwinden. In dreißig Prozent der Fälle geht die Krankheit mit Juckreiz einher. Die schuppigen Herde beeinträchtigen das Wohlbefinden Deines Kindes, lösen Schamgefühle aus und wirken negativ auf seine Psyche.

 

Formen der Schuppenflechte bei Kindern

Die Psoriasis vulgaris tritt an Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, in der Kreuzbeingegend, im Gesicht und an den Ohren auf. Hand- und Fußflächen sind ebenso betroffen. Sie sind schwer von anderen Ekzemen abzugrenzen. Die Haut-Veränderungen sind scharf begrenzt, gerötet und geschuppt. Etwa 80 Prozent der kleinen Patienten leiden unter dieser Form der Schuppenflechte.

Sie ist zu unterscheiden von der Psoriasis guttata. Bei ihr treten zwei Wochen nach einer bakteriellen oder grippalen Infektion großflächig verteilt bis zu einen Zentimeter große schuppige Herde (Plaques) auf.

Die dritte Form ist die Psoriasis pustulosa, die mit Eiterbildung einhergeht. Die Psoriasis-Arthritis ist eine Erkrankung der Nägel sowie eine Entzündung der Gelenke, die mit Schwellungen und Schmerzen verläuft.

 

Maßnahmen bei Psoriasis: Therapie, intensive Pflege und eine gesunde Ernährung

Wichtig bei der Behandlung der Schuppenflechte beim Kind ist die tägliche Pflege der Haut, um sie in einem gepflegten Zustand zu halten. Sie ermöglicht die Auseinandersetzung des Kindes mit seiner eigenen Haut. Regelmäßiges Eincremen und Ölbäder gehören dazu.

Eine diätische Ernährung ist bei der Behandlung der Schuppenflechte von Kindern nicht vorgesehen. Ebenso gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, dass spezielle Lebensmittel im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. Achte auf eine gesunde Ernährung mit viel Eiweiß und Vitaminen. Eine Mangel-Ernährung begünstigt andere Krankheiten, die das Kind zusätzlich belasten. Im Zweifelsfall konsultiere Deinen Kinderarzt.

 

Die Behandlung der Schuppenflechte bei Kindern

Bei der Therapie der Psoriasis beachtet der Arzt die unmittelbaren Lebens-Bedingungen des Kindes und seiner Familie. Wichtig ist es, die geistige und körperliche Entwicklung des kleinen Patienten zu berücksichtigen. Derzeit liegen nur wenige klinische Studien zur inneren und äußeren Behandlung der infantilen Schuppenflechte vor. Ebenso sind viele Präparate für die Anwendung beim Kind nicht zugelassen.

In der Regel ist der Verlauf der Erkrankung nicht gravierend. So steht die komplette Erscheinungsfreiheit nicht im Vordergrund bei der Therapie. Häufig erzielen Ärzte ein für das Kind akzeptables Ergebnis ausschließlich durch die lokale Behandlung von außen. Wichtig ist die Behandlung in einem frühen Stadium und die genaue Befolgung der Anweisungen des Arztes.

 

Die äußerliche Therapie der Schuppenflechte

Zur Entfernung der Schuppen eignen sich Salben, aufgetragen als feuchte Kompressen oder Salbenverbände. Sie enthalten fünf Prozent Milchsäure oder einen zehnprozentigen Harnstoff. Verwendest Du Salizylsäure zum Entfernen der Schuppen, beachtest Du, dass das Präparat eine systemische Wirkung entfaltet.

Sinnvoll sind häufige Bäder oder Sitzbäder mit Gerbstoffen als Zusatz. Besonders wirkungsvoll ist die Behandlung der Schuppenflechte des Kindes mit Cremes. Sie enthalten Dithranol. Die Präparate setzt der Patient entweder niedrig dosiert über Nacht ein oder höher dosiert für wenige Minuten.

Ebenso zur Anwendung kommen Vitamin-D-Analoga in Cremes, die wenige Nebenwirkungen erzeugen. Sind mehr als dreißig Prozent des Körpers behandlungs-bedürftig, ist eine Blutuntersuchung notwendig. Damit bestimmt der Arzt den Kalzium- und Phosphat-Stoffwechsel.

Zurückhaltung gilt bei Kortison-Präparaten. Ist eine Behandlung mit dem Wirkstoff erforderlich, darf der Patient die Creme nur kurzzeitig anwenden. Spritzen oder Tabletten mit Kortison setzt der Arzt bei dieser Erkrankung nicht ein.

Eine natürliche Methode, um ein Abheilen der lädierten Hautstellen zu fördern, ist die Kombination von Salzwasser und Sonne. Ärzte empfehlen einen Urlaub am Meer. Das Kind darf keinen Sonnenbrand bekommen, so ist ein Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 20 erforderlich, um die Kinderhaut zu schützen.

 

Eine weitere Methode zur Behandlung der Schuppenflechte beim Kind ist die Verordnung von Licht-Therapien mit UV-Licht. Ärzte achten darauf, dass das Risiko von Schäden durch die UV-Strahlen im vertretbaren medizinischen Rahmen bleibt. Britische Dermatologen um Sharmela Darné legten Resultate aus einer Studie mit 29 Kindern zwischen drei- und sechzehn Jahren vor. Unter der Lichttherapie verbesserten sich die Werte um 61 Prozent. Bei Patienten ohne Bestrahlung kam es zu einer Verschlimmerung von sechs Prozent.

 

Weitere relevante Studien-Ergebnisse zur Behandlung von Schuppenflechte bei Kindern erhältst du unter:
http://news.doccheck.com/de/36730/psoriasis-therapie-bei-kindern-qual-wahl/

 

Die innere Therapie der Psoriasis

Verläuft die Erkrankung schwerwiegend, verordnet der Arzt Tabletten und Spritzen zur systemischen Behandlung. Es ist erforderlich, dass Kind und Arzt eng zusammenarbeiten. Vielfältige Erfahrungen bestehen für den Einsatz des Wirkstoffes Ciclosporin. Dieser unterdrückt die überschießende Entzündungs-Reaktion der Haut, welche die vermehrte Schuppenbildung hervorruft. Die Therapie ist langwierig und es treten zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Leidet Dein Kind unter Psoriasis-Arthritis, behandelt der Arzt es mit dem Wirkstoff Methotrexat. Fumarate sind erst für die Behandlung im Erwachsenen-Alter zugelassen. Im Einzelfall wendet der Mediziner sie unter Abwägung der Vor- und Nachteile an. Versagt die klassische Therapie, erwägt der behandelnde Pädiater oder Dermatologe die Behandlung mit einem Biologikum mit dem Wirkstoff Etanercept. Ebenso stehen weitere Biologika sowie Immunsuppressiva zur Verfügung. Häufig ist eine Verschlechterung des körperlichen Zustandes ein Zeichen von psychischem Stress. Eltern erwägen eine zusätzliche Therapie durch einen Psychologen.

 

Fazit: Körperliche und psychische Symptome behandeln

Zur Behandlung der Schuppenflechte beim Kind stehen diverse Methoden zur Verfügung, angefangen bei Ölbädern, Cremes, Kortison-Präparaten bis hin zur Licht-Therapie. Die Behandlung variiert bei den verschiedenen Formen der Psoriasis und ist nicht immer von Erfolg gekrönt.

Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit des Patienten und der Familie mit dem Arzt. Die Behandlung erfolgt genau nach der Anweisung des Facharztes. Bei schweren Fällen verschreibt der Mediziner Immunsuppressiva oder Biologika. Verschiedene Präparate sind erst im Erwachsenen-Alter zugelassen. Da die Schuppenflechte Dein Kind nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastet, ist eine zusätzliche Therapie beim Psychologen ratsam.

 

Psoriasis-Infos für Eltern:

http://www.psorinfo.de/Kinder.aspx?ID=166

http://www.pso-jugend.de/index.php?id=231

 

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