Was bringt Mediation bei Trennung der Eltern

Eine Scheidung und eine anstehende Trennung gehen mit einer äußerst belastenden Situation für beide Eheleute einher. Sind dann noch Kinder beteiligt, macht das den gesamten Prozess schwieriger. Aus Wut, Sorgen und Ängsten sowie Unverständnis entsteht ein Teufelskreislauf, unter dem die Kinder leiden. Das gesamte Scheidungsverfahren kostet jede Menge Nerven und Zeit, die den Kindern verloren gehen. Leider verpassen viele Eltern den Moment, ruhig miteinander zu reden, um gemeinsame Lösungen zu finden, von denen alle profitieren. Hier kommt die Mediation ins Spiel, die bei der Trennung einen wesentlichen und wichtigen Part einnehmen kann.

Mediation
Mediation bei Trennung der Familie, Copyright: Kasia Bialasiewicz, bigstockphoto

Was macht ein Mediator?

Unter der Mediation ist ein strukturiertes und vertrauliches Verfahren zu verstehen. Das Ziel der Beteiligten ist es, mithilfe eines Mediators den Konflikt beizulegen und für die aktuelle Situation Verantwortung zu übernehmen. So sind die Mediatoren nicht nur bei Trennungen und Scheidungen gefragt. Mittlerweile gibt es mehrere Ansatzpunkte. So kann es auch helfen, eine Mediation bei einem juristischen Streit durchzuführen, um sich außergerichtlich zu einigen.

Was passiert in der Scheidungsmediation?

Wie aus dem Familienrecht hervorgeht, müssen die Eltern nach der Scheidung ein paar wichtige Folgesachen klären. Erster Punkt sind das Vermögen, das Einkommen und die Geldmittel, die beiden nach der Trennung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus geht es um das Umgangsrecht für die Kinder.

Nun geht nicht jede Trennung mit Verständnis und Toleranz einher. In vielen Scheidungen sind die Eltern bitter verstritten. Sie halten ihre Unterhaltszahlungen zurück oder verhindern das Zugangsrecht des anderen zu den Kindern. Dabei sind alle Bemühungen darauf ausgerichtet, die andere Person zu kränken oder ihr zu schaden.  Das ist immer dann der Fall, wenn die Scheidung auf der emotionalen und sozialen Verletzung einer Person beruht.

Die gerichtliche Scheidung nimmt oftmals Monate bis Jahre in Anspruch. Mit der Mediation bei der Trennung könnt ihr sofort beginnen. Im Idealfall macht die Mediation die Trennung stressfreier. Euch wird geholfen, in diesem schwierigen Prozess einen kühlen Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu fällen.

Ablauf der Mediation bei der Trennung

Grundlegend gibt es eine feste Abfolge von Schritten und Phasen, die ihr im Zuge der Mediation durchlauft. Ausgangspunkt ist der neutrale Mediator oder Moderator, der alles daran setzt, eine Lösung zu finden, die die Ansprüche beider Parteien erfüllt. So trefft ihr in einem ersten und unverbindlichen Gespräch aufeinander. Ihr schließt einen Mediationsvertrag über die grundlegenden Inhalte, die besprochen werden. Erste Voraussetzung für den Erfolg ist die Erklärung der Freiwilligkeit und der Eigenverantwortlichkeit.

Darüber hinaus müssen möglicherweise laufende Gerichtsverfahren ausgesetzt werden. Beide Parteien erklären gegenüber dem Mediator ihre Vertraulichkeit und Neutralität. Sie legen zum Beispiel ihr Vermögen offen. Es darf später nicht möglich sein, diesen Mediator als in einem Scheidungsprozess heranzuziehen. Das würde den gesamten Vorgang der Mediation von Anfang an aus den Angeln heben.

Die wichtigsten Schritt in den ersten Mediationssitzungen

In den ersten Sitzungen geht es darum, die Bereiche des Konflikts zu lokalisieren. Vor Gericht zählen juristische Fakten. Bei der Mediation bei der Trennung kommen die Ängste und die Sorgen der Partner dazu. Schließlich soll es in erster Linie darum gehen, für das Verständnis auf beiden Seiten zu sorgen, um eine Lösung zu finden, mit der beide Elternteile leben können. Das schafft Struktur in allen Konfliktbereichen und deckt tiefergehende Interessen auf. Besonders wichtig ist es, jeden ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Mutter und Vater müssen die Gelegenheit haben, ihren Standpunkt klar und deutlich zu machen.

Ihr habt alle Konflikte besprochen und die wesentlichen Schwerpunkte zusammengetragen? Nun folgen potentielle Lösungen. Der Mediator verhandelt die Umsetzbarkeit der Ideen. Es ist seine Aufgabe, die Situation neutral und kritisch zu hinterfragen. Schließlich geht es in erster Linie darum, eine Lösung zu finden, die später Bestand hat. Am Ende jeder erfolgreichen Mediation bei der Trennung steht die gemeinsame Lösung, die alle Punkte aus der Mediationsvereinbarung am Anfang enthält. Damit gilt die Mediation als abgeschlossen. Eben genau diese einvernehmliche Ehescheidung und die Vereinbarung gilt es, notariell zu beurkunden.

Welche Vorteile hat die Mediation bei der Trennung?

Im Prinzip geht ihr durch die Mediation einem jahrelangen Rosenkrieg und einem teuren Gerichtsprozess aus dem Weg. Das schon vor allen Dingen die Nerven der ganzen Familie und dem seelischen sowie emotionalen Zustand eurer Kinder. Vor Gericht müsst ihr erst einmal eine ganze Reihe neuer Anträge stellen. Diese werden aufwendig bearbeitet, was wiederum Zeit in Anspruch nimmt. Bei einer Mediation fließen emotionale Aspekte, Ängste, Wut und verletzte Gefühle ein. Nur so ist es möglich, wirklich eine Lösung zu finden, die beide Parteien vertreten.

Die Schwächen der Mediation

Eines der größten Mankos ist die Finanzierung. Während die Eltern Verfahrenskostenhilfe beantragen können, müsst ihr die Mediation bei der Trennung aus eigener Tasche bezahlen. Fragt vorher bei eurer Rechtsschutzversicherung nach, inwiefern sie für die Kosten aufkommen kann. Darüber hinaus müsst ihr in die Mediation bei der Trennung eure Arbeit und persönliches Engagement hineinstecken. Das fordert von beiden Parteien Offenheit und die Bereitschaft, Kompromisse zu schließen.

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