Diese 4 Merkmale verraten eine Helikopter-Mutter:

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Helikopter Mutter Copyright: Nicoleta Ionescu, bigstockphoto

Einige Mütter neigen zu einem überbehütenden Verhalten dem Nachwuchs gegenüber. Sinnbildlich kreisen sie um ihn wie ein Helikopter. Diese Umschreibung veröffentlichten die Autoren Cline und Fay im Jahr 1990 in ihrem Werk „Parenting With Love and Logic: Teaching Children Responsibility“. Aus ihr ging der Begriff Helikopter-Mutter hervor. Wir zeigen welche Merkmale das Helikoptern verraten und wie ihr als Eltern gegensteuern könnt:

Helikopter-Mutter
Helikopter Mutter mit Kind, Copyright: Nicoleta Ionescu, bigstockphoto

Helikoptern in der Erziehung – Das Wichtigste auf den Punkt:

  • Starkes „Helikoptern“ schwächt das Selbstwertgefühl des Kindes. Das erschwert es ihm:
  • Selbstregulation zu entwickeln
  • Kontakt mit Gleichaltrigen aufzubauen
  • Konflikte zu bewältigen
  • Laut Josef Kraus, ehemaliger Präsident des deutschen Lehrerverbandes, neigen zehn bis 15 Prozent der Eltern zum „Helikoptern“. Vier Anzeichen treten bei einer Helikopter-Mutter auf:
    • Überinvolviertheit
    • Überbehütung
    • Autonomieeinschränkung des Kindes
    • externale Schuldzuweisung
Die Steigerung der Helikopter-Mutter ist die Rasenmäher-Mutter, die Probleme ihres Nachwuchses „abmäht“. Sie übernimmt einen Teil seiner schulischen Pflichten oder schulische Konfrontationen.
Helikopter-Mutter
Helikopter Mutter Copyright: Nicoleta Ionescu, bigstockphoto

Warum sich eine Mutter zur Helikopter-Mutter entwickelt

Das „Helikoptern“ entwickelt sich bei Müttern aus unterschiedlichen Gründen:

  • Versagensängste und Druck der Gesellschaft
  • fehlende Vorbilder in der eigenen Erziehung
  • Verständnis der Kindererziehung als Projekt und damit verbundener Leistungsdruck
  • Wahrnehmung zahlreicher, teils eingebildeter Gefahrensituationen
  • Projektion eigener Wünsche und Bedürfnisse auf das Kind

Zusätzlich zeigt eine 2013 veröffentlichte Studie von Claire Ashton-James et al., dass sich Eltern mitunter glücklicher fühlen, wenn sie ihr Leben auf das Kind zentrieren. Durch ihre Elternschaft steigen die selbstempfundene Bedeutung und das Selbstwertgefühl.

Helikopter-Eltern: Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung
Helikopter-Eltern: Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung *
Ein messerscharfes Plädoyer gegen den Förderwahn, gegen Überbehütung und Verwöhnung – und gleichzeitig der Appell, an Erziehung nicht planwirtschaftlich heranzugehen, sondern mit Intuition, Leichtigkeit und viel Humor.

Wie wirkt sich das „Helikoptern“ auf Kinder aus?

Neigen Mütter zu einem überfürsorglichen Verhalten, schwächen sie die Autonomieentwicklung des Kindes. Das führt bei diesem zu:

  • ängstlichem Verhalten
  • mangelnder Eigeninitiative
  • mangelnder Problemlösungskompetenz
  • Problemen bei der Impulskontrolle
  • geringer Frustrationstoleranz

Starkes „Helikoptern“ durch die Mutter beeinträchtigt beim Nachwuchs langfristig die wahrgenommene Selbstwirksamkeit.

In der Folge leiden betroffene Kinder im Jugend- und Erwachsenenalter an einer geringeren Lebenszufriedenheit im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Anatomieeinschränkung durch die Eltern.

Die vier Merkmale einer Helikopter-Mutter

Die Abgrenzung eines fürsorglichen Verhaltens vom „Helikoptern“ fällt mitunter schwer. Doch nicht jede Mutter, die sich um das Wohl ihres Nachwuchses sorgt, ist eine Helikopter-Mutter.

Helikoptern verrät sich durch die vier folgenden Merkmale:

  1. Überinvolviertheit: Die Mutter unterstützt ihr Kind überdurchschnittlich engagiert und in einem Maß, das nicht seinem Entwicklungsstand entspricht. Sie nimmt ihm wichtige Entscheidungen ab. Bei vielen Aktivitäten kreist sie ähnlich wie ein Helikopter um den Nachwuchs.
  2. Überbehütung: Gegenüber dem Kind benimmt sich die Mutter überbeschützend. Sie versucht, alle wahrgenommenen Probleme aus seinem Weg zu räumen.
  3. Autonomieeinschränkung: Die Mutter traut dem Kind nicht zu, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Sie unterminiert bewusst oder unbewusst sein Zutrauen in eigene Fähigkeiten. Dadurch unterbindet sie autonome Handlungen und das selbstständige Lösen von Herausforderungen.
  4. Externale Schuldzuweisung: Für Probleme im Leben des Kindes gibt die Mutter anderen Personen – Freunden, Erziehern, Lehrern – die Schuld.

Diese vier Anzeichen treten bei Helikopter-Müttern gemeinsam, jedoch in unterschiedlicher Ausprägung auf.

Eine gesteigerte Form dieser Verhaltensweisen zeigt sich, wenn Mütter Probleme und Herausforderungen ihrer Kinder aktiv für diese aus dem Weg räumen. Entsprechendes Handeln kennzeichnet sie als Rasenmäher-Mutter.

Typische Verhaltensweisen einer Helikopter-Mutter

Im Alltag manifestieren sich die charakteristischen Merkmale einer Helikopter-Mutter in typischen Verhaltensweisen:

  • Trennungsangst: Sobald das Kind sich nicht in unmittelbarer Nähe befindet, reagiert die Mutter unruhig bis nervös.
  • Überangst: In alltäglichen Situationen sieht die Mutter Gefahrenpotenzial für das Kind und verhindert, dass es allein draußen spielt oder Wege selbstständig zurücklegt.
  • Unfähigkeit, persönliche Grenzen zu akzeptieren: Die Mutter mischt sich aktiv in die Probleme des Kindes mit Gleichaltrigen ein oder beschwert sich bei schlechten schulischen Leistungen des Nachwuchses beim Lehrer.
  • Verantwortungsabnahme: Sie nimmt dem Kind schwierige Aufgaben für die Schule sowie im Alltag ab.
  • Kontaktbeschränkung: Die Freunde des Kindes wählt die Mutter nach wahrgenommenen Vorzügen und Fördermöglichkeiten für den Nachwuchs aus.
  • Versagensangst: Die Mutter fürchtet, sich zu wenig für das Wohl des Kindes zu engagieren und neigt zu unrealistischen Vergleichen mit anderen Müttern.
  • Leistungsdruck: Schulische und außerschulische Erfolge des Kindes stehen für die Mutter an erster Stelle und wirken sich massiv auf ihren wahrgenommenen Selbstwert aus.
  • Bedürfnis nach Kontrolle: Die Mutter strukturiert den Tag des Kindes nach ihren Ansprüchen und Anforderungen; sie räumt ihm keine individuellen Freiheiten ein.
  • Verwöhnung: Sie versucht, die Wünsche des Kindes vorauszuahnen und sie ausnahmslos zu erfüllen.
  • Vergleich mit anderen: Der Gedanke, der Nachwuchs steht hinsichtlich Leistung, Ansehen oder materiellem Besitz hinter anderen zurück, löst bei der Mutter Angst, Unwohlsein oder Wut aus.

Viele Helikopter-Mütter schrecken vor einer emotionalen Konfrontation mit dem Kind zurück. Aus dem Grund versuchen sie, negative Gefühle wie Enttäuschung, Frust oder Angst von ihm fernzuhalten.

 

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