Mit Kindern einen respektvollen Umgang lernen – So gehts:

Höflichkeit und gegenseitiger Respekt legen den Grundstein für ein friedliches Miteinander. Daher erhält das Erlernen gesellschaftlicher Umgangsformen hohe Relevanz für die Entwicklung der kindlichen Sozialkompetenz. Wir zeigen Dir wie Du in der Familie den Kindern einen respektvollen Umgang lernen kannst und welche Gründe es für respektloses Verhalten gibt:

Deinem Kind einen respektvollen Umgang beibringen Copyright: jm_video13, bigstock

Respekt mit Kindern lernen – Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei Kindern unter vier Jahren resultiert respektloses oder unhöfliches Verhalten mitunter aus mangelnder Kommunikationsfähigkeit. Das Unvermögen, den Mitmenschen eigene Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen, führt bei ihnen zu Frust und Trotz.
  • Kinder lernen durch das Nachahmen ihrer Bezugspersonen. Das bewusste und unbewusste Verhalten der Eltern nimmt auf den Umgang des Nachwuchses mit anderen Personen Einfluss.
  • Zwingen Eltern dem Nachwuchs Umgangsformen auf, behandeln sie ihn respektlos, indem sie ihre Macht ausüben. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass Kinder soziale Ängste entwickeln.

Warum benehmen sich Kinder respektlos?

Respektloses Verhalten entsteht bei Kindern aus unterschiedlichen Gründen. Im Alter von unter drei Jahren zeigt es sich während der Trotzphase als Versuch, elterliche Grenzen auszutesten. Ebenfalls führt die Autonomiephase im Vorschulalter – „Wackelzahnpubertät“ genannt – zu vermehrten Wutausbrüchen und Respektlosigkeit gegenüber den Bezugspersonen.

Bisweilen sind respektloses Verhalten und Trotz auf das kindliche Unvermögen zurückzuführen, Wünsche klar zu formulieren. Ab 18 Monaten beginnen Kinder, ihre ersten Worte zu sprechen. Bis zum Vorschulalter drücken sie sich zum Großteil nonverbal aus. Ihr Missfallen äußern sie durch:

  • Rückzug
  • Weinen
  • Schreien
  • Gestikulieren
  • Wegschlagen

Sie lernen durch Erleben, dass Sprache als Kommunikationsmittel dient. Bis sich ihre Sprachfähigkeit so weit entwickelt, dass sie ihre Wünsche und Bedürfnisse verbal kommunizieren, dauert es bis zum Alter von sechs bis sieben Jahren.

Missverstehen Eltern oder andere Bezugspersonen die nonverbale Kommunikation des Kindes, reagiert es mit vermeintlicher Respektlosigkeit. Sie ist in dem Fall Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit.

Ebenfalls wirkt sich die Eltern-Kind-Bindung auf das Sozialverhalten des Nachwuchses aus. Entwickeln Kinder Bindungsstörungen, äußern sich diese in ängstlichem bis aggressivem Verhalten.

Wie bringen Eltern ihrem Nachwuchs respektvollen Umgang bei?

Im Alltag als Vorbild agieren

Kinder lernen, indem sie ihre Umwelt beobachten und Bezugspersonen nachahmen. Um ihnen einen respektvollen Umgang zu vermitteln, gehen Eltern mit gutem Beispiel voran. Dafür zeigen sie dem Nachwuchs den Respekt, den sie sich umgekehrt von ihm wünschen:

  • Grußformeln verwenden
  • Aufforderungen verständlich als Bitte formulieren
  • Dank äußern
  • Kindern aufmerksam zuhören und ihnen nicht das Wort abschneiden

Vater und Mutter vermeiden es, dem Kind Umgangsformen aufzuzwingen. Üben sie auf die Weise Macht auf ihren Nachwuchs aus, leben sie ihm eine respektlose Verhaltensweise vor.

Sinn von Umgangsformen erklären

Im Alter von zwei Jahren beginnen Kinder langsam Zusammenhänge zu begreifen und Dinge zu hinterfragen. Während dieser „Warum-Phase“ erfordert das Anerziehen guter Umgangsformen die Erklärung der Eltern. Sie vermitteln dem Nachwuchs, warum es wichtig ist, zu grüßen oder sich zu bedanken.

Umgekehrt erklären sie dem Nachwuchs, dass Schimpfworte und respektloses Verhalten verletzend wirken. Im Kindergartenalter benutzen Kinder mit Vorliebe Begriffe aus der Fäkalsprache, ohne deren Bedeutung zu verstehen. Anhand der elterlichen Reaktion bemerken sie, dass sie mit den Worten provozieren und schockieren.

Dass sie damit die Erwachsenen aus dem Gleichgewicht bringen, gibt ihnen ein Gefühl kindlicher Macht. Gleichzeitig merken sie, dass sie mit dem Gebrauch der Schimpfworte Spannung abbauen. Das erhöht ihren Reiz. Um ihn zu minimieren, erklären ihnen die Eltern, dass die verletzenden Worte ihre Mitmenschen traurig stimmen.

Respektvolles Verhalten gezielt loben

Benehmen sich Kinder in einer Situation vorbildlich, freuen sie sich über die Anerkennung der Eltern. Diese beziehen ihr Lob gezielt auf das positive Verhalten, beispielsweise:

  • „Ich empfinde es als schön, dass Du die Nachbarn grüßt.“
  • „Ich freue mich, dass Du Dich beim Opa für das Geschenk bedankt hast.“
  • „Es freut mich, dass Du Deine Schwester mitspielen lässt.“

Durch das konkrete Benennen einer gewünschten Verhaltensweise fühlt sich das Kind bestätigt und wertgeschätzt.

Grenzen freundlich, aber bestimmt setzen

Benehmen sich Kinder respektlos und reagieren nicht auf die Hinweise der Eltern, folgen sofortige Konsequenzen. Beispielsweise verweigern diese die Beteiligung an einem Spiel, wenn der Nachwuchs:

  • Schimpfworte gebraucht
  • schreit
  • sich aggressiv verhält

Sie erklären ihm, dass ihre Weigerung keine Strafe darstellt. Indem sie verlässliche und belastbare Grenzen setzen, geben die Eltern ihm in bekannten und unbekannten Situationen Halt.

Verbesserungsvorschläge unter vier Augen besprechen

Das Kind für unhöfliches Verhalten vor Mitmenschen bloßzustellen, bedeutet, Macht auszuüben und soziale Ängste zu schüren. Gleichzeitig merkt sich der Nachwuchs die respektlose Behandlung innerhalb der Familie und verinnerlicht sie.

Fehler, die er im Umgang mit anderen begeht, sprechen die Eltern wertfrei zu Hause und in Ruhe an. Dabei hinterfragen sie das Verhalten des Kindes. Das Interesse für seine Beweggründe zeugt von Fürsorge und Respekt.

 

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