Depression bei Kindern und Jugendlichen: Wie Eltern helfen können

Depression bei Kindern und Jugendlichen – Wir zeigen Euch wir ihr Sie erkennt und wie ihr als Eltern helfen könnt: Was früher vorschnell als pubertäres Anzeichen gewertet wurde, kann heute wegen der Akzeptanz psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft beim Namen genannt werden. Es häufen sich die Meldungen über psychisch erkrankte Jugendliche bei den Krankenkassen. Was früher häufig unbeachtet blieb, lässt heute alle Alarmglocken schrillen. Besonders die Depression steht dabei im Vordergrund. Dabei ist mit diesem Krankheitsbild keinesfalls nachlässig umzugehen. Denn das Leben des Jugendlichen kann bedroht sein. Darum sollten Eltern schnell handeln.

Depression oder depressive Stimmung? Copyright: elenbessonova, bigstockphoto

Depression bei Jugendlichen erkennen:

Hilfe für depressive Jugendliche ist von absoluter Notwendigkeit. Jedoch muss die Krankheit auch als solche erkannt werden. Folgende Symptome treten typischerweise auf:

  •  Stimmungsschwankungen
  •  Mangelndes Selbstwertgefühl
  •  Rückzug von sozialen Kontakten
  •  Antriebslosigkeit
  •  Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  •  Häufiges Sinnieren, einhergehend mit Zukunftsängsten

Nimm solche Anzeichen als Vorwarnung und tue sie nicht leichtfertig ab. Denn dein Kind benötigt Hilfe.

Wenn die Krankheit erkannt wurde

Solltest du die Vermutung haben, dass dein Sprössling an einer Depression leidet, solltest du nicht versuchen, diese auf eigene Faust zu behandeln. Führe ein Gespräch mit deinem jugendlichen Kind und lege deine Vermutung vorsichtig auf den Tisch. Halte dich an Fakten und bringe keine Mutmaßungen ins Spiel. Erkläre, dass ihr nun dringend eine professionell helfende Hand benötigt. Viele Jugendliche schrecken vor Besuchen bei Therapeuten zurück, weil sie nicht für verrückt gehalten werden wollen. Stelle klar, dass das Stigma „irre sein“ nicht existiert, und ein Relikt aus der dunklen Vergangenheit ist.

Erkläre während der Unterhaltung, wofür ein Therapeut oder Psychiater steht. Diese Leute sind dafür da, um kranke Seelen zu heilen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Versichere dem Jugendlichen außerdem, dass du das Problem diskret behandeln und es nicht vor Freunden oder weitläufigen Verwandten diskutieren wirst. Diese Angst steckt nämlich immer tief in Betroffenen. Sie fürchten, für schwach gehalten und lächerlich gemacht zu werden.

Die Möglichkeiten der Behandlung der

Abhängig davon, ob der Jugendliche an einer leichten oder eher schweren Depression erkrankt ist, wird der Arzt oder Therapeut die Behandlung aufsetzen. Am Anfang steht immer die umfängliche Aufklärung über das Krankheitsbild, sodass die Eltern und der Jugendliche gut über die Erscheinungsformen der Depression aufgeklärt sind.

Die Behandlung einer leichten Depression findet begleitend und meist ohne Therapie statt. Eltern erhalten wertvolle Hinweise darüber, wie aufgetretene Belastungen verringert werden können. Stressfaktoren musst du dem betroffenen Jugendlichen so weit wie möglich ersparen, um eine Genesung voranzutreiben. Zusätzlich wird den Eltern erklärt, wie sie eine tiefere und bessere Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können. Nicht zuletzt gibt es in regelmäßigen Abständen Wiederholungsbesuche beim behandelnden Arzt, um zu überprüfen, ob Fortschritte gemacht wurde. Stellt sich nach einigen Monaten keine Besserung ein, sollte über eine Therapie nachgedacht werden.

Behandlung einer schweren Depression bei Jugendlichen

Du musst dir klarmachen, dass eine schwere Depression durchaus zu Suizidgedanken führen kann. Daher ist es wichtig zu handeln, und zwar schnell. Nach dem Beratungsgespräch wird der behandelnde Arzt eine Therapie vorschlagen. Diese ist auf jugendliche Patienten zugeschnitten und beschäftigt sich mit der Lösung der typischen Probleme dieses Alters. In Sitzungen werden Gespräche geführt, manchmal gibt es auch Gruppensitzungen. In diesen trifft dein Nachwuchs auf weitere betroffene Jugendliche und kann sehen, dass das Problem nicht allein ihn betrifft.

Wenn Therapien nicht helfen, werden als letztes Mittel Antidepressiva verschrieben. Um dabei die korrekte Einnahme zu gewährleisten und um die Dosis korrekt einzustellen, wird das häufig im Verlauf einer stationären Behandlung vorgenommen. Auch hier sind Therapien mit von der Partie, die ähnlich verlaufen wie bei einer ambulanten Behandlung. In jedem Fall steht im Vordergrund, einen möglichen Rückfall nach der Therapie zu verhindern. Jedoch werden sowohl Eltern als auch die Jugendlichen darüber ins Bild gesetzt, dass Rückfälle häufig auftreten.

Was die Familie tun kann

Jugendliche, die von Depressionen geplagt werden, benötigen viel Aufmerksamkeit. Es ist ein guter Weg, wenn du Gespräche beginnst, und versuchst, diese am Laufen zu halten. Das kann sich als durchaus schwierig gestalten, denn häufig blocken Jugendliche ab und geben nur einsilbige Antworten von sich. Beharrlichkeit ist hier wichtig. Gib nicht auf, du wirst mit Hartnäckigkeit irgendwann zu deinem Kind durchdringen.

Belastungen wie Familienstreitigkeiten müssen bereinigt werden. Jugendliche, die an Depressionen erkranken, fühlen sich psychischem Stress ausgesetzt, dem sie ihrem Empfinden nach nicht gewachsen sind. Vielleicht möchtest du einen erkrankten Kind versuchen zu erklären, dass Streitereien von den Eltern durchaus zum Zusammenleben dazu gehören und nicht zwangsläufig das Ende der Ehe oder das Zerbrechen einer Familie bedeuten.

Schulischer Stress kann zwar nicht verhindert werden, aber er kann in eine gesunde Relation gebracht werden. Sage deinem Sprössling, dass schlechte Noten nicht das Ende der Welt bedeuten. Auch eine verpasste Versetzung führt nicht dazu, dass Chancen auf gute Berufe im späteren Leben zunichtegemacht sind. Zeige, dass du Anteil an seinen Sorgen nimmst und dazu bereit bist, zu helfen. Vor allem musst du klar machen, dass du zu deinem Kind stehst, ganz egal, was kommt.

Tipps für Hilfen gegen Depressionen bei Jugendlichen

Es gibt ein paar Dinge, die ohne großen Aufwand zu Hause umgesetzt werden können und sich als hilfreich erweisen werden. Dazu gehören:

  •  Aufrichtung des Selbstwertgefühls des Jugendlichen.
  •  Planung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten, die dem Jugendlichen Spaß machen.
  •  Strukturierung des Alltags, um eine gewisse Selbstsicherheit zu vermitteln.
  •  Reduzierung von Stress und Belastungen.

Natürlich ist das nicht das Allheilmittel, und in jedem Fall muss noch einmal erwähnt werden, dass eine Depression auch bei Jugendlichen immer eine ernste Angelegenheit darstellt. Es ist keine Spinnerei, die dem Alter zugeschrieben werden kann, sondern ein Zustand der tiefen Verzweiflung, der selbst Gedanken an Suizid nicht ausschließt. Somit ist es von großer Wichtigkeit, sich so früh wie möglich professionelle Hilfe zu suchen.