Löwenmutter oder Helikopter Mama – Ab wann ist deine Frau eine Helikopter Mutter?

Die Stellung der Mutter in der Familie und in der Beziehung zum Kind ist enorm hoch einzuschätzen. Dennoch kommt es darauf an das Verhalten richtig einzuschätzen und dem Kind genügend Freiraum in seinem Aufwachsen zur Verfügung zu stelllen. Wir wollen den Unterschied zwischen einer Löwenmutter und dem übertriebenen Helikopterverhalten (engl. helicopter parents oder paranoid parents) klären.

Löwenmutter oder Helikopter Verhalten
Löwenmutter oder Helikopter Verhalten? Copyright: ViDi Studio, bigstockphoto.com

Eine Löwenmutter verteidigt ihr Kind bis aufs Blut, es ist ihr aber auch wichtig, dass das Kind eigene Erfahrungen macht, eine Löwenmutter lässt auch andere Meinungen zu. Dabei achtet eine normale Mutter darauf, dem Kind seinen persönlichen Freiraum zu gewähren. Das Verhalten einer Helikoptermutter ist dagegen geprägt von Kontrolle. Ständige Überbehütung führt zu unselbstständigem Nachwuchs. Als Vater ist es nicht leicht, angemessen darauf zu reagieren. Streit droht, der das Familienleben überschattet. Aber es ist wichtig, einzugreifen, um Deinem Kind eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

Was sind die Anzeichen für Helikopterverhalten?

Elf Anzeichen für Helikopterverhalten:

  1. Ist die Mutter vom Kind getrennt, reagiert sie mit Unruhe und Sorge um sein Wohlergehen. Ihr fällt es schwer, sich auf andere Dinge zu konzentrieren.
  2. Hat das Kind Streit mit einem Freund, mischt sich die Mutter sofort ein. Das Kind ein Problem selbst lösen zu lassen, kommt für sie nicht infrage.
  3. Die Mutter fährt den Nachwuchs überall hin. Selbst die kürzesten Wege darf das Kind nicht allein gehen.
  4. Bei jedem schulischen Problem sucht die Mutter das Gespräch mit dem Lehrer. Nicht selten ist dieser nach Meinung der Mutter der Schuldtragende.
  5. Ernste Themen hält die Mutter von ihrem Kind fern. Tabuthemen spricht sie nicht an.
  6. Die Mutter leidet unter Versagensängsten. Sie befürchtet, das Kind nicht optimal zu fördern.
  7. Schulischer Erfolg steht für die Mutter an erster Stelle. Zusätzlich zu schulischen Leistungen organisiert sie die Bildung des Kindes.
  8. Die Freizeitgestaltung des Kindes ist stark reglementiert. Jeden Tag steht eine andere sportliche oder musikalische Aktivität auf dem Programm. Häufig ist die Mutter bei jeder Trainingsstunde dabei.
  9. Die Mutter nimmt dem Kind alles ab. Sie sitzt etwa bei den Hausaufgaben dabei und ist stets mit Erklärungen zur Stelle.
  10. Bei jedem Schul- oder Vereinsprojekt engagiert sich die Mutter. Sie backt Kuchen und ist bei der Organisation dabei.
  11. An Aktivitäten teilzunehmen, verweigert die Mutter ihrem Kind aus Angst. Dies betrifft schulische Belange wie eine Klassenfahrt ebenso wie Unternehmungen in der Freizeit.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands Josef Kraus¹ unterscheidet drei Helikopter-Typen:

  • Transporthubschrauber: Der Transporthubschrauber übernimmt den Taxidienst für das Kind. Aus Angst vor potenziellen Gefahren fährt er den Sprössling möglichst nah an den Bestimmungsort. Dafür nimmt der Transporthubschrauber das größte Verkehrschaos in Kauf. Das Kind selbst kürzeste Wege allein gehen zu lassen, ist undenkbar.
  • Rettungshubschrauber: Das Ziel des Rettungshubschraubers ist, das Kind vor jeglicher Unbill zu schützen. Hat das Kind Streit mit einem Freund, mischt sich der Rettungshubschrauber ein. Es geht so weit, dass er das Gespräch mit den Eltern des Freundes sucht. Hat das Kind des Rettungshubschraubers etwas vergessen, bringt er es dem Sprössling vorbei.
  • Kampfhubschrauber: Diese Form des Hubschraubers geht den Weg der Beschwerde. Seien es Lehrpläne, Notengebung oder Schulausflüge, der Kampfhubschrauber geht auf Konfrontationskurs. Auf Elternkonferenzen ist er der erste, der sich über bestehende Verhältnisse mokiert. Nichts ist ihm gut genug für sein Kind.

Ist Deine Frau eine Helikoptermama, nimmt sie Eurem Kind damit jeglichen Freiraum. Es hat kaum eine Möglichkeit zur freien Entfaltung. Dies hemmt seine Entwicklung und schwächt sein Selbstvertrauen. Einengung und Zwang führen zur Abhängigkeit des Kindes. Passives Verhalten und mangelnde Kompetenzen sind die Folge. Im Gegensatz zur Löwenmutter übt sie beständig Druck auf das Kind aus.

Welche Möglichkeiten zum Eingreifen gibt es?

Achte auf Dein eigenes Verhalten. Siehst Du bei Dir Anzeichen für Helikopterverhalten, besteht bei Dir Handlungsbedarf. Bei ausgeprägtem Helikoptertum beider Elternteile ist es ratsam, sich Hilfe von außen zu holen. Neigst Du nicht zu Helikopterverhalten, hast Du die Möglichkeit, entgegenzuwirken. Ein Weg ist, die Vorteile des Erziehungsstils einer Löwenmutter aufzuzeigen.

Glück für das Kind, wenn es eine Löwenmutter hat

Vor allem beim Lernen ist Zwang der falsche Weg. Ist Angst im Spiel, schaltet sich im Gehirn der Mandelkern ein. Er reguliert den Fluchtinstinkt. Bei Gefahr sendet die Amygdala Botenstoffe aus, die das kreative Denken hemmen. Erfolg versprechend ist der Weg einer Löwenmutter, auf die natürliche Neugier des Kindes zum Lernen zu bauen. Eine entspannte Lernatmosphäre fördert den Lerneifer des Kindes.

Bekommt das Kind alles abgenommen, baut es kein Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten auf. Sofortige Einmischung verhindert das Ausbilden sozialer Kompetenzen des Kindes. Eine Löwenmutter lässt das Kind eigene Erfahrungen und Fehler machen. Dies fördert sein Selbstbewusstsein. Das Vertrauen einer Löwenmutter in seine Fähigkeiten helfen ihm bei seiner Entwicklung und erhöhen seine Sozialkompetenz.

Was kannst du tun wenn ihr eine Helikopter Mutter habt?

In Gesprächen machst Du Deine Frau auf ihr Verhalten aufmerksam. Zeige die Gefahren des Helikopter-Erziehungsstils auf. Dabei vergisst Du nie den nötigen Respekt. Wandelt sich Deine Frau zur Löwenmutter, behält sie die für sie notwendige Kontrolle. Als Löwenmutter übernimmt sie diese nicht vollständig. Euer Kind behält seinen Freiraum zur persönlichen Entfaltung. Durch das Stecken von Grenzen zeigt eine Löwenmutter ihrem Kind Regeln auf

Quellen: