Mein Kind hat viele Leberflecke und es werden immer mehr?

In der Kindheit entstehen auch unsere Leberflecke es werden immer mehr? Eltern sind in Deutschland an Vorsorgeuntersuchungen gewöhnt. Vorbeugen ist schließlich besser als Heilen und so machst Du Dir auch Gedanken, wenn Du siehst, dass Dein Kind nach und nach immer mehr Leberflecken oder Muttermale bekommt. Durch die Presse geht regelmäßig der Zusammenhang zwischen Leberflecken und Hautkrebs, Ärzte sprechen auch vom malignen Melanom. Ist das also gefährlich für Deinen Nachwuchs und wie oft sollte die Haut untersucht werden? Unser Ratgeber liefert einige Antworten.

Leberflecke beim Kind
Untersuchung der Leberflecke beim Kind, Copyright: AndreyPopov, bigstockphoto.com

Kinder mit vielen Leberflecken

Das ist erst mal nicht schlimm, sollte aber beobachtet werden. Eine hohe Anzahl an Muttermalen kann das Risiko für einen späteren Hautkrebs erhöhen. Früh erkannt ist die Erkrankung in der Regel heilbar.

Der Leberfleck und das Hautkrebsrisiko

Hautkrebs ist eigentlich eine Erkrankung des Erwachsenenalters. Im Durchschnitt ist aber immerhin jeder hundertste Patient ein Kind. Ärzte können besonders bei Kindern unter zehn Jahren nicht den bewährten ABCDE-Regeln für Erwachsene folgen, die sie sonst zur Beurteilung eines Leberflecks einsetzen. Das macht die Situation kompliziert.

Generell gilt, dass Du mit Deinem Nachwuchs zum Kinderarzt oder Hautarzt gehen solltest, wenn sich ein vorhandener Leberfleck rasant verändert oder ein Muttermal neu auftritt und stetig wächst. Bei Kindern kann Hautkrebs übrigens auch rot oder rosa sein und die Hautveränderung kann spontan bluten. Medizinische Studien haben ergeben, dass Kinder mit vielen Muttermalen später eher atypische Formen entwickeln, die Ärzte mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs in Verbindung bringen.

Fünf Fakten zum Thema Kinder mit vielen Leberflecken

  1. Leberflecken entwickeln sich bei Kindern nur extrem selten zu Hautkrebs.
  2. Von 100 Patienten mit einem malignen Melanom ist nur einer ein Kind.
  3. Sonnenbrände können das Hautkrebsrisiko für Kinder mit vielen Leberflecken steigern.
  4. Ist ein Verwandter ersten Grades von Hautkrebs betroffen, steigt das Risiko für Dein Kind ebenfalls.
  5. Betroffenen Kindern sollte beigebracht werden, ihre Leberflecken selbst zu beobachten.
Leberflecke beim Kind
Leberflecke beim Kind, Copyright: AndreyPopov, bigstockphoto.com

Was Hautärzte Kindern und Eltern empfehlen

Du kannst einiges tun, um Dein Kind trotz vieler Leberflecken vor Hautkrebs zu schützen. Eine Sensibilisierung für das Thema wird Deinem Nachwuchs auch im Erwachsenenalter helfen, Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen.

→ UV-Strahlen sind schädlich für die Haut. Ein heftiger Sonnenbrand aus der Kindheit bleibt den Hautzellen sozusagen negativ im Gedächtnis. Du kannst Dein Kind mit Schatten, Sonnencreme und UV-Schutzkleidung vor diesen Auswirkungen der Sonne bewahren. Aber übertreibe es mit dem Bedecken der Haut bitte nicht, denn Kinder benötigen das Sonnenlicht zur Bildung von Vitamin D für ein gesundes Knochenwachstum.

→  Kinderhaut ist noch viel dünner als die Haut erwachsener Menschen. Zusätzlich halten sich Kinder viel im Freien auf und bemerken beim Spielen oft nicht, dass sich ihre Haut schon zu röten beginnt. Hellhäutige Kinder haben einen deutlich geringeren Eigenschutz der Haut als dunkelhäutige Kinder.

→  Die Nutzung eines Solariums oder einer Sonnenbank stellt einen Risikofaktor für Hautkrebs dar. Sprich mit Deinem Teenager darüber. Kinder sollten sich ohnehin von künstlichem UV-Licht fernhalten.

→ Bringe Deinem Kind schon früh bei, seine Muttermale zu beobachten, ohne dabei Panik zu schüren. Angst ist nicht sinnvoll, weil ein malignes Melanom im Kindesalter so selten ist und früh erkannt rasch und gut behandelt werden kann. Verändert sich ein Leberfleck oder tritt er plötzlich neu auf und wächst rasch, ist ein Besuch beim Hautarzt oder Kinderarzt angebracht.

→ Hat Dein Kind sehr viele Muttermale, wird der Kinderarzt sie beobachten und seinen Patienten frühzeitig zum Hautarzt überweisen. Dort werden alle Befunde mit dem Dermatoskop überwacht und dokumentiert. Beim geringsten Verdacht auf eine bösartige Veränderung kann der Mediziner eine Probe des Leberflecks entnehmen und entsprechende weitere Schritte einleiten.

→ Ist Dein Kind erwachsen, steigt das Hautkrebsrisiko statistisch gesehen an. Daher wird es auch als Erwachsener regelmäßig zum Hautarzt gehen und sich untersuchen lassen. Mittlerweile hat der Facharzt moderne Diagnostikmethoden wie zum Beispiel die elektrische Impedanzspektroskopie (Nevisense), die den Patienten überflüssige Operationen ersparen kann. Die Untersuchung spürt Unregelmäßigkeiten im Leberfleck auf, die für eine Entartung sprechen können. Von unauffälligen Muttermalen muss der Hautarzt so keine Proben entnehmen.

→ Du siehst, Du kannst viel tun, um das Hautkrebsrisiko Deines Kindes auch trotz vieler Muttermale zu senken. Geh am besten mit gutem Beispiel voran. Schütze auch Deine eigene Haut vor zu viel Sonne und nimm regelmäßig die Vorsorgeuntersuchung bei Deinem Hautarzt wahr.

Quellen:

  • Thomas Baumann, Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015
  • Peter H. Höger, Kinderdermatologie: Differenzialdiagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen (mit 272 Tabellen), Schattauer Verlag, München 2007
  • Ulrike Blume-Peytavi, ?Helga Albrecht-Nebe, ?Kathrin Hillmann; Atlas der Pädiatrischen Dermatologie; John Wiley and Sons, 2018