Sorgerecht: Das darfst Du als Vater allein entscheiden

Nicht nur Kinder leiden unter einer Trennung, auch Eltern haben es dabei nicht leicht. Väter müssen zudem viele Dinge beachten, wenn es um das Sorgerecht geht. Was dürfen die Papas nach der Trennung alleine entscheiden, wenn die getrennten Eltern sich das Sorgerecht teilen? Im Rechtsjargon ist das ziemlich einfach ausgedrückt. Doch manchmal bleiben Zweifel an der Auslegung der Gesetze. Hier wird ein wenig Licht ins Dunkel gebracht.

Rechte als Vater
Rechte als Vater Copyright: everest comunity, bigstockphoto

Das gemeinsame Sorgerecht ist für die Kinder viel mehr als eine gute Sache. Denn sie haben das Recht, beide Elternteile zu sehen und Umgang mit ihnen zu haben. Im besten Fall kommen Paare in der Trennungsphase noch so gut miteinander zurecht, dass sie es schaffen, einen guten Kompromiss im Umgang mit den Kindern zu finden. Leider ist das nicht immer der Fall.

Muss ein Vater alle Entscheidungen der Kindesmutter hinnehmen?

Im deutschen Gesetz heißt es, dass Angelegenheiten mit erheblicher Bedeutung gemeinsam zu entscheiden sind. Dazu gehört beispielsweise die Vertretung des Kindes vor diversen Behörden, sollte dies einmal nötig sein. Auch in der Abstimmung der Erziehungsmethoden müssen sich beide Elternteile einigen.

Geht es um den Wohnort, so greift das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Eine Mutter kann mit dem Kind nicht einfach den Wohnort wechseln, wenn dieser weit entfernt vom Vater ist. Ein Umzug in der Nähe ist oft als zumutbar deklariert. Geht es um die schulische oder berufliche Bildung, so müssen sowohl Vater als auch Mutter ihre Meinung beisteuern und gemeinsam entscheiden.

Nicht zuletzt gilt das auch bei der Wahl einer Kindertagesstätte, einer Schule oder sonstigen Bildungseinrichtung. Bei Vermögensfragen oder bei der medizinischen Versorgung ist es notwendig, sich mit dem anderen Elternteil auseinanderzusetzen.

Das sind schon eine Menge Dinge, die beide Elternteile besprechen und entscheiden müssen. Wenn eine persönliche Einigung nicht möglich ist, kann der Weg über Gerichte eingeschlagen werden. Für alle Beteiligten ist das allerdings nervenaufreibend, anstrengend und natürlich kostspielig. Daher sollte im Vorfeld erwogen werden, ob sich zwei Erwachsene nicht an einen Tisch setzen können, um gemeinsam Entscheidungen für die Kinder zu treffen. Auf keinen Fall ist es aber so, dass die Mutter entscheidet und ein Vater nichts unternehmen kann, wenn er mit der Lösung einer Angelegenheit nicht einverstanden ist.

Buchtipp: Sorgerecht: Was darf der Vater entscheiden

Beate Wernitznig hat einen sehr guten Ratgeber geschrieben, der vor allem für Väter lesenswert ist. „Meine Rechte und Pflichten als Vater“ klärt nicht nur über die Pflichten getrennter Väter auf, sondern zeigt deutlich, dass es auch Rechte gibt. Wann und wie oft sie ihr Kind sehen dürfen, welche Entscheidungen nicht alleine von der Mutter getroffen werden können, und wie die finanzielle Seite geregelt ist, wird im Buch leicht verständlich aufgezeigt.

Meine Rechte und Pflichten als Vater *
Eine vernünftige Kommunikation der Elternteile macht allen Beteiligten das Leben einfacher. Selbst wenn die Bitterkeit über das Scheitern der Beziehung vorherrscht, geht es um das Wohl eines gemeinsamen Kindes. Dieser Gedanke sollte es Vätern und Müttern erleichtern, einen akzeptablen Weg des gemeinsamen Umgangs zu finden.

Was kann der Vater entscheiden, ohne die Mutter zu fragen?

Lebt ein Kind nach der Trennung beim Vater, oder verbringt es einen längeren Zeitraum bei ihm, so wird es immer wieder zu Fragen kommen, die einer Lösung bedürfen. Juristen nennen das „Angelegenheiten des alltäglichen Lebens bzw. der alltäglichen Betreuung“. Nicht für jede Kleinigkeit muss ein Anruf bei der Mutter erfolgen. Gleichwohl muss die Mutter, falls das Kind bei ihr lebt, nicht wegen jeder Nichtigkeit den Papa anrufen, um seine Zustimmung einzuholen.

Ist für ein Kind ein Ausflug mit der Kita oder Schule geplant, kann die Teilnahme von nur einem Elternteil erlaubt werden. Nicht jede Einladung zu einer Party von Freunden des Kindes müssen von beiden Eltern bewilligt werden, das ginge zu weit. Ein Vater kann beispielsweise auch eine dritte Person bestimmen, die das Kind von der Kita oder Schule abholen darf, falls er verhindert ist. Selbstverständlich darf der Vater auch ohne Zustimmung der Mutter die Umsetzung der täglichen Erziehung gestalten.

Das schließt Fragen der Ernährung ein, aber auch die Zeiten für das zu Bett gehen. Routineuntersuchungen beim Arzt oder Termine zum Impfen, aber auch zahnärztliche Behandlungen sind weitere Angelegenheiten der alltäglichen Routine, die von nur einem Elternteil entschieden und terminlich vereinbart werden können. Sollte das Kind einem Verein beitreten wollen, wird dort nur eine Zustimmung eines Erziehungsberechtigten verlangt. All diese Dinge erleichtern das tägliche Miteinander von Vater und Kind immens.

Vater allein entscheiden

 

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