Allein oder Begleitet: Wie sicher ist der Schulweg?

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Sicherer Schulweg, Copyright: romrodinka

Sobald der Nachwuchs in die Grundschule kommt, spielen die Themen Schulweg und Mobilität für die Eltern eine große Rolle. Für ein Kind bedeutet es einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit, den Weg zur Schule allein zu meistern. Fehlende Fußgängerwege sowie verkehrsstarke Strecken erschweren das Unterfangen. Für Eltern empfiehlt es sich, den Schulweg ihrer Kinder mit ihm gemeinsam abzugehen und ihn dabei auf seine Sicherheit zu überprüfen.

Sicherer Schulweg, Copyright: romrodinka

Was macht einen sicheren Schulweg aus?

Ohne vorherige Übung fällt es Kindern schwer, den Schulweg allein zu bewältigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie zu Fuß unterwegs sind, den Bus oder das Fahrrad nehmen. Damit der Nachwuchs die Strecke kennenlernt, begleiten die Eltern ihn wenigstens einmal von der Haustür bis zum Schulgelände.

Unternimmt die Familie den Schulweg gemeinsam, verschaffen sich die Eltern einen Überblick über:

  • dessen Länge
  • die Zeit, die ihr Kind dafür braucht
  • die Beschaffenheit von Gehwegen und Straßen
  • etwaige Gefahren für den Nachwuchs

Gleichzeitig trägt ein gemeinsamer Spaziergang zur Schule dazu bei, Kindern die Unsicherheit zu nehmen. Indem sie die Strecke ein oder mehrmals mit den Eltern laufen, bauen sie Selbstvertrauen auf. Das wirkt sich positiv auf Selbstwert und Selbstwirksamkeit aus.

Wie wählen Eltern den Schulweg ihres Kindes aus?

Bei der Auswahl des Schulwegs steht die Sicherheit des Kindes an erster Stelle. Daher kontrollieren Eltern, auf welcher Strecke die wenigsten Herausforderungen lauern. Zu den möglichen Gefahrenquellen zählen:

  • stark befahrene Straßen
  • schlecht einsehbare Straßenkreuzungen und -übergänge
  • dunkle und einsame Abschnitte
  • fehlende Fußwege

Vorzugsweise wählen Eltern für ihr Kind einen Schulweg mit einer durchgängigen Straßenbeleuchtung. Gute Lichtverhältnisse erleichtern es dem Schulkind, die Strecke morgens bei Dunkelheit oder Dämmerlicht zu bewältigen.

Führt ein optionaler Schulweg des Kindes am Haus von Freunden oder Verwandten vorbei, empfehlen die Eltern ihm diese Strecke. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob sie im Vergleich zu alternativen Wegen mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Ein Weg, der am Haus von Großeltern vorbeiführt, bietet dem Nachwuchs mehrere Vorteile. Durch Besuche von Oma und Opa kennt er einen Teil der Strecke. Gleichzeitig erreicht er schnell vertraute Personen, wenn er sich auf dem Schulweg krank, unwohl oder unsicher fühlt.

Tipps, um den Schulweg für Kinder sicherer zu gestalten

Um dem Nachwuchs beizubringen, den Schulweg sicherheitsbewusst zurückzulegen, üben die Eltern mit ihm schwierige Situationen. Dazu zählen:

  • Wechsel der Straßenseite mit und ohne Ampel
  • Überqueren eines Zebrastreifens
  • Erklimmen steiler Treppen
  • Durchqueren dunkler Tunnel

Vorzugsweise begleiten die Eltern ihr Kind mehrmals auf dem Hin- und Rückweg. Dabei nehmen sie sich ausreichend Zeit, damit der Nachwuchs die Strecke in seinem eigenen Tempo auskundschaftet.

Um die Sicherheit auf dem Schulweg zu erhöhen, spielt die richtige Kinderkleidung eine Rolle. Gutsitzende und feste Schuhe reduzieren die Stolper- und Sturzgefahr. Befinden sich auf dem Schulweg nicht asphaltierte Bereiche mit grobem Schotter oder hervorstehenden Wurzeln, birgt offenes Schuhwerk eine erhöhte Verletzungsgefahr.

An Schuhen und Jacke des Nachwuchses befinden sich vorzugsweise reflektierende Elemente, um seine Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen. Zusätzlich achten die Eltern auf Reflektoren am Schulranzen. Führt der Schulweg durch Tunnel oder dunkle Ecken, kommt eine Warnweste für Kinder als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme infrage.

Damit sich der Nachwuchs auf dem Schulweg sicherer fühlt, empfiehlt es sich, eine Laufgemeinschaft zu gründen. Die Eltern informieren sich in der Nachbarschaft, ob gleichaltrige oder ältere Kinder aus der Gegend zur gleichen Schule laufen. Freundlich fragen Mutter oder Vater des Abc-Schützen, ob:

  • die Schulkinder ihn von zu Hause abholen und mit zur Schule nehmen
  • die Kinder auf dem Schulweg auf ihn warten
  • ältere Kinder ihn auf schwierigen Streckenabschnitten unterstützen und auf ihn aufpassen

Durch dieses Arrangement knüpft der Nachwuchs gleichzeitig soziale Kontakte.

Wann empfiehlt es sich, Kinder zur Schule zu fahren?

Fehlt der Strecke zur Schule ein sicherer Gehweg und gibt es keine Alternative, bleiben den Eltern zwei Möglichkeiten. Einerseits zeigen sie ihrem Kind, wie es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schulgelände kommt. Andererseits fahren sie den Nachwuchs mit dem Auto zur Schule und holen ihn nach Unterrichtsschluss wieder ab.

Fällt es aus Zeitgründen schwer, das Kind täglich zur Schule hin- und wieder zurückzufahren, kommt eine Fahrgemeinschaft infrage. Um diese ins Leben zu rufen, lohnt sich eine Absprache mit den Eltern von Freunden und Klassenkameraden des Kindes.

Dabei planen die Familien, wer die Schulkinder wann fährt. Um die Organisation einer Fahrgemeinschaft zu erleichtern, bietet sich ein an die beruflichen Verpflichtungen der Eltern angepasster Wochenplan an. Dessen Gelingen hängt von der Zuverlässigkeit aller daran beteiligten Erwachsenen ab.

Erschwert ein Termin das rechtzeitige Abholen der Kinder, erhält eine rasche Kommunikation Relevanz. Es ergibt Sinn, einen Notfallplan mit den anderen Eltern auszuarbeiten. Dieser stellt sicher, dass der Nachwuchs trotz einer plötzlichen Terminänderung des aktuellen Chauffeurs zuverlässig zur Schule und wieder nach Hause kommt.

Quellen:

Redaktion, & Gieße, A. (2023, June 19). Sicherer Schulweg zu Fuß: So machen Sie Ihr Kind fit dafür. https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/kindersicherheit/schulweg/kinder-als-fussgaenger/ (abgerufen am 09.11.2023)

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