Was ist ein Vertrauenslehrer, bei was hilft er mir?

Kann ich dem Vertrauenslehrer wirklich vertrauen?

Mit der Einschulung verändert sich das Leben Deines Kindes. Es lernt neue Sprachen kennen, löst erstmals mathematische Rechnungen und bekommt Einblick in naturwissenschaftliche Phänomene. Ungeliebte Hausaufgaben und Klassenarbeiten ersetzen die spielerischen Aktivitäten im Kindergarten. Gleichzeitig wandelt sich das soziale Umfeld. Dein Kind findet nicht nur neue Freunde, sondern folgt erstmals Anweisungen von Lehrern und bekommt andere Ansprechpartner.

Vetrauenslehrer, was macht der
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Unbekannte Rollen und Ansprechpartner nach der Einschulung

Das wirft zahlreiche Fragen auf, mit denen Dein Kind zu Dir kommt. Auf Dich warten Fremd- oder Schimpfwörter der Mitschüler, schwierige Hausaufgaben oder unklare Zusammenhänge aus dem Unterricht. Dein Kind bohrt auch bei ihm unbekannten Angeboten und Rollen nach. So kommt Ihr auf den Vertrauenslehrer zu sprechen. Deine Tochter oder Dein Sohn erwartet von Dir eine Antwort, was der Vertrauenslehrer ist und bei was diese Person hilft. Die nachfolgenden Informationen helfen Dir bei Deiner Erklärung.

Aufgaben eines Vertrauenslehrer als Ansprechpartner

Der Vertrauenslehrer fungiert als erwachsene Ansprechperson für Schüler, die Gesprächsbedarf bei Problemen sehen. In einigen Bundesländern tragen die Vertrauenspersonen auch den Namen Verbindungslehrer. Die anfallenden Aufgaben sind identisch. Das Amt erhalten Lehrer nach einer Wahl, die durch eine Gesamtschülervertretung erfolgt. Generell sind Vertrauenslehrer an jeder Schulform möglich. Die Tätigkeit gilt als Dienstaufgabe. Nach Rücksprache gewährt die Schulleitung einen Nachlass bei den Lehrdeputaten.

Die Formalitäten der Wahl und die Anzahl der Vertrauenslehrer hängen von den gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes ab. Große Schulen bestellen mitunter zwei oder drei Lehrer, manchmal mindestens eine weibliche und eine männliche Lehrkraft. Einige Grundschulen verzichten auf das Amt, da erst ab der ersten Sekundarstufe eine Gesamtschülervertretung existiert.

In der Regel findet die Wahl in den ersten Wochen nach Beginn des Schuljahres statt. Daraufhin üben die Vertrauenslehrer ihre Rolle bis zu den nächsten Sommerferien aus. Einige Schulen bestellen die Vertrauenspersonen abwechselnd für zwei Jahre. Dadurch vermeiden sie, dass zu Beginn des Schuljahres kein Vertrauenslehrer aufgrund der noch ausstehenden Wahl zur Verfügung steht. Für Wiederwahlen der Vertrauenspersonen existiert keine Beschränkung.

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Geht's dir gut oder hast du Kinder in der Schule?: Was der Schulwahnsinn mit uns und unseren Kindern macht und...
  • Willers, Anke (Autor)
  • 208 Seiten - 08.07.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Heyne Verlag (Herausgeber)

Berater für die Schülervertretung

Auf die Frage Deines Kindes antwortest Du, dass der Vertrauenslehrer mehrere Aufgaben besitzt. Zunächst einmal fungiert die Person in beratender Funktion für die Schülervertretung, ohne als deren Interessensvertreter zu fungieren. Daher nimmt der Vertrauenslehrer teil, wenn sich Vertreter der Schüler versammeln, um über wichtige Themen zu diskutieren. Die gewählte Person hilft bei rechtlichen Fragen und unterstützt die Planung von Veranstaltungen der Schüler. Auch regelmäßige Treffen mit den Schülervertretern gehören zu den anfallenden Tätigkeiten.

Vertrauenslehrer als neutraler Vermittler bei Konflikten

Eine weitere Aufgabe der Vertrauenslehrer besteht darin, den Kontakt zwischen den Schülern, deren Eltern, den Lehrern und der Schulleitung zu fördern. Sofern es zu Konflikten kommt, übernimmt die Person eine vermittelnde Funktion. Dabei besitzt der Vertrauenslehrer keine Weisungsbefugnis. Er agiert als Berater. Es geht nicht darum, die Schuldfrage zu klären. Der Vertrauenslehrer zeigt den beteiligten Parteien Wege zu einem Kompromiss auf.

Verschwiegenheitspflicht: offenes Ohr bei Problemen Deines Kindes

Der Vertrauenslehrer hat stets ein offenes Ohr für die Probleme Deines Kindes. Bei allen persönlichen Angelegenheiten ist der Vertrauenslehrer Ansprechpartner für einzelne Schüler. Deine Tochter oder Dein Sohn darf sich mit persönlichen und schulischen Themen an die gewählte Vertrauensperson wenden. Fühlt sich Dein Kind von einem Lehrer unfair behandelt, ist der Vertrauenslehrer sein Ansprechpartner. Letzterer vermittelt neutral, fair und offen zwischen den Schülern und seinen Kollegen.

Äußert Dein Kind Bedenken, über Probleme mit der Vertrauensperson zu reden, weise es auf die Verschwiegenheitspflicht der Lehrkraft hin. Selbst bei gravierenden Vorfällen, wie Drogenproblemen, behält der Vertrauenslehrer die ihm zugetragenen Details für sich. Im gegenseitigen Vertrauen sucht er gemeinsam mit dem Schüler oder Schülerin nach einem Ausweg. Falls erforderlich, knüpft der Vertrauenslehrer die für die Lösung des Problems notwendigen Kontakte. Andere Personen zieht er nur nach Einwilligung Deines Kindes ein. Lehnt Dein Kind das ab, greift selbstverständlich die Schweigepflicht. Du kannst Deinem Kind versichern, dass die Inhalte der vertraulichen Gespräche nicht ohne Rücksprache nach außen dringen.

Unterschied zwischen Vertrauenslehrer und Schulsozialarbeiter erklären

Neben dem Vertrauenslehrer gibt es an vielen Schulen Sozialarbeiter. Informiere Dein Kind über die Unterschiede der beiden Rollen. Beim Schulsozialarbeiter handelt es nicht um einen Lehrer, bei dem der Großteil der Lehrertätigkeit auf den Unterricht entfällt. Stattdessen besitzt die Person eine fachliche Ausbildung, um Dein Kind kompetent in Krisensituationen zu unterstützen. Da die Hauptaufgabe der Sozialarbeiter in der Betreuung der Kinder besteht, haben sie mehr Zeit für jedes einzelne Kind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sie nach vertrauensvollen Gesprächen Deinem Kind nicht im Unterricht gegenüberstehen.

Quellen: