Der richtige Umgang mit Leistungsdruck in der Schule

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Schule Foto: monkeybusinessimages

Umgang mit Leistungsdruck und Stress in der Schule und wie wir Väter unsere Kinder dabei unterstützen, mit dem neuen Druck und den Anforderungen der Schule umzugehen. Nach der Einschulung stellen sich Eltern die Frage, wie der kindgerechte Umgang mit Leistungsdruck und Stress funktioniert. Vielseitige Unterrichtsinhalte, Hausaufgaben und Leistungsprüfungen setzen Kinder unter Druck und führen zu typischen Stresssymptomen. Väter unterstützen den Nachwuchs mit Verständnis und Rückhalt, um ihm einen Teil dieser Belastung zu nehmen. Ohne diesen Beistand erhöht sich das Risiko, dass Kinder stressbedingt erkranken.

Wie reagieren Kinder unter Leistungsdruck und Stress?

Im Jahr 2017 gaben 43 Prozent der Schüler im DAK-Präventionsradar an, unter Schulstress zu leiden. Im Schuljahr 2022/2023 verriet die Hälfte der befragten Kinder, zumindest ein wenig Stress zu empfinden. 14 Prozent fühlten sich durch die Schule sehr stark gestresst.

Leiden Schulkinder unter Stress und Leistungsdruck, äußert sich dies in psychischen und physischen Symptomen. Zu den körperlichen Anzeichen gehören:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen

Ebenso treten stressbedingte Essstörungen auf, die von fehlendem Appetit bis zur übermäßigen Nahrungsaufnahme reichen. Daneben ruft Schulstress eine Reihe psychischer Symptome hervor:

  • Niedergeschlagenheit
  • Angst
  • Gereiztheit
  • Aggressivität
  • Nervosität

Die Ursachen für den empfundenen Stress unterscheiden sich bei den Betroffenen. Im DAK-Präventionsradar 2023 benannten 84 Prozent der Befragten Tests und Klassenarbeiten als Stressauslöser. 53 Prozent fühlten sich durch die Hausaufgaben überfordert oder zeitlich unter Druck gesetzt. Weitere Stressgründe bestehen laut der Befragung in Problemen mit den Lehrern oder den Mitschülern.

Was tun, wenn das Kind unter Schulstress leidet?

Bemerken Eltern an ihrem Kind Verhaltensänderungen, die auf Stress hindeuten, empfiehlt sich ein klärendes Gespräch. Dafür eignet sich ein freier Nachmittag nach dem Unterricht oder ein ruhiger Moment am Wochenende. Fühlen sich Kind und Eltern entspannt, fällt es leichter, schwierige Themen anzusprechen.

Bei einem Gespräch zum Thema Schulstress empfiehlt es sich, Vorwürfe zu vermeiden. Kritisieren Eltern das Verhalten des Kindes oder einen schulischen Leistungsabfall, drängen sie ihren Nachwuchs in die Defensive. Das Kind fühlt sich angegriffen oder verletzt und nimmt eine Abwehrhaltung ein. Daraus entwickelt sich schnell ein Streit.

Ein besserer Weg: Eltern erkundigen sich nach dem Wohlbefinden ihres Kindes. Dabei hilft ein wenig Hartnäckigkeit, wenn die Antwort auf die Frage auf ein einsilbiges und unglaubwürdiges „Gut“ oder „Okay“ hinausläuft. Wiederholtes Nachfragen zeigt dem Kind, dass seine Familie sich Sorgen macht und Unterstützung anbietet.

Wie unterstützen Väter den Nachwuchs beim Umgang mit Stress und Leistungsdruck?

Väter helfen ihren Kindern beim Umgang mit Schulstress, indem sie nach den Auslösern suchen. Dafür beobachten sie den Tagesrhythmus des Nachwuchses, wenn dieser aus der Schule kommt. Beginnt er direkt mit den Hausaufgaben oder gönnt er sich eine Pause? Reicht die Erholungszeit zwischen schulischen und häuslichen Pflichten aus? Bleibt ausreichend Freizeit, um allein oder mit Freunden zu spielen?

Fällt es Eltern und Kindern schwer, die Stressauslöser zu benennen, kommt ein Gespräch mit dem Klassenlehrer infrage. Dieser weiß, ob bei seinen Schülern während der Schulzeit Probleme auftauchen.

Bei vielen Kindern resultiert Schulstress aus den hohen Erwartungen an eigene Leistungen. Die Schüler setzen sich unter Druck, um gute Noten zu erhalten. Fürchten sie bei einer aus ihrer Sicht unzureichenden Leistung den Tadel der Eltern, verstärkt sich die Stressbelastung. Ebenso kommt es vor, dass Kinder aufgrund ihrer Lernleistung um die Versetzung bangen.

Fühlt sich der Nachwuchs den Mitschülern unterlegen, belastet das sein Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl. Den Umgang mit diesen negativen Gefühlen erleichtern Väter ihrem Kind, indem sie:

  • dem Nachwuchs versichern, dass sie an ihn glauben
  • bedingungslose Liebe und Rückhalt kommunizieren
  • mögliche Ängste des Kindes beschwichtigen

Indem Eltern ihre Kinder loben und bestätigen, fungieren sie als emotionale Stütze. Gleichzeitig kann sich das Lob positiv auf die Leistungsbereitschaft des Nachwuchses auswirken.

Schüler fürchten schlechte Noten aus der Angst heraus, die Eltern zu enttäuschen oder zu erzürnen. Daraus entwickelt sich eine Prüfungsangst, die vor Tests oder Klassenarbeiten zu schwerwiegenden Symptomen führt. Betroffene leiden unter starken Bauchschmerzen oder Schlaflosigkeit.

Eltern nehmen ihren Kindern einen Teil dieser Angst, indem sie ihnen ihren Rückhalt unabhängig von schulischen Leistungen oder Testergebnissen versichern. Sie verdeutlichen dem Nachwuchs, dass eine Note keinen Einfluss auf seinen Wert als Mensch nimmt.

Resultieren Stress und Leistungsdruck bei einem Kind aus der Furcht vor mangelhaften Schulleistungen, sprechen Eltern diese Ängste direkt an. Sie fragen, welche Folgen eine schlechte Schulnote aus Sicht ihres Nachwuchses mit sich bringt.

Einige Kinder fürchten den Spott der Mitschüler oder einen Tadel des Lehrers. Andere plagt der Gedanke, die Klasse wiederholen zu müssen und dadurch Freunde zu verlieren.

Offenbart das Kind seine Ängste, gehen die Eltern verständnisvoll darauf ein. Hilfreich kann es sein, die positiven Seiten des gefürchteten Ereignisses zu beleuchten. Eine Wiederholung der Klasse gibt dem Nachwuchs die Chance, seine Leistungen zu verbessern und neue Freundschaften zu schließen.

Quellen:

DAK-Gesundheit. (n.d.). Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress. https://www.dak.de/dak/bundesthemen/fast-jeder-zweite-schueler-leidet-unter-stress-2116176.html#/ (abgerufen am 14.11.2023)

Gesundheitskasse, A.-. D. (2022, May 13). Schulstress bei Kindern: Was können Eltern tun? AOK – Die Gesundheitskasse. https://www.aok.de/pk/magazin/familie/eltern/schulstress-bei-kindern-was-koennen-eltern-tun/ (abgerufen am 14.11.2023)

Präventionsradar 22/23. (2023). DAK. https://www.dak.de/dak/download/ergebnisbericht-2626188.pdf (abgerufen am 14.11.2023)

Prediger, S. (2022). Schulstress ein zusätzliches Entwicklungsrisiko? Potsdamer Zentrum Für Empirische Inklusionsforschung. https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/inklusion/PDFs/ZEIF-Blog/Prediger_2022_Schulstress.pdf (abgerufen am 14.11.2023)

Schulstress: Symptome, Auswirkungen & Tipps zum Abbau. (n.d.). https://www.oberbergkliniken.de/artikel/schulstress-abbauen-symptome-auswirkungen-tipps (abgerufen am 14.11.2023)

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