Wann muss mein Baby oder Kleinkind mit Fieber ins Krankenhaus?

Wie verhalten sich Eltern bei Fieber richtig

Fieber ist ein ständig wiederkehrendes Thema für Eltern von Babys und Kleinkindern. Circa zehn virale Infekte pro Jahr sind in diesem Alter ganz normal und gehen häufig mit Fieber einher. Die deutlich erhöhte Körpertemperatur ist dabei nur ein Symptom und kann verschiedene Ursachen haben.

Daher geht es bei Fieber in erster Linie darum, den Grund herauszufinden und bei Bedarf zu behandeln. In der Regel ist der Kinderarzt hier der erste Ansprechpartner. Er kann eine Einweisung in die Kinderklinik veranlassen, falls Dein Kind diese benötigt.

Überraschung beim Kinderarzt: Die Einweisung ins Krankenhaus

Dein Kind hat Fieber und der nächste logische Schritt ist der Besuch beim Kinderarzt. Zu Deiner Überraschung schickt er Euch aber nicht mit einem Rezept für Fieberzäpfchen und ein Antibiotikum zurück nach Hause, sondern er druckt eine Einweisung ins Krankenhaus für Dein Baby aus. Du fragst Dich, nach welchen Kriterien Mediziner diese Entscheidung treffen.

In der Regel empfiehlt ein Kinderarzt einen Klinikaufenthalt nur, wenn es gar nicht anders geht.

Gründe für einen Krankenhausbesuch bei Fieber

  • Häufig ist eine Trinkverweigerung der Grund. Ein Baby oder Kleinkind kann niemand zum Trinken überreden oder zwingen, aber gerade bei Fieber ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig für die kleinen Patienten.
  • Ein weiterer Grund ist eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Fieber, die Kinderärzte nur mit weiterführenden Untersuchungen wie Röntgen, CT oder aufwendigen Bluttests abklären können.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es im Rahmen bakteriellen Infektionen sinnvoll sein, das notwendige Antibiotikum über die Vene zu verabreichen. So wirkt es schneller und Dein Baby kann es nicht wieder ausspucken oder erbrechen.
  • Neugeborene und junge Säuglinge können aufgrund einer Infektion sehr schnell in einen schlechten Allgemeinzustand geraten. Im Krankenhaus kann das Fachpersonal sie besser überwachen und bei Bedarf schnell reagieren.

Natürlich kannst Du auch direkt mit Deinem Baby oder Kleinkind in die Notaufnahme einer Kinderklinik gehen, wenn hohes Fieber und ein schlechter Allgemeinzustand Deines Kindes dies nachts oder am Wochenende erfordern.

Fünf Fakten wenn dein Baby oder Kleinkind Fieber hat

  1. Fieber ist ein Symptom und kann verschiedene Ursachen haben.
  2. Säuglinge können statt Fieber auch Untertemperatur entwickeln.
  3. In die Kinderklinik muss ein Kind bei Fieber wenn es nicht ausreichend trinkt, spezielle Untersuchungen benötigt oder Medikamente als Infusion erhalten soll.
  4. In den meisten Fällen stellt Fieber keinen Notfall dar.
  5. Nur bis zu fünf Prozent aller Kinder zeigen in den ersten fünf Lebensjahren eine Veranlagung für Krampfanfälle bei Fieber.

Was passiert mit meinem Kind im Krankenhaus?

Ist Dein Kind nicht akut lebensbedrohlich erkrankt, läuft die stationäre Aufnahme in jeder Kinderklinik ähnlich ab. Hat der Kinderarzt Euch angemeldet und Ihr kommt zu den Hauptarbeitszeiten im Krankenhaus an, müsst Ihr mit etwas Glück nicht lange warten. Die Verwaltung kommt wie überall zuerst

→ An der Anmeldung brauchst Du folgende Papiere für Dein Kind:

  • die Krankenkassenkarte
  • die Einweisung vom Kinderarzt (falls vorhanden)
  • das Vorsorgeuntersuchungsheft
  • den Impfpass

Die Mitaufnahme von Mutter oder Vater wird in jeder Klinik unterschiedlich gehandhabt, aber in der Regel bleibt natürlich einer von Euch mit Eurem Kind in der Klinik. Ihr könnt Euch auch abwechseln oder eine andere Vertrauensperson auswählen.

→ Es folgt das Pflegepersonal

Eine Kinderkrankenschwester oder ein Kinderkrankenpfleger begrüßt Euch und beurteilt den Zustand des kleinen Patienten. Ist die Lage noch entspannt, folgen Dinge wie Wiegen und das Messen der Körperlänge, der Körpertemperatur und des Blutdrucks. Die Werte sind bei Kindern sehr wichtig, um Infusionen und Medikamente richtig zu dosieren.

→ Jetzt kommt der Kinderarzt

Spätestens jetzt lernt Ihr einen der Klinikärzte kennen. Meist ist es ein Assistenzarzt in der Weiterbildung zum Kinderarzt oder schon ein Facharzt. Auch ein Oberarzt hält sich immer im Hintergrund auf und kann jederzeit hinzugezogen werden. Dein Kind ist in kompetenten Händen. Zu Beginn fragt Dich der Mediziner nach der aktuellen Situation.

  •  Wie lange und wie hoch fiebert Dein Kind?
  •  Hat es weitere Symptome?
  •  Welche Medikamente hast Du wann gegeben?
  •  Wie gut trinkt es?
  •  Wie oft ist die Windel feucht?
  •  Hat es eine Grunderkrankung?
  •  Ist jemand in der Umgebung ebenfalls mit Fieber erkrankt?
  •  War Dein Kind kürzlich im Ausland?
  •  Wann und wogegen wurde es geimpft?

Es ist hilfreich, wenn Du Dir über diese Fragen schon im Vorfeld Gedanken machst. Auch wenn Ihr vielleicht direkt aus der Kinderarztpraxis kommt, untersucht der Klinikarzt den kleinen Patienten noch einmal sehr gründlich. Am besten ziehst Du Dein Baby dafür bis auf die Windel aus.

Nach Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und Untersuchung kann sich der Arzt schon ein Bild von der Erkrankung Deines Kindes machen und entscheiden, welche weiterführenden Untersuchungen sinnvoll sind.

→ Eine Blutentnahme kann der Kinderarzt in der Regel mit dem Legen eines venösen Zugangs kombinieren. Er muss den kleinen Patienten dann nur einmal piksen. Den kleinen Plastikschlauch fixiert er sicher mit Pflastern und einem Verband. Im Säuglingsalter liegt so ein Zugang am Kopf, an der Hand oder am Fuß.

→ Um Urin für die Abklärung eines eventuellen Harnwegsinfekts zu gewinnen, kleben Schwester oder Pfleger einen kleinen Beutel aus Plastik auf das gereinigte Genitale Deines Kindes.

→ Steht der Verdacht auf eine Lungenentzündung im Raum, gehst Du mit Deinem Baby in die Röntgenabteilung, um ein Röntgenbild des Brustkorbs anfertigen zu lassen.

→ Bei Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall von Kopf oder Bauch, eine Lumbalpunktion oder eine Stuhluntersuchung.

Das medizinische Team sucht so lange, bis die Diagnose zum Fieber des kleinen Patienten feststeht und die Ärzte einen Behandlungsplan aufstellen können. Auf der Säuglings- oder Kinderstation seid Ihr in der Zeit gut aufgehoben und Dein Kind bekommt alles, was es braucht. Auch Nahrung und Windeln zum Beispiel. Bitte habe etwas Geduld im Klinikalltag. Frage aber immer nach, bis Du genau verstanden hast, was gerade mit Deinem Baby oder Kleinkind passiert. Bald seid Ihr hoffentlich gesund wieder zu Hause.

Quellenangaben:

  •  Stephan Illing, Martin Claßen; Klinikleitfaden Pädiatrie; Urban & Fischer, München 2009
  •  Michael J. Lentze, Jürgen Schaub, Franz-Josef Schulte, Jürgen Spranger; Pädiatrie: Grundlagen und Praxis; Springer Verlag; Heidelberg 2013
  • Kann man als Kassenpatient ein Einzelzimmer bekommen? abgerufen