Blaue Flecken am Rücken bei Kindern

Wir zeigen die Ursachen von blauen Flecken und Hämatomen bei Babys und Kindern. Erkrankungen beim Baby können Eltern schnell in Angst und Schrecken versetzten und wenn blaue Flecken am Rücken des Kindes auftreten, dann möchte man das sicher schnell vom Arzt abgeklärt wissen. Vorab kann man allerdings betonen, dass es in einem Großteil aller Fälle auf harmlose Ursachen zurückzuführen ist, wenn ein Kleinkind oder Baby blaue Flecken am Rücken aufweist.

Blaue Flecken am Rücken bei Kindern
Blauer Fleck, Copyright: familylifestyle, bigstockphoto

Meistens handelt es sich bei Flecken im Rücken- und Pobereich um Störungen der Pigmentierung, die angeboren sein können und meistens im Laufe der Pubertät verschwinden. Es muss bedacht werden, dass sich diese Flecken auch erst in den Monaten nach der Geburt des Babys entwickeln können, bzw. erst spät deutlich sichtbar werden.

Wie beim Erwachsenen kann die vermehrte Bildung blauer Flecken selbstverständlich auch bei einem Baby oder Kleinkind auf eine Störung des blutbildenden Systems hinweisen. Üblicherweise zeigen sich dann aber beim Baby blaue Flecken nicht nur am Rücken, sondern können sich an allen Körperbereichen bilden, die einer entsprechenden Belastung ausgesetzt sind. Falls eine solche Symptomatik bei einem Baby oder Kleinkind auffällig wird und insbesondere wenn weitere Auffälligkeiten (etwa: schnelle Ermüdbarkeit, Nasenbluten, Fieber, Lymphknotenschwellungen) dazukommen, sollte der Kinderarzt schnell ein Blutbild anfertigen. Weitere diagnostische Schritte müssten dann natürlich sofort folgen, falls die Werte sich nicht im entsprechenden Normalbereich bewegen.

Ursachen von blauen Flecken am Rücken

Die möglichen Auslöser, die dazu führen, dass sich bei einem Baby blaue Flecken am Rücken bilden sollen im Folgenden noch einmal in ausführlicher Weise aufgelistet werden:

Mongolenfleck

(1) Häufig handelt es sich bei Blaufärbungen der Haut im Rücken- und Pobereich des Kindes um einen sogenannten Mongolenfleck. Dieser ist vollkommen harmlos und stellt allerhöchstens ein ästhetisches Problem dar. Dieser meist relativ großflächige Pigmentfleck entsteht dadurch, dass im Rahmen der Entwicklung des Embryos die sogenannten Melanoblasten, also die Vorläufer der Pigmentzellen (Melanozyten) aus dem Neuralrohr (sozusagen dem Vorläufer des Rückenmarkes) in die oberen Hautschichten einwandern. Mongolenflecken verblassen meist schon während der Kindheit von selber und verschwinden in einem Großteil der Fälle spätestens in der Pubertät.

Stumpfe Verletzungen

(2) Wenn sich bei einem Baby blaue Flecken am Rücken bilden, so handelt es sich in manchen Fällen natürlich um das gleiche Phänomen, das wir auch bei Erwachsenen als “blauen Fleck” bezeichnen. Selbstverständlich sind insbesondere bei Babys, die langsam anfangen zu krabbeln oder gar versuchen, sich aufzurichten stumpfe Verletzungen immer möglich. Hier müssen die betreuenden Personen den Überblick behalten und sehen, ob das Hämatom eine traumatische Ursache hat. Im Zweifel muss man auch einen Arzt aufsuchen, wenn das Kleinkind oder Baby blaue Flecken am Rücken hat, weil es gestürzt ist (oder ähnliches). Insbesondere wenn das Baby Schmerzen hat und sich nicht beruhigen lässt kann eine innere Verletzung zugrunde liegen die dann behandelt werden muss.

Hämatome

(3) Wie bereits erwähnt muss eine vermehrte Bildung von Hämatomen, die unabhängig von Stürzen oder Verletzungen passiert bei Babys und Kleinkindern dringend abgeklärt werden. Hierbei können blaue Flecken an sämtlichen Körperbereichen auftreten. Ein Hämatom lässt sich von einem Pigmentfleck auch gut unterscheiden, da ersteres ja üblicherweise nach einer kurzen Weile die Farbe verändert, während die Pigmentflecken über Jahre hinweg langsam verblassen. Bilden sich bei einem Kleinkind oder Baby viele blaue Flecken am Rücken oder in anderen Körperregionen , die sich eindeutig als Hämatome identifizieren lassen , so ist der Rat des Kinderarztes gefragt. Dieser hat die Möglichkeit mit Hilfe von verschiedenen Bluttests herauszufinden ob eine Störung des blutbildenden Systems vorliegt, die beispielsweise erbliche Ursachen haben kann oder möglicherweise auf eine Tumorerkrankung hinweist.

Körperliche Gewalt

(4) Natürlich kann ein Kleinkind Baby auch blaue Flecken am Rücken oder anderswo bekommen, wenn es auf Grund von Koordinationsstörungen nicht so beweglich ist wie andere Kinder. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier genau hinzuschauen und zu sehen, ob ein Kind die wichtigen Meilensteine der Entwicklung erreicht oder eher hinterher ist. Es soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass eine vermehrte Hämatombildung, bei der das Baby blaue Flecken am Rücken hat selbstverständlich auch ein Hinweis auf körperliche Gewalt sein kann. Besteht ein solcher Verdacht, muss sehr schnell gehandelt werden.

(5) Seltene Stoffwechselerkrankungen machen sich häufig zum ersten mal im Baby- oder Kindesalter bemerkbar. Typischerweise präsentieren sich manche “lysosomale Speicherkrankheiten”, wie der sehr seltene Morbus Gaucher mit blauen Flecken/Hämatomen. Auch bei solche seltenen Syndromen kann nur der Kinderarzt oder der Facharzt hilfreich zur Seite stehen.

Diagnostisches Vorgehen

Pigmentstörungen/Mongolenfleck

Wenn das Baby blaue Flecken am Rücken hat, die möglicherweise schon seit der Geburt bestehen und die sich in der Form und Farbgebung nicht stark verändern kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Pigmentstörung in Form eines sogenannten “Mongolenfleckes” handelt. Diese sind dann auch auf den Bereich des Rückens und der Wirbelsäule begrenzt und finden sich anderswo am Körper nicht. Eine weitere diagnostische Abklärung ist in diesem Fall kaum nötig, da es sich um eine Symptomatik handelt, die von selber wieder verschwindet oder zumindest über die Jahre hinweg deutlich verblasst.

Störungen des blutbildenden Systems

Hat das Kleinkind oder Baby blaue Flecken am Rücken, weil es zu einer vermehrten Bildung von Hämatomen neigt, ist eine eingehende Untersuchung durch Kinderärzte oder Fachärzte dringend notwendig. Insbesondere gilt das für Situationen in denen weitere Symptome hinzukommen und das Baby allgemein geschwächt ist. Das diagnostische Vorgehen wird hier die Bestimmung von Blutkörperchen und weiteren Parametern an den Beginn der Untersuchung stellen. Bei Auffälligkeiten, die beispielsweise auf Tumor- oder Blutkrebserkrankungen hinweisen könnten folgen bildgebende Verfahren und eventuell eine Knochenmarkpunktion mit der die Diagnose entweder bestätigt oder die vermutete Krankheit ausgeschlossen werden kann. Abhängig von der Ursache der Störung müssen die Kinder dann eventuell eine onkologische Behandlung erhalten.

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