Was vererbt der Vater an das Kind?

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ Was vererbt der Vater?

Vater und Kind Vererbung

 

„Der sieht aus wie der Papa“. Besagtes Zitat gehört zu den häufigen Aussagen, die Eltern von anderen Personen beim Anblick der Kinder zu hören bekommen. Manche Sprösslinge kommen mit ihren Gesichtszügen und der Körpergröße nach dem Vater, andere eher nach der Mutter. Daher stellt sich die Frage, welche Züge Mutter und Vater vererben.

Optische Ähnlichkeit zwischen Vater und Kind: eine Frage des Glücks?

Womöglich beginnst Du beim ersten Anblick des Ultraschallbildes mit der Suche nach vergleichbaren Zügen. Der vorliegende Artikel befasst sich damit, „wie weit der berühmte Apfel vom Stamm fällt“. „Wie der Vater so der Sohn?“ Du erfährst im weiteren Verlauf, ob der Volksmund Recht behält und welche Gene, Vorlieben oder auch Krankheiten ein Vater zu vererben vermag.

Vater und Kind Vererbung

Mein zweites Ich? © detailblick-foto – Fotolia.com

Als Vater gibst Du Deine Gene an Dein Kind weiter. Die vererbten Anlagen beginnen bei der optischen Ähnlichkeit des Gesichtes des Nachwuchses und mindestens einem Elternteil. Teilweise gleichen die Sprösslinge stark den Baby- oder Kindheitsfotos von Vater oder Mutter. Das stellt keine Regel dar. Nicht alle Babys sehen aus wie Mama oder Papa. Mitunter ähneln die Söhne oder Töchter ihren Eltern in keiner Weise.

Es bleibt eine Frage des Zufalls beziehungsweise des Glücks, ob und wie stark Eltern Gesichtszüge vererben. Bei der Zeugung kommen je 23 Chromosomen als Träger der Erb-Informationen von Vater und Mutter zusammen. Daraus resultiert ein Pool aus geschätzten 25.000 unterschiedlichen Genen. Das ergibt Billionen an denkbaren Kombinationen. Bei jedem Kind liegt eine komplett neuartige Zusammensetzung vor, die über sein Aussehen entscheidet. Auf diese Weise erlangt der Mensch seine Individualität.

 

Gene geben maximale Körpergröße vor

Neben dem Aussehen des Gesichts vererben Vater und Mutter weitere Gene an die Nachkommen. Mit ihnen gebt ihr gemeinsam die Grenze für die Körpergröße Eures Kindes vor. Um den voraussichtlichen Wert zu erfahren, addiere die Deinige sowie die der Mutter Deines Nachwuchses. Halbierst Du das Ergebnis, ergibt sich ein Richtwert.

Jungen liegen in der Regel sechs Zentimeter darüber, Mädchen sechs unterhalb des berechneten Wertes. Allerdings weichen die Kinder teilweise mehr als acht Zentimeter von den beiden genannten Zahlen ab. Daher bietet die Faustformel eine Orientierung, jedoch keine verlässliche Aussage. Darüber hinaus bestimmen die vererbten Gene die Haarfarbe Deines Nachwuchses. Generell gilt diesbezüglich die Dunklere gegenüber den helleren, rezessiven Tönen als dominanter. Daraus resultiert eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Dein Kind die identische Haarfarbe bekommt, falls Du dunkles oder rötliches Haar besitzt.

 

Einfluss der Mutter stärker zu sehen

Die Mutter besitzt mit ihren Genen mehr Einfluss auf das Kind als Du. Das hängt mit den Chromosomen zusammen, die Mutter und Vater vererben. Die ersten 22 Paare gelten als baugleich. Deutliche Unterschiede zeigen sich beim 23. Chromosomen-Paar. Die Mutter besitzt zwei identische X-Chromosomen. Du als Vater verfügst lediglich über eines davon und zusätzlich über ein Y-Chromosom. Letztgenanntes enthält erheblich weniger Gene als das X-Chromosom. Daher setzen sich oftmals die Anlagen der Mutter stärker durch.

 

Talent und Intelligenz vom Vater: Ist ein Vererben möglich?

Des Weiteren interessiert Dich als Vater, in welchem Maß Du Deine Talente und Deine Intelligenz an Dein Kind weitervererbst. Darauf kennt die medizinische Forschung keine endgültige Antwort. Mehrere Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Daher schwanken die Schätzungen zum Einfluss der Gene auf die Intelligenz des Kindes zwischen 40 bis 70 Prozent.

Ohnehin spielt das spätere Umfeld, in dem der Nachwuchs aufwächst, eine ebenso wichtige Rolle in Bezug auf deren Intelligenz-Entwicklung. Fördern Eltern das Lernen ihrer Kinder durch unterschiedliche Angebote und zeigen sie Interesse an den Lern-Ergebnissen, beeinflusst das die geistige Auffassungsgabe ihrer Sprösslinge auf positive Weise.

 

Genetisch bedingte Krankheiten

Eltern geben neben guten Genen schlechte an ihre Kinder weiter. Viele Erkrankungen gehen auf das jeweilige Erbgut des Patienten zurück. Die Medizin kennt mittlerweile rund 4.000 verschiedene erblich bedingte Krankheiten. Zum Vorteil der Kinder kommt der Großteil davon selten vor. Die Tatsache, dass jedes Gen doppelt vorliegt, verringert die Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Ausbruchs der durch den Gendefekt bedingten Erkrankung.

Dank den Fortschritten in der Medizin gilt die Pränatal-Diagnostik mittlerweile als Standard. Insbesondere bei älteren Paaren empfehlen Ärzte eine Untersuchung des Fruchtwassers. Sie liefert Aufschluss über genetische Erkrankungen wie beispielsweise Trisomie 21.

 

Zum Abschluss ein Resümee:

Mutter und Vater vererben zahlreiche Gene an ihre Kinder. Das ergibt einen großen Genpool mit vielen unterschiedlichen denkbaren Kombinationen. Es besteht die Möglichkeit, dass Kinder optisch ihren Eltern ähneln. Genauso kommt es vor, dass jegliche Ähnlichkeit fehlt. Insbesondere bei den Gesichtszügen bleibt es eine Glücksfrage, was Du als Vater vererben wirst.

 

weiterführend:

 http://www.focus.de/wissen/mensch/psychologie/tid-14115/psychologie-der-einfluss-der-gene_aid_394667.html

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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