Was macht glückliche Eltern aus?

Beziehung und Kind: Was macht glückliche Eltern aus?

Speziell junge Eltern fühlen sich mit einer Vielzahl von Beziehungstipps konfrontiert. Der Grund hierfür liegt in dem Vorurteil, dass die Partnerschaft durch die Geburt des Sprösslings nunmehr an zweiter Stelle steht. Tatsachlich stellt der Nachwuchs den Mittelpunkt der Familie dar. Als Eltern besteht die Notwendigkeit, Euch an Eure neuen Rollen zu gewöhnen, um das Kind zu versorgen. Für Liebe und Zweisamkeit bleibt in vielen Fällen wenig Raum. Jedoch schweißt ein Kind die Partner gleichermaßen zusammen.

Glückliche Eltern Urheber: yanlev / 123RF.com

Glückliche Eltern Urheber: yanlev / 123RF.com

 

„Was macht glückliche Eltern aus?“, diese Frage taucht früher oder später in jeder Paarbeziehung auf. Dabei steht die gegenseitige Aufmerksamkeit im Vordergrund, um eine funktionierende Partnerschaft zu erleben. Fühlen sich die Elternteile mit ihren jeweiligen Sorgen allein gelassen, wirkt sich der Zustand negativ auf ihr Leben als Paar aus. Daher lohnt es sich, in einer Beziehung die beiderseitige Zuwendung nicht zu vergessen. Trotz eines Kindes stellen die Eltern ein Liebespaar dar, das Romantik und gegenseitige Anerkennung benötigt.

Gemeinsame Erfahrungen, Interessen und zusammen verbrachte Freizeit sorgen für eine intakte Paarbeziehung. Aus dem Grund solltet Ihr Euch zwar auf den Nachwuchs konzentrieren, jedoch auch kinderfreie Abende einplanen. In dieser Zeit steht ausschließlich Eure Beziehung im Fokus.

 

Das Fazit: Was macht glückliche Eltern aus?

Die Frage „Was macht glückliche Eltern aus?“, beschäftigt Pärchen mit Kind ebenso wie Paare, die sich einen Sprössling wünschen. Hierbei gilt es zu bedenken, dass der Nachwuchs die Beziehung verändert. Statt der intimen Zweisamkeit kümmern sich beide Elternteile um ihren Schützling. Daher verwundert es nicht, dass dieser den Löwenanteil der Aufmerksamkeit erhält. Vorwiegend die Väter fühlen sich in dem Fall von ihrer Partnerin missachtet und reagieren gekränkt.

Ziehen sie sich aber aus der Erziehung des Sprösslings zurück, kommt es schnell zu einer Überforderung der Mutter. Der daraus resultierende Stress beider Partner ruft Spannungen in der Beziehung hervor, sodass es unter Umständen krieselt. Um eine gespannte Haltung zwischen den Partnern zu vermeiden, spielt die gegenseitige Aufmerksamkeit eine wesentliche Rolle.

Demnach konzentrieren sich die Eltern nicht ausschließlich auf ihr Kind, sondern schenken gleichermaßen dem Partner Beachtung. Fühlen sich beide in Entscheidungen und Handlungen eingebunden, kommt es zu einem Gefühl der Einigkeit. Diese Gemeinsamkeit sorgt für eine Harmonie in der Beziehung und erleichtert gleichzeitig das gegenseitige Verständnis.

 

Zweisamkeit führt zu einer intakten Partnerschaft

Trotz des Sprösslings bleibt die gemeinsame Zeit in einer guten Partnerschaft nicht auf der Strecke. Dabei sollten sich die Eltern bereits vor der Geburt ihres Kindes klarmachen, dass das neue Familienmitglied die Beziehung verändert. In einem Interview berichtet die Familientherapeutin Corinne Beil, dass sich zahlreiche Partner die Zeit nach der Geburt zu romantisch vorstellen. Jedoch bedeutet die Umstellung von trauter Zweisamkeit zu einer kleinen Familie in jedem Fall Stress.

Dadurch tritt bei den Elternteilen die Ernüchterung ein, die gleichzeitig zu enttäuschten Erwartungen führt. Bemerken die Partner, dass der Nachwuchs neben großer Freude auch eine Veränderung in der Beziehung mit sich bringt, reagieren sie überfordert. Um sich dennoch als glückliche Eltern zu fühlen, bewährt es sich, die einsetzenden Spannungen als normal anzusehen.

 

In den seltensten Fällen kennen die Elternteile den Umgang mit einem Neugeborenen. Daher stellt eine Überforderung ein natürliches Gefühl dar, für das sich die Partner nicht zu genieren brauchen. Stattdessen spielt das gegenseitige Verständnis eine wesentliche Rolle, um sich in der neuen Stellung zurechtzufinden. Unterstützen Deine Partnerin und Du Euch gegenseitig, schafft dies eine Verbindung, die Eurer Beziehung zugute kommt.

Zudem besteht die Notwendigkeit, den Stress gemeinsam zu verarbeiten. Redet ihr über Probleme und Sorgen, wirkt sich die emotionale Nähe positiv auf die Stressverarbeitung aus. Das bedeutet, dass es Euch auf diese Weise gelingt, den Frust zur Sprache zu bringen, statt ihn stumm zu erleiden. Durch den daraus resultierenden Druck lädt sich die Rage im schlimmsten Fall in einer banalen Situation als Wutanfall ab. In der Folge droht ein Beziehungsstreit, welcher unter Umständen das Vertrauen beider Partner erschüttert.

 

Demnach wissen glückliche Eltern, dass Verständnis und gegenseitiges Zuhören zwei wichtige Bestandteile in der Partnerschaft darstellen. Hierbei ist es wichtig, dass sich beide Elternteile verstanden fühlen. Gegenseitige Vorwürfe erreichen demnach negative Effekte und vergrößern die Spannungen zwischen beiden Erziehungsberechtigten.

 

Eine Beziehung braucht gleichberechtigte Partner

Die Frage „Was macht glückliche Eltern aus?“ lässt sich mit einem Begriff beantworten: Gleichberechtigung. Das beweist die im Jahr 2002 publizierte LBS-Studie „Paare werden Eltern“   in der die Wissenschaftler 175 Pärchen durch die Elternschaft begleiteten. In der Beziehung spielen die gleichen Rechte und Pflichten für Mann und Frau demnach eine ebenso bedeutende Rolle wie innerhalb der Familie. Daher solltest Du darauf achten, Deiner Partnerin Aufgaben in der Erziehung abzunehmen und sie dadurch zu unterstützen. Des Weiteren wissen glückliche Eltern, wie wichtig eine gute Planung ist.

Nach der Geburt eines Säuglings kommt es zu unvorhergesehenen Situationen, die Stress und damit auch Spannungen erzeugen. Daher besteht die Notwendigkeit, sich bereits im Vorfeld über die Erwartungen und Vorstellungen auszutauschen. Gleichzeitig besteht für Euch die Möglichkeit, die Elternzeit zu regeln, damit es nach dem Kindersegen nicht zu einer Uneinigkeit kommt. Möchte Deine Frau frühzeitig wieder ihrem Beruf nachgehen, kannst Du als Vater die restliche Elternzeit in Anspruch nehmen.

Hierbei erhält eine Einigung, die auf beiden Seiten zur Zufriedenheit führt, einen hohen Stellenwert. Die Pflichten im Haushalt braucht ebenfalls kein Partner allein zu übernehmen. Sprecht ihr Euch im Vorfeld über die jeweiligen Zuständigkeits-Bereiche ab, erübrigen sich lange Diskussionen nach der Geburt des neuen Familienmitglieds. Fühlt ihr Euch als glückliche Eltern, führt das entspannte Verhältnis zwischen Euch gleichzeitig zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung.

 

Gemeinsame Zeit kommt der Partnerschaft zugute

Ein Kind verändert den Fokus einer Beziehung. Nach der Geburt steht nicht länger die Zweisamkeit im Fokus, stattdessen beansprucht der Nachwuchs den Großteil der elterlichen Aufmerksamkeit. Jedoch bedeutet das nicht, dass sich die Partner gegenseitig vernachlässigen. Bei glücklichen Eltern handelt es sich gleichermaßen um ein zufriedenes Pärchen. Liebe und Lust sorgen demnach für das Familienglück. Daher spielt die Sexualität nach dem Kindersegen eine bedeutende Rolle.

Durch das neue Familienmitglied, den Stress und die Umstellung neigen viele Paare dazu, ihr Liebesleben auf Eis zu legen. Demnach betrachten sie sich gegenseitig nicht länger als Mann und Frau, sondern lediglich als Mutter und Vater. Für die Sexualität in der Beziehung stellt diese Sichtweise keinen positiven Effekt dar. Daher erhält es für beide Elternteile Priorität, ein gewisses Maß an Selbstliebe und Eitelkeit zu besitzen. Nehmen sich die Partner Zeit, um sich zu pflegen, gewinnen sie in den Augen ihres Gegenübers an Attraktivität.

 

Hierbei bewährt es sich, dass beide Partner sich gegenseitig ausreichend kinderfreie Zeit verschaffen. Übernimmst Du als Vater für einen Abend die Pflege des Sprösslings, kümmert sich die Mutter um ihre individuellen Bedürfnisse. Bereits ein Entspannungsbad beruhigt die strapazierten Nerven und verbessert das Wohlbefinden Deiner Partnerin. Auch hierbei steht die Gleichberechtigung im Mittelpunkt, sodass Du ebenfalls genügend Freizeit verdienst.

In dem Buch „Eltern werden – Partner bleiben“ beschreiben die Autoren Eva Tillmetz und Peter Themessl die Relevanz einer gemeinsamen Absprache. Hierbei entscheidet ihr, welche Bereiche des Lebens ihr auf keinen Fall zu ändern gedenkt. Zwar bedeutet ein Baby eine Umstellung, jedoch prägt es nicht zwingend jede Situation in Eurem Leben. Am besten sprecht ihr bereits vor der Geburt ab, welche Gewohnheiten Euch wichtig sind. Akzeptieren die beiden Partner ihre jeweiligen Bedürfnisse auch nach dem Kindersegen, schaffen sie es, sich als glückliche Eltern zu sehen.

 

Buchtipp:   Eltern werden – Partner bleiben.

Ein Überlebenshandbuch für Paare mit Nachwuchs (Taschenbuch)


 

Wünscht Ihr Euch eine gemeinsame Freizeit, besteht die Möglichkeit, einmal in der Woche einen kinderfreien Abend zu planen. In dieser Zeit stehen ausschließlich Eure Beziehung und Euer Liebesleben im Vordergrund. Damit sich Eure Gedanken nicht ausschließlich um den Nachwuchs drehen, steht eine gute Planung im Vordergrund. Beispielsweise könnt ihr darauf achten:

  • Die gemeinsame Zeit abzustimmen, damit keine Termine dazwischen kommen,
  • Verwandte und Freunde darüber aufzuklären, damit sie Eure Zweisamkeit nicht unterbrechen,
  • Euren Sprössling in die Obhut von Oma und Opa oder anderer Verwandter zu geben,
  • einen Tisch in eurem Lieblingsrestaurant zu buchen, um eine romantische Stimmung zu schaffen und vielleicht die Nacht in einem Hotelzimmer zu verbringen, um Eure Sexualität, ohne Störungen auszuleben.

 

Die intimen Momente, die ihr ohne Euren Nachwuchs verbringt, stellen für die Partnerschaft einen wichtigen Faktor dar. Dadurch macht ihr gemeinsame Erfahrungen außerhalb der Familie, sodass ihr von neuen Gesprächsthemen und Eindrücken profitiert.

 

Vorwürfe führen zu Spannungen in der Partnerschaft

Während beide Partner in einer Beziehung ihre Eigenarten kennen und darauf entsprechend eingehen, betreten sie mit einem Kind Neuland. Durch Stress und Hektik fällt es den Elternteilen schwer, die Besonderheiten des jeweils anderen zu akzeptieren. Jedoch solltet ihr darauf achten, Euch trotz des Sprösslings nicht gegenseitig einzuschränken. Gleichzeitig zerstören Vorwürfe das Grundvertrauen in einer Beziehung. Fühlen sich die jungen Eltern nicht von ihrem Partner angenommen und wertgeschätzt, kommt es schnell zu Frust.

Des Weiteren steht in einer glücklichen Partnerschaft die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund. Fallen von Deiner Seite aus Sätze wie: „Meine Mutter macht das anders“ oder „Die Oma sorgt schneller dafür, dass der Kleine nicht mehr weint“ gibst Du Deiner Frau das Gefühl, unzureichend zu sein. Stattdessen besteht die Notwendigkeit, ihr bei der Erziehung hilfreich zur Seite zu stehen. Kommt es zu Problemen, solltet Ihr sie gemeinsam anpacken, um sie ohne Schwierigkeiten zu bewältigen. Sprecht Ihr gleichzeitig über Eure Sorgen, verbessert dies das Verständnis innerhalb der Partnerschaft. Auf diese Weise gelingt es Euch, trotz der neuen Elternschaft ein zufriedenes Liebespaar zu bleiben.

 

weiterführend:

Buch: Eva Tillmetz, Peter Themessl: Eltern werden – Partner bleiben

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/beziehungskiller-baby-wie-eltern-ein-liebespaar-bleiben-a-1011514.html

http://www.urbia.de/magazin/liebe-und-partnerschaft/wie-kinder-die-beziehung-veraendern

 

 

 

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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