5 falsche Vorurteile gegen das Familienbett

Mama, Papa, Kind im gemeinsamen Familienbett – Co Sleeping

Kuscheln, Spielen und Träumen: Für viele Familien ist das Elternbett magisch anziehend. Es bietet Platz für Kinder und Eltern. Darüber hinaus können sich frisch gebackene Eltern nur schmerzlich von ihren Babys trennen und entscheiden, gemeinsam im Bett die Nacht zu verbringen. Wir nehmen dies zum Anlass und diskutieren potentielle Risiken, aber auch auf verborgene Potenziale. Obendrein wollen wir helfen, endlich wieder etwas ungestörte Privatsphäre im Schlafzimmer zu bekommen, wenn die Kinder allzu oft im Familienbett Platz nehmen. Wie bekommen wir die Kleinen wieder aus dem Familienbett heraus? Bleibt noch genügend Platz für eigene Zweisamkeit? Wir setzen uns mit den geläufigen Vorteilen und Gegenargumenten auseinander.

Familienbett - Co Sleeping

Wunderbares Familienbett – Co Sleeping auf 30 cm Urheber: lenm / 123RF.com

 

 

Unberechtigte Vorurteile zum Familienbett

 

 

1. Weniger Zweisamkeit im Familienbett?

Im Grunde genommen ein naheliegender Vorwurf. Denn wo bleibt noch Zeit für die Privatsphäre, wenn direkt neben euch die Kinder schlummern? Viele Eltern weichen in der Zeit der Familienbetten auf andere Orten und Zeiten aus. Zumeist ist es wohl weniger das Familienbett, das uns aus dem Gleichgewicht bringt. Es ist vielmehr die Ausnahmesituation, in denen sich Frauen befinden, wenn sie des Nachts wach werden, sich um die Kleinen kümmern und sich körperlich erst einmal von der anstrengenden Geburt erholen. Viele Mütter sind auch aus körperlicher Hinsicht noch gar nicht in der Lage, in den ersten Wochen und Monaten mit ihrem Partner intim zu werden. Hier gelten offene Worte und Absprachen als gewinnbringend für die intime Zeit zu zweit.

 

2. Familienbetten sind unnormal

Ein ebenso berechtigter Einwurf, denn die Norm ist ein Familienbett heutzutage nicht. Gehen wir weiter zurück in der Geschichte, erscheinen Familienbetten gar nicht so unnormal. Denn in vielen Kulturen hat sich die ganze Familie zur Nachtruhe in dasselbe Nachtlager begeben. In den heute nicht industrialisierten Ländern schlafen noch immer die meisten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam in einem Bett.

Wenn man nicht im Familienbett schläft, dann doch wohl in einem Zimmer. Auch Bildungsforscher haben sich mit der Problematik auseinandergesetzt, sodass es für viele andere Kulturen, wie zum Beispiel Indonesien, vollkommen ungewohnt ist, dass Kinder in Deutschland losgelöst von den Eltern in ihrem Bettchen schlafen. Dabei bleiben Kinder meist gar nicht in ihren Einzelbetten. Spätestens wenn sie Angst bekommen, kriechen sie bei Mama und Papa unter die Decke. Es ist der Körperkontakt der Eltern, der beruhigend wirkt.

 

3. Offizielle Studien untersuchen Familienbetten und Eltern

Studien haben herausgefunden, dass Familien, bei denen die Kinder in Familienbetten schlafen, eine liebevolle Beziehung haben. Darüber hinaus kommt es zu einem weitaus geringeren Schlafdefizit. Schließlich müssen sich Mama und Papa des Nachts nicht mehr aus dem Bett quälen, wenn das Babyphone ihnen entgegen schreit.

 

4. Familienbetten verziehen Babys und Kinder

Nähe ist für Babys und Kleinkinder wichtig, denn sie signalisiert, dass nichts passieren kann. Das Verhalten der Babys geht auf die Urinstinkte zurück. So wissen die Babys eigentlich noch gar nicht, dass draußen keine Gefahren oder wilden Tiere lauern. Sie fühlen sich in der Umgebung und mit Hautkontakt zu den Eltern sicherer. Darüber hinaus ist es viel einfacher möglich, auf die natürlichen Signale von Kindern nachzugeben. Viele Eltern schlafen ruhiger, wenn sie die Babys direkt neben sich wissen, was auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.

 

5. Gemeinsames Schlafen im Bett – gefährlich mit Babys?

Die Gefahr lauert direkt neben dir, wenn Babys mit den Bettdecken zugedeckt werden und nur schlecht Luft bekommen. Tatsächlich hat dieses Gegenargument gegen Familienbetten seine Daseinsberechtigung, vor allen Dingen, wenn die Familie in einem viel zu kleinen Bett schläft. Hat jeder nur 30 cm für sich und nimmt auf einer herkömmlichen Matratze von 120 cm Platz, steigert die Gefahr. Zudem sollte der Untergrund niemals zu weich sein, andernfalls könnten die Babys einsinken.

 

 

Vorteile des Familienbettes

Gemeinsamer Rhythmus: feste Bindung zwischen Eltern und Kind

Der Atemrhythmus von Neugeborenen unterscheidet sich grundlegend von dem der Kleinkinder und Kinder. So kann es vollkommen ungefährlich und auf natürliche Art und Weise zu Atemaussetzern kommen. Eltern ist es dann möglich, diesem Rhythmus wieder zu stimulieren und das nur über ihre Atmung. Schließlich beginnen die Babys wieder damit zu atmen, weil sie den Atem ihrer Eltern wahrnehmen und hören. Bis zum heutigen Tag konnte kein wissenschaftlicher Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod und den Familienbetten belegt werden. Halten Eltern alle Vorsichtsmaßnahmen ein, steigt wohl auch das Risiko für die Gesundheit des Kindes in einem Familienbett nicht.

In einem ersten Punkt entscheidet die Größe über das richtige Familienbett. So sollte jeder genügend Freiheiten haben, um sich ungefährdet ausbreiten zu können. Außerdem fällt vor allen Dingen das Stillen in einem Familienbett um ein Vielfaches leichter, da sich die Mütter des Nachts nicht aus dem Bett quälen. Sie können ihre Kleinsten bequem ablegen und haben sie bei sich. Wem der Gedanke an das Familienbett immer noch nicht behagt und wer Angst vor Risiken hat, der sollte einen Blick auf die Beistellbetten werfen. Es handelt sich hierbei um Babybetten, die direkt an das Familienbett herangeschoben werden.

 

Körperkontakt fördert die Bindung in der Familie

Der direkte Körperkontakt hat eine positive Wirkung. Es kommt zur Ausschüttung von Oxytocin. Dabei handelt es sich um das so genannte Liebeshormon, das im Zusammenhang mit Körperkontakt auftritt und für eine feste Bindung sorgt. Diese festen Bindungen und die Liebeshormone greifen natürlich auch, wenn Geschwister im Familienbetrieb nebeneinander schlafen.

 

Wie Eltern ihre Kinder aus dem Familienbett herausbekommen?

Für viele Eltern ist das einzige Gegenargument gegen das Familienbett, die Angst, nun für die nächsten Jahre gemeinsam mit den Kindern in einem Bett zu verbringen. Das Argument ist so überholt wie der Vorwurf, das Kinder in Tragetüchern wohl nie selbstständig mit dem Laufen anfangen. Zumeist wünschen sich die Kinder spätestens mit dem dritten und vierten Lebensjahr selbst ein eigenes Bett. Sie wollen sich ausprobieren und vielleicht nochmal mit ihren Freunden toben und sich verstecken. Die Eltern sollten diesem Wunsch nachgehen und eine eigene Schlafhöhle schaffen.

 

Vorteile und Nachteile von Familienbetten abwägen

Wir hoffen wir konnten mit den geläufigen Vorurteilen gegen Familienbetten aufräumen. Eltern sollten sich eine reflektierte Meinung bilden. Im Prinzip liegt es in der Entscheidung der Eltern, gemeinsam die Nächte mit den Kindern von Anfang an zu verbringen.

  1. Viele frisch gebackene Mamas und Papas entscheiden sich für die Beistellbetten, da diese die notwendige Sicherheit und Nähe zwischen Baby und Mama bewahren. 
  2. Eine Voraussetzung für ein sicheres Familienbett bildet eine entsprechende Größe. So ist es nicht ausreichen, wenn jeder gerade einmal 30 cm für sich hat. 
  3. Darüber hinaus sollte die Matratze niemals zu weich ausfallen, da die Kleinen so einsinken würden. 
  4. Wenn Kinder und Eltern genügend Freiraum für sich haben, um in tiefen Träumen zu versinken, steht einem Familienbett nichts mehr im Wege.

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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