Vertrauen lernen – Urvertrauen in der Psychologie

Wie können Menschen Vertrauen lernen?

In einer Vielzahl von Situationen stellt das zwischenmenschliche Vertrauen einen wichtigen Aspekt dar. Hierbei reagiert der menschliche Geist instinktiv mit einem vertraulichen Verhalten oder Misstrauen. Letzteres entsteht, wenn die Betroffenen bereits mehrere Enttäuschungen erlebten. Beispielsweise betrügt Dich Dein Partner. In der Folge suchst Du intuitiv nach Indizien, die auf einen erneuten Vertrauensmissbrauch hinweisen. Im schlimmsten Fall zerstört das dauerhafte misstrauische Benehmen die Beziehung. Daher besteht die Notwendigkeit, das Vertrauen zu lernen.

Vertrauen lernen

Gegenseitiges Vertrauen lernen – Copyright: Jirapong Manustrong, Bigstockphoto

Vertrauen bedeutet das Mißtrauen abzulegen

Um das zu gewährleisten, definierst Du zunächst die Gründe für das Misstrauen. Ebenso bewährt es sich, Deine Gefühle mit den Mitmenschen zu besprechen. Auf die Weise entwickelt sich eine Vertrauensbasis. Nicht zuletzt kommt es darauf an, die eigenen Zweifel loszulassen. Zu dem Zweck gewährleistest Du dem Partner einen Vertrauensvorschuss. Zeigt er sich verlässlich, stärkt der Sachverhalt Eure Verbindung.

 

Was stellt das Vertrauen dar?

Das Vertrauen basiert auf dem erlernten Verhalten. Vorrangig im Kindesalter fassen Menschen schnell Zutrauen in ihre Umwelt. Sie erinnern sich an das Urvertrauen zur Mutter. Schlechte Erfahrungen sorgen dafür, dass die Entwicklung des Misstrauens erfolgt. Beispielsweise sieht ein Sprössling, dass ein Spielkamerad mutwillig sein Spielzeug zerstört. Folglich gibt es seine Sachen nur noch widerwillig einem anderen Kind. Hierbei handelt es sich um das Lernen negativer Aspekte. Gleichzeitig sammelt der Nachwuchs positive Erfahrungen, die das Vertrauen stärken. Als Elternteil besteht Deine Aufgabe darin, den Schützling bei dem Prozess zu unterstützen. Er kann Vertrauen lernen, indem Du ihm angenehme Erinnerungen verschaffst.

Als Beispiel streichelt ein Kind eine Katze, die es kratzt. Durch den Schmerz und den Schock entwickelt es ein instinktives Misstrauen den Tieren gegenüber. Um dieses abzubauen, bringst Du den Nachwuchs in eine ähnliche Situation. Du streichelst mit ihm gemeinsam den Vierbeiner, wenn dieser schläft oder sich in Kuschelstimmung befindet. Dabei freut sich der Sprössling über das anschmiegsame Verhalten der Katze und überwindet dadurch die misstrauische Einstellung.

 

Für eine zwischenmenschliche Beziehung erhält das Vertrauen in die Mitmenschen einen hohen Stellenwert. Hierbei gibst Du die Verantwortung an eine andere Person ab, der Du das Bewältigen einer Situation zutraust. Damit dies gelingt, besteht die Notwendigkeit, die natürliche Schutzreaktion des Misstrauens abzustellen. Interessierst Du Dich dafür, Vertrauen zu lernen, spielt zunächst das Selbstvertrauen eine wesentliche Rolle. Du denkst über Deine Menschenkenntnis und Deine bisherigen Erfahrungen nach.

Kommst Du zu dem Schluss, dass eine Person Dein Zutrauen verdient, glaubst Du Deiner Einschätzung. Speziell ein geringes Selbstwertgefühl steht einer Vertrauensbasis im Weg. Fühlen sich die Betroffenen schwach, trauen sie ihren eigenen Fähigkeiten und den Fertigkeiten anderer nicht. Das Lernen von Vertrauen erfordert daher gleichermaßen Selbstkontrolle und Mut.

 

Wie gelingt es, Vertrauen zu lernen?

Bemerkst Du, dass Du zu einem instinktiven Misstrauen neigst, stellen unangenehme Erfahrungen in der Vergangenheit die Ursache dar. Ebenso gelten Vorurteile als Grund für das fehlende Vertrauen in andere Menschen. In dem Fall hilft es, aktiv positive Erinnerungen zu sammeln. Leidest Du an Unsicherheiten, bittest Du beispielsweise einen Freund oder den Partner um Unterstützung. Zunächst erklärst Du ihnen, in welchen Situationen Dir das Vertrauen fehlt. Kennst Du den Auslöser des Misstrauens, solltest Du ihn ebenfalls benennen.

Dadurch erhalten die Mitmenschen die Möglichkeit, Deine Gefühle nachzuvollziehen. Die Übungen, die helfen, Vertrauen zu lernen, funktionieren vorrangig in Zusammenarbeit mit Personen, zu denen Du eine enge Bindung besitzt. Der Grund besteht darin, dass Du weißt, Dich auf diese verlassen zu können. Anschließend stellst Du Dich zusammen mit den Bezugspersonen der negativen Erfahrung, indem Du eine ähnliche Situation aufsuchst. Durch die psychische und physische Unterstützung besteht die Chance, dass Du das Problem meisterst. Dadurch lernst Du erneut das Zutrauen in Deine Fähigkeiten.

 

Misstrauen in Vertrauen umwandeln

Kommt es zum Misstrauen, akzeptierst Du den Sachverhalt zunächst. In einigen Augenblicken stellt das Verhalten einen Vorteil dar, da es Dich vor gefährlichen oder enttäuschenden Erfahrungen bewahrt. Jedoch überlegst Du, warum die Zweifel entstehen. In der Folge analysierst Du, ob es sich ein begründetes Gefühl handelt. Um Vertrauen zu lernen, denkst Du gleichzeitig darüber nach, wie sich die jeweilige Situation im schlimmsten Fall entwickelt. Durch den abstrakten Gedanken des Misstrauens kommt es häufig zum Dramatisieren. Daher hilft Dir die Überlegung dabei, den Zweifel zu entmystifizieren.

Das Vertrauen erhält in zahlreichen Lebensbereichen einen hohen Stellenwert. Verlässt Du Dich auf eine andere Person, nimmst Du ein geringes Maß an Kontrolle ein. Dadurch erhält der Geist die Möglichkeit, sich kreativ und flexibel zu entfalten. Zu dem Ergebnis kommt die Studie: „On the Evolution of Trust, Distrust, and Formal Coordination and Control in Interorganizational Relationships“. Sie erschien im Jahr 2007 und stammt von Paul W. L. Vlaar et al.

Um alltägliche Situationen zu meistern, eignet sich ein ausgewogenes Verhältnis von Zutrauen und Misstrauen. Zu dem Zweck hinterfragst Du, ob Dein Argwohn einen Augenblick positiv oder negativ beeinflusst. Die Strategie hilft ebenfalls dabei, aktiv das Vertrauen zu lernen. Zusätzlich machst Du Dir klar, warum eine Vertrauensinvestition als sinnvoll gilt. Verbaust Du Dir mit übermäßigen Zweifeln ein schönes Ereignis, verringert sich dadurch die Selbstsicherheit.

 

Praktische Tipps zur Förderung des Urvertrauens beim Kind

Fragst Du Dich, warum der Mensch die Fähigkeit besitzt, seinen Mitmenschen zu vertrauen, gilt das Urvertrauen als Antwort. Der Begriff taucht in drei Teilgebieten der Wissenschaft auf:

  • der Biosoziologie,
  • der Psychologie
  • und der Psychoanalyse.

Das Urvertrauen entwickelt sich im frühen Kindesalter und resultiert aus einer liebenden und sicheren Beziehung zur Dauerpflegeperson. Jedoch besteht auch im Erwachsenenalter die Option, es zu fördern, um Vertrauen zu lernen. Durch eine stabile und liebevolle Umgebung gewinnst Du Sicherheit, die das Loslösen der eigenen Zweifel ermöglicht. Beispielsweise lohnt es sich, eine enge Beziehung mit dem Partner oder einer anderen Bezugsperson – dem Kind – aufzubauen. Alternativ eignet sich das Haustier als Ersatz.

Gleichzeitig erlernst Du, anderen Personen und Dir zu trauen, wenn Du Vorurteile überwindest. Hierbei spielt es keine Rolle, ob schlechte Erfahrungen für das vorgefertigte Misstrauen sorgen. Öffnest Du Dich einer neuen und ungewohnten Lebenssituation, sammelst Du auf die Weise Erkenntnisse. Oftmals hängt das Vertrauen mit der sozialen Intelligenz zusammen. Identifizierst Du die Gefühle anderer, passt Du Dein Verhalten an, sodass eine Vertrauensbasis entsteht.

weiterführend:

http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1059601106294215

 

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Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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