Vaterschaft anerkennen?

Vater werden heißt auch die Vaterschaft anerkennen: Sie sind mit Ihrer Partnerin nicht verheiratet und möchten für Ihr gemeinsames Kind die Vaterschaft anerkennen lassen. Dies ist schnell und unbürokratisch erledigt, wenn Sie im Vorfeld ein paar Dinge beherzigen.

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Kinder machen eine Ehe oder Partnerschaft erst richtig perfekt. Sind Sie zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Kindes mit Ihrer Partnerin verheiratet, steht die Vaterschaft fest.

Gemeinsames Sorgerecht bedeutet – die Vaterschaft anerkennen!

vaterschaft anerkennen

Sie gelten automatisch als Vater, sofern Sie die Vaterschaft nicht vor Gericht anfechten. Bei einer Partnerschaft ohne Trauschein sieht die Sache anders aus. Das Familienrecht kennt seit der Kindschaftsrechtsreform 1998 keine Unterschiede zwischen verheirateten und unverheirateten Eltern. In der Praxis ergeben sich jedoch Besonderheiten bei der

  • Anerkennung der Vaterschaft,
  • Übernahme des Sorgerechtes und
  • Wahl des Familiennamens.

Vaterschaft anerkennen

Welche Vorteile bringt eine anerkannte Vaterschaft für Sie und das Kind?

Sobald Sie die Vaterschaft anerkennen, dürfen Sie für das Kind das gemeinsame Sorgerecht ausüben. Anderenfalls läge das Sorgerecht bei Ihrer Partnerin. Ebenso bleibt Ihnen beim Familiennamen für das Kind die Wahl zwischen dem Namen der Mutter und Ihrem Nachnamen. Ferner genießen Sie als anerkannter Vater steuer-, erb- und rentenrechtliche Vorteile.

Das Feststellen der Vaterschaft hat für das Kind viele Vorzüge. Als Vater sind Sie eine Bezugsperson für Ihr Kind und leisten einen wesentlichen Beitrag zur körperlichen und geistigen Entwicklung. Zahlreiche Studien belegen die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus geordneten familiären Verhältnissen. Jedes Kind hat ein Recht auf das Wissen seiner Herkunft. Ist Ihre Partnerin erwerbstätig, genießt sie mit dem Anerkennen der Vaterschaft diverse Vorteile, beispielsweise beim Anspruch auf Betreuungsunterhalt.

Vaterschaft anerkennen lassen – der Ablauf

Eine bestehende Schwangerschaft bedeutet für beide Partner nicht nur Freude über das kommende Ereignis, sondern eine Menge Arbeit. Dazu gehört der Gang zum Standes- oder Jugendamt. Als verheirateter Mann haben Sie mit dem Anerkennen der Vaterschaft kein Problem, denn Sie sind rechtlich gesehen der Vater Ihres Kindes. Leben Sie mit Ihrer Partnerin ohne Trauschein zusammen, müssen Sie sich der annehmen. Sie können bereits vor der Geburt Ihres Kindes die Vaterschaft anerkennen. Dies erledigen die Jugend- und Standesämter kostenlos. Beim Notar oder Amtsgericht fallen für das Ausstellen der Urkunden Gebühren an. Folgende Papiere und Unterlagen nehmen Sie zum Anerkennen der Vaterschaft mit:

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass,
  • den Personalausweis oder Reisepass Ihrer Partnerin sowie
  • vor der Geburt den Mutterpass oder nach der Geburt die Geburtsurkunde Ihres Kindes.

Sind Sie als Vater in spe noch minderjährig, benötigen Sie zusätzlich zu den genannten Unterlagen die Einwilligung Ihres gesetzlichen Vertreters. Das Gleiche gilt, wenn die Mutter Ihres Kindes – also Ihre Partnerin – zum Zeitpunkt der Geburt das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. In Einzelfällen benötigen Sie weitere Urkunden und Papiere.

 

Ein kleiner Tipp am Rande

Wenn Sie für Ihr Kind die Vaterschaft anerkennen, nutzen Sie die Gelegenheit zum Abgeben Ihrer Erklärung für das Sorgerecht. Sonst stünde trotz öffentlich beurkundeter Vaterschaft Ihrer Partnerin das alleinige Sorgerecht zu. Mit dem gleichzeitigen Abgeben der Erklärung sparen Sie Zeit bei den Behördengängen.

 

Wie geht es weiter?

Sobald Sie öffentlich die Vaterschaft anerkennen, erfolgt der Eintrag Ihres Namens als Vater in die Geburtsurkunde Ihres Kindes. Fortan haben Sie das Recht, mit dem Einverständnis Ihrer Partnerin das Sorgerecht für Ihr gemeinsames Kind zu übernehmen. Allerdings ist die begründete und rechtskräftige Vaterschaft an Pflichten geknüpft. Beispielsweise kann das Familiengericht Sie zur Zahlung von Unterhalt verpflichten, wenn das Kind einen entsprechenden Antrag stellt. Dieser gilt rückwirkend bis zu seiner Geburt.

 

Fassen wir nochmals zusammen

Ihnen steht es als unverheirateter Mann frei, öffentlich die Vaterschaft anerkennen zu lassen. Diese Aufgabe übernehmen für Sie die Standes- und Jugendämter in den Städten sowie Amtsgerichte und Notare. Die anerkannte und rechtskräftige Vaterschaft berechtigt Sie

  • zur Abgabe einer Erklärung für das Sorgerecht Ihres Kindes,
  • zur Wahl zwischen dem mütterlichen und väterlichen Familiennamen sowie
  • zur Begründung von Unterhalts- und Erbansprüchen.

Eine anerkannte Vaterschaft bietet nicht nur für Sie als Kindesvater Vorteile, sie fördert auch die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes.

Mit diesen wichtigen und nützlichen Hinweisen drücken wir Ihnen die Daumen, wenn Sie die Vaterschaft für Ihr neues Glück anerkennen.

 

 

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 Redaktion: M.Foerster, Katja Grüner,  Anna Nilsson,

“Quellen,

Motiv © marchibas – Fotolia.com
http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/beistandschaft/2-wie-wird-die-vaterschaft-festgestellt-.html


 

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktion Netpapa.de

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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