Vater werden und Vater sein

Vater ist man nicht, die Kinder machen Dich dazu

Die gute Nachricht zuerst: Kein Mann wird als idealer Vater geboren. Er wird nicht einmal als Vater geboren. Wir alle lernen den Umgang mit Kind und Kindern erst durch die Erfahrung der Jahre. Vater zu sein, bedeutet daher nicht, dass Du perfekt sein musst! Du darfst Du selbst sein und stets Dein Bestes geben. Die Kinder werden den Rest erledigen.

Vater werden und Vater sein

Endlich Vater werden, Copyright: O_Lypa bigstockphoto

Vater werden und Vater sein

Insofern die körperliche Gesundheit gegeben ist und Du die richtige Partnerin an Deiner Seite gefunden hast, ist es nicht schwer, Vater zu werden. Sobald der positive Schwangerschaftstest da ist, dürft ihr euch über den baldigen Zuwachs in eurer Familie freuen.

Sobald Du Vater wirst, beginnt aber auch automatisch ein echtes Gedankenkarussell. Tausend Fragen kommen Dir in den Sinn und über jeder davon schwebt die größte aller Fragen: Was bedeutet es, Vater zu sein?

Vor allem beim ersten Kind wirst Du in diesem Zusammenhang auch Unsicherheit oder sogar Angst erleben. Das ist normal, denn Du stellst Dich jetzt einer völlig neuen Lebenssituation!

Gleichzeitig kannst Du aber auch beruhigt sein, denn so wie Du Dein Kind formst, wird es zugleich auch Dich verändern. Es ist ein Prozess auf beiden Seiten.

Vater werden und Vater sein-  Das Wichtigste im Überblick

  • Vater werden und Vater sein sind zwei verschieden Dinge
  • eine gute Vorbereitung bereits während der Schwangerschaft ist hilfreich
  • ebenso wie die Vorfreude sind Unsicherheiten und Zweifel normal
  • das gemeinsame Leben wird Dich schrittweise zum Vater reifen lassen
  • Papa zu sein, bedeutet nicht, perfekt zu sein, sondern täglich an Deiner Aufgabe zu wachsen

 

Gemeinsame Vorbereitung ist wichtig

Da Deine Partnerin und Du gemeinsam ein Kind erwartet und gemeinsam die elterliche Liebe und Erziehung übernehmen werdet, ist natürlich auch die Vorbereitung ein Projekt für zwei.

Teilt eure Vorfreude aber auch die Fragen und Unsicherheiten miteinander.

Manche Mütter und mache Väter glauben, dass sie dem/der jeweils anderen nicht offen zeigen sollten, wenn sie neben der Vorfreude auf das Kind auch Zweifel verspüren. Das Gegenüber könnte sonst denken, man selbst möchte das Kind oder gar die Beziehung schlecht reden. Das ist jedoch nicht der richtige Weg, denn im Normalfall verspüren beide Unsicherheiten.

Für eure Liebe und die gemeinsame Elternaufgabe ist es viel besser, wenn ihr offen und in Ruhe über Emotionen redet, Fragen recherchiert und eine Vorbereitungsliste erstellt.

Wichtige Punkte auf eurer Liste:

  1. Kontrolltermine beim Frauenarzt
  2. Überlegungen zum Kita-Platz (eventuell samt Reservierung)
  3. Recherche zu Elterngeld und Elternzeit
  4. Recherche zum Kindergeld
  5. Organisation einer Hebamme
  6. Namensvorschläge sammeln
  7. Erstausstattung (Windeln, Kleidung, Wiege, Kinderwagen etc.) kaufen

Dein Vater sein beginnt im Grunde damit, dass Du die Ankunft des Familienzuwachses auf diese Weise mit vorbereitest.

Die gemeinsame Vorbereitung ist aber nicht alles

Es liegt in der Natur der Sache, dass die werdende Mama und den werdenden Papa aber auch unterschiedliche Dinge beschäftigen. Es ist zwar löblich, wenn Du Dich als Vater ebenfalls über die Hintergründe des Stillens etc. informierst, doch in erster Linie sind körperliche Aspekte der Schwangerschaft und Stillzeit für die Mutter wichtig.

Papa sein bedeutet dafür auch Dinge, die mit der Mutterschaft nichts zu tun haben, etwa der Frage, welches männliche Rollenbild Du Deinem Kind sein möchtest. Vom strengen Vater (das klassische Bild früheren Generationen) bis hin zum soften Papa gibt es viele Abstufungen.

Du wirst für Deinen Sohn das erste und damit prägende Männervorbild sein.

Die Art, die Du ihm vorlebst, wird wesentlich mitbestimmen, wie er sich selbst einst als Mann definiert. Du wirst für Deine Tochter der wegweisender Erstkontakt zum anderen Geschlecht.

Damit beeinflusst Du wesentlich, wie sie als Mädchen mit Jungen umgehen wird und auch wie ihre Partnerwahl als erwachsene Frau einst aussieht.

 

No papa is perfect

Bei der Vorbereitung sind so viele Informationen, Ansprüche und Ratschläge auf Dich eingeprasselt, dass Du jetzt erst recht unsicher bist, ob der perfekte Vater Deine künftige Rolle sein wird.

Mach‘ Dich damit nicht verrückt, denn kein Vater ist perfekt.

Viele Männer machen sich regelrecht kaputt mit einem unrealistischen Anspruch an sich selbst. Arbeitender, Ehepartner und Papa zu sein, kann sie sogar ins Burnout treiben.

Mache Dir besser klar, dass niemand perfekt ist und es auch nicht sein muss! Schnell wirst Du dann merken, dass Vater zu sein auch bedeutet, Erfahrungen im täglichen Umgang mit Deinem Kind aufzubauen und aus Fehlern zu lernen. Zeige Deinem Kind, dass Du es liebst und erlaube euch beiden, gemeinsam an einer Aufgabe zu wachsen.

 

Vater sein – Ein kleine, praktischer Ausblick

Zum Abschluss dieses Artikels und zum Beginn Deiner Reise als Papa erhältst Du hier noch einen praktischen Überblick zur kommenden Zeit. Es gibt einige Dinge, die Ratgeber selten erwähnen, aber fast jeder Mann, der bereits Vater sein darf, kennt:

1. Geburtsvorbereitungskurse sind eine gute Sache und für das Gemeinschaftsgefühl als Paar und werdende Eltern ist es absolut sinnvoll, wenn Du mit gehst. Die spätere Erfahrung im Kreißsaal wird Dir und Deiner Partnerin allerdings zeigen, dass Theorie und Praxis dann doch zwei verschiedene Dinge sind.

2. Stelle Dich emotional darauf ein, dass Du künftig nicht mehr die wichtigste Person im Leben Deiner Partnerin bist. Die Mutterliebe ist die stärkste Liebe der Welt. Doch auch Du wirst erleben, dass Deine Liebe zum Kind Dich für immer verändert.

3. Die Lebensmodelle Deiner kinderlosen Freund sind grundlegend andere, sodass ihr künftig weniger Zeit miteinander verbringen werdet.

4. Sobald Dein Kind etwas selbstständiger wird, ist in euren vier Wänden nichts mehr sicher. Auch Designertische werden mit Wachsmalstiften attackiert.

5. Das Kind gibt den Tagesrhythmus vor und dazu gehört auch wenig Nachtschlaf. Sieben Stunden und mehr werden reiner Luxus. Zum Glück helfen oft die Großeltern gern einmal aus.

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auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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