Die 5 wichtigsten Schritte um eine Vater-Kind-Kur zu beantragen

Das Sozialgesetzbuch V regelt in den §§ 24 und 41 Kurmaßnahmen für Mütter, Väter und deren Kinder. Bei Bedarf besitzen Sie einen Rechtsanspruch auf eine Kur, welche die speziellen Bedürfnisse von Eltern und Kind beachtet. Diese Kuren stellen bei ärztlicher Empfehlung eine Pflichtleistung dar. Die Krankenkassen tragen die Kosten. Die Kur dauert normalerweise drei Wochen.

Auskünfte und Unterstützung zur Kur finden Sie bei ihrer Krankenkasse. Daneben bieten Wohlfahrtsverbände und gemeinnützige sowie kirchliche Träger ihre Hilfe an.

Vater-Kind-Kur beantragen in fünf Schritten

Vater Kind Kur beantragen

Über spezielle Kuren für Kinder informieren die regionalen Beratungsstellen der Rentenversicherung. Diese Stellen beraten zu gesetzlichen Ansprüchen und helfen beim Ausfüllen der Anträge. Dort besorgen Sie sich die Antragsformulare.

Um eine Vater-Kind-Kur in Anspruch zu nehmen, gehen sie so vor:

 

  1. Suchen Sie eine Beratungsstelle.
  2. Besorgen Sie sich die entsprechenden Antragsformulare.
  3. Konsultieren Sie Ihren Arzt.
  4. Informieren Sie die zuständige Krankenkasse.
  5. Suchen Sie die passende Kurklinik.

 

Ohne Arztbesuch gibt es keine Kur

Wie bei allen anderen Kuren ist der nächste Schritt der zum Arzt. Um eine Vorsorge- oder Rehabilitations-Leistung zu beantragen, ist die Mitarbeit Ihres Haus-, Kinder- oder Facharztes erforderlich. Liegen entsprechende Krankheitsbilder vor, füllt Ihr Arzt nach gründlicher Untersuchung die notwendigen Atteste und den Kur-Antrag aus. Er kennt die wichtigen Formulierungen, die ein Attest enthalten muss. Denken Sie daran, Ihrem Antrag einen Selbsthilfebogen beizulegen. Darin schildern Sie Ihre persönliche Situation. Vergessen Sie nicht, zusätzliche Belastungen anzugeben, falls Sie beispielsweise finanzielle Probleme haben oder Ihr Kind krank ist. Die Verantwortung als alleinerziehender Vater zählt ebenso zu den möglichen Belastungen.

 

Reichen Sie Ihren Antrag bei der Krankenversicherung ein

Liegen alle Formulare und die vom Arzt ausgestellten Atteste vor, beantragen Sie Ihre Vater-Kind-Kur. Dies tun Sie direkt bei der Krankenkasse oder Sie wenden sich an eine Beratungsstelle wie das Mutter-Kind-Hilfswerk e.V. Dort finden Sie kostenfreie Hilfe, Ihren Antrag bei der richtigen Stelle einzureichen. Sinnvoll ist das für privat Versicherte oder wenn Vater und Kind unterschiedlichen Krankenversicherungen angehören. Der einfachste Fall liegt vor, wenn Ihr Kind bei Ihnen in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert ist. In diesem Fall fällt Ihr Anliegen in dessen Zuständigkeits-Bereich. Achten Sie darauf, Ihren Antrag vollständig einzureichen.

 

Wenn der Träger Ihre Vater-Kind-Kur nicht bewilligt …

Genehmigt der Träger Ihre Vater-Kind-Kur nicht, legen Sie Widerspruch ein! Grundsätzlich bewilligt entweder die Krankenkasse oder die Bundesanstalt für Angestellte Ihre Kur. Bis es so weit ist, dauert es Wochen oder Monate. Gelegentlich verweisen die Krankenkassen berufstätige Väter an die Rentenversicherungs-Träger mit dem Argument, dass die Vater-Kind-Kur der Wiederherstellung der Arbeitskraft dienen soll. Bei einer solchen steht aber die familiäre Belastung an erster Stelle. Legen Sie in jedem Fall Widerspruch ein, falls einer der Träger Ihre Kur aus diesem Grund abweist!

 

Vater-Kind-Kur beantragen – Kosten im Blick behalten

Sobald Ihre Krankenkasse die Kur genehmigt, steht der Erholung nichts mehr im Wege. Anders bei den Privatkassen – diese übernehmen bei einer entsprechenden Zusatzversicherung für eine Vater-Kind-Kur, die Kosten für den Vater. Die für das Kind tragen Sie selbst – nur, wenn das Kind ebenfalls der Behandlung bedarf, trägt die Kasse die Aufwendungen. Geben Sie dies unbedingt an, wenn Sie Ihren Antrag stellen.

 

Selbstkosten und Anreise

Es lohnt sich, schon vor der Kur Zusatzkosten im Blick zu haben. Rechnen Sie genau aus, welche Belastungen auf Sie zukommen. Für Väter wird ein Selbstkostenanteil in Höhe von zehn Euro pro Kalendertag fällig. Nehmen Sie stationäre Maßnahmen zur Vorsorge in Anspruch, zahlen Sie zwischen fünf und zehn Euro für jede Fahrt dazu. Das trifft gleichfalls auf Kinder zu, die sonst kostenlos mitfahren. Reisen Sie deshalb mit der Bahn zum Kurort: Ihr Kind (bis 14 Jahre) fährt in Ihrer Begleitung umsonst. Fahren Sie zu Maßnahmen der stationären Rehabilitation, zahlen Sie nichts dazu.

 

Zuzahlungsgrenzen bei der Vater-Kind Kur beachten

Beachten Sie: Die Höhe von Zuzahlungen ist gedeckelt! Sie zahlen höchstens zwei Prozent ihres Jahresverdienstes; sind sie chronisch krank, halbiert sich der Betrag auf ein Prozent. Rechnen Sie aus, welche Zuzahlungen anfallen. Liegen Sie über dem Maximalbetrag, stellen Sie einen Antrag auf Befreiung von diesen Sonderzahlungen, bevor Sie in die Kur fahren.

 

Urlaub und Schulferien?

Ihre Vater-Kind-Kur ist nicht auf die Schulferien begrenzt. Viele Kurkliniken sorgen dafür, dass Ihr mitreisendes Kind Schulunterricht erhält. Ihr Arbeitgeber ist nicht berechtigt, Ihnen die Kur zu verweigern. Für die Zeit der Abwesenheit zahlt er ihren Lohn oder das Gehalt weiter.

 

Redaktion: M.Foerster

© Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Quellen-Literatur-Verweise:

http://www.haenslehof.de/der-weg-in-die-mutter-kind-und-vater-kind-kurklinik-haenslehof.html

http://www.mutter-kind.de/Voraussetzungen.aspx

http://www.rehakliniken.de/mutter-vater-kind-kur

http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/kuren-vorsorge-und-rehabilitation/voraussetzungen-fuer-eine-kur/40262

https://www.mutter-kind-hilfswerk.de/Seiten_Gesetzliche-Grundlagen.aspx

http://www.kur.org/haeufige-fragen.html

 

 

Einige Informationen fehlen noch!Hat mir nicht so gut weitergeholfenHat mir gefallen - aber nicht richtig geholfen!Hat mir geholfen und gut gefallenArtikel hat mir sehr gut gefallen (1 Punkte )
Loading...