Vater sein mit dem Beruf Soldat – das Berufsbild kindgerecht erklären

Bist Du beruflich bei der Bundeswehr, ist es für Dich und Deine Partnerin nicht immer einfach. Eurem Kind müsst ihr später mal altersgerecht erklären, was Du beruflich machst.

Wo andere Väter im Büro sitzen, sagt Dein Kind in Kita und Schule: Mein Papa ist Soldat. Damit ihr alle damit gut umgehen könnt, solltet hier das Berufsbild ehrlich und kindgerecht erklären.

Wenn Ihr damit noch Schwierigkeiten habt oder nicht genau wisst wie Ihr das anfangen sollt haben wir für Euch in unserem Artikel „Vater und Soldat“ einige Herangehensweisen und Aspekte zusammengefasst. Wenn Ihr andere Erfahrungen gemacht habt oder Tipps dazu habt schreibt uns doch einfach.

Vater und Soldat
Mein Papa ist Soldat – das Berufsbild kindgerecht erklären Copyright: Yastremska bigstockphoto

Als Vater und Soldat: Wo die Schwierigkeit beim Erklären liegt

Ein Berufssoldat ist nicht nur im Inland tätig, sondern wird auch zu Auslandseinsätzen berufen. Dabei geht es häufig um Aufträge in Krisenregionen und nicht selten besteht echte Lebensgefahr. Beides – sowohl den Zustand der Regionen als auch die Lebensgefahr – kann Kindern kaum vermittelt werden. Die komplette Wahrheit können sie entweder nicht verstehen, oder sie könnten dabei traumatisiert werden.

Schwierig ist es ebenfalls, zu klären, dass Papa eine Waffe trägt und damit andere Menschen verletzten oder sogar töten könnte. Dies kann Kinder verstören oder falsche Vorstellungen in ihnen wecken. Sie kommen auf die Idee, dass Krieg etwas Cooles ist und wenn „Mein Papa Soldat ist, kann Krieg und Tod nicht schlimm sein“.

Beim Erklären ist Ehrlichkeit gefragt, jedoch musst Du die richtige Wortwahl finden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • das Berufsbild zu erklären, fällt vielen Eltern schwer
  • zeige Deinem Kind: Soldat zu sein, ist auch „nur“ ein Beruf
  • beleuchte die verschiedenen Aspekte des Berufs: dazu zählt auch Schreibtischarbeit
  • erkläre das Thema Gewalt nicht bildlich, verschweige es aber auch nicht
  • gib Deinem Kind spannende, harmlose Details, um mit Freunden offener über das Thema sprechen zu können

 

Hilfe beim erklären:

Mein Papa ist Soldat: die Basis-Facts auf den Punkt gebracht

Um Deinem Kind die Wahrheit zu sagen, genügt zunächst eine sachliche aber stark vereinfachte Erklärung: Papa ist in der Armee und beschützt damit alle guten Menschen.

Gibt es irgendwo ein Land, in dem die Menschen in Not sind, dann wird der Papa gemeinsam mit anderen Männern und Frauen losgeschickt, um vor Ort zu helfen.

Wie der Schutz im Detail aussieht, kann ganz unterschiedlich sein!

Auf ein gut verständliches und dabei komplett gewaltfreies Beispiel kannst Du zurückgreifen, wenn Du Deinem Nachwuchs von Naturkatastrophen erzählst:

  1. Papa und andere Soldaten helfen bei Hochwasser in Deutschland, indem Sie Sandsäcke aufbauen und Menschen aus dem Wasser retten.
  2. Im Ausland gibt es auch Überschwemmungen und andere Probleme durch Unwetter. Dann helfen Papa und die anderen den Menschen vor Ort.

Aufbau der deutschen Streitkräfte

Wo immer allgemein vom Soldaten gesprochen wird, muss man eigentlich mehr ins Detail geben. Es gibt innerhalb der Streitkräfte nämlich drei Bereiche:

1. Das Heer
Hier versammeln sich alle Soldaten, die für den klassischen Landeinsatz gedacht sind. Sie helfen also in den Städten und auf dem Land.

2. Die Marine
Wer zur Marine gehört, arbeitet vor allen Dingen auf den Schiffen und ist daher auf den Seewegen im Einsatz. Soldaten werden beispielsweise aktiv, wenn Seepiraten für Probleme sorgen.

3. Die Luftwaffe
Neben Einsätzen am Boden und zu Wasser gibt es auch Fälle, in denen vom Luftraum aus gearbeitet wird. Die Piloten sowie die Soldaten, die mit den Flugzeugen arbeiten, gehören entsprechend zur Luftwaffe.

Das Thema Gewalt angemessen verarbeiten

Natürlich sind Kinder nicht so leicht davon abzubringen, auch das Thema Gewalt anzusprechen. Immerhin sehen sie in den Medien und auch in Spielen, dass Menschen sich gegenseitig verletzen oder sogar töten, wenn es um große Streitthemen geht. Schnell haben die Kinder daher verstanden, dass Soldaten bei Bedarf Waffen benutzen.

Lüge nicht, indem Du diesen Aspekt verschweigst. Erkläre ihn vorsichtig.

Für viele Kinder ist der Vergleich mit einem Polizisten einfacher zu verstehen. Auch dieser darf eine Waffe tragen, sie aber nur unter strengen Vorgaben einsetzen. Auch ein Soldat schießt nicht einfach um sich, sondern nutzt die Waffe nur, um sich selbst und anderen bei akuter Gefahr zu schützen.

Betone dabei, dass es ganz viele Aufgaben gibt, die mit unmittelbarem Gewalteinsatz oder dem erleben von Gewalt überhaupt nichts zu tun haben. „Mein Papa ist Soldat und kümmert sich um die Organisation“ kann Dein Kind beispielsweise sagen, wenn Du in einer leitenden Position bist oder neue Rekruten ausbildest.

Eventuell arbeitest Du auch in der Logistik und verbringst viel Zeit am PC sowie in den Lagerhallen. Oder Du bist Mechaniker für verschiedene Fahrzeugtypen, kochst in der Gemeinschaftsküche etc. All diese Dinge kannst Du Deinem Kind wunderbar erklären und gleichzeitig zeigen, dass Soldaten-sein nicht zwangsläufig etwas mit Gewalt zu tun hat.

Du zeigst damit, dass Gewalt zwar ein Aspekt im Soldatenberuf ist, aber nicht den Großteil ausmacht.

 

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Als Papa und Soldat und hast Du sicher auch spannende Fakten zum Erzählen

Neben einer kindgerechten Erklärung für Deinen Sohn oder Deine Tochter ist es außerdem hilfreich, wenn Du Deinem Nachwuchs ein paar spannende Fakten erzählst. Sobald er nämlich im Gespräch mit anderen Kindern sagt „Mein Papa ist Soldat“ wird häufig von den anderen verlangt, etwas mehr über Papas Beruf zu erzählen. „Hat er eine Waffe?“, ist die häufigste Frage.

Mit spannenden Infos wird das Gespräch auch von den unschönen Aspekten abgelenkt.

Folgende Dinge kannst Du Deinem Kind mit auf dem Weg geben:

  1. Papa bekommt kein Gehalt oder Lohn, sondern Sold. Das Wort kommt aus dem Alten Rom, denn damals sagte man Soldius zu den Geldmünzen.
  2. Erzähle bei Interesse, welche Ränge es in der Armee gibt, damit die Kinder über die verschiedenen Grade sprechen können. Dabei kannst Du auch den Unterschied zwischen „einfachem Soldaten“ und den Offizieren erklären.
  3. Berichte von einem ruhigen Alltag: Wann sind die Aufstehzeiten? Was gibt es zu essen? Muss man selber kochen?
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