alleinerziehender Vater
alleinerziehender Vater im Alltag - Copyright: HalfPoint bigstockphoto

Der Krisenplan für plötzlich Alleinerziehende

Schaut man auf die Statistiken, ist die Mehrheit der Alleinerziehenden noch immer die Kindesmutter. Doch immer häufiger trifft man in der modernen Gesellschaft auch auf Männer, die nach dem Ende einer Partnerschaft die Betreuung des Kindes übernehmen.

Als alleinerziehender Vater wird Dein Alltag zwar in mancherlei Hinsicht schwieriger, doch gleichzeitig wächst das Band zwischen Dir und Deinem Kind. Wir zeigen Dir, wie ihr euer Vater-Kind-Glück aktiv gestalten könnt.

alleinerziehender Vater
Fürsorge im Alltag mit Kind, Copyright: HalfPoint bigstockphoto

Als alleinerziehender Vater-  Das Wichtigste im Überblick

  • zentral ist ein stabiler Alltag für Dich und Dein Kind
  • ein erarbeiteter „Wochenplan“ kann helfen, einen neuen Rhythmus zu finden
  • nimm die Hilfe von Großeltern, Freunden, Lehrern etc. an
  • prüfe, inwiefern Dein Kind einen Unterhaltsanspruch gegenüber der Mutter hat
  • sei Deinem Kind gegenüber äußerst sensibel, wenn eine neue Partnerin in Dein Leben tritt

Alleinerziehend – Der „Krisenplan“ für die ersten Monate

Die erste Zeit ohne die Mutter ist sowohl für Dich als Papa als auch Dein Kind sehr schwierig. Plötzlich gibt es den Gute-Nacht-Kuss nicht mehr von beiden und lieb gewonnene Rituale müssen ersetzt oder zumindest verändert werden. Hinzu kommt, dass Du im Alltag nicht mehr auf die eingespielte Arbeitsteilung bei Abwasch, Einkauf und Co. setzen kannst. Damit nicht alles aus dem Ruder läuft, solltest Du einen Krisenplan erstellen.

1. Schreibe eine Liste

Egal, ob Du dafür Stift und Papier nutzt oder Dir eine passende App suchst: Der Krisenplan beginnt mit einer Sammlung der wichtigsten Punkte:

  • Wie oft sollte Wäsche gewaschen werden?
  • Wie sieht es mit Bügeln aus?
  • Wann gehst Du wo einkaufen?
  • Putzt Du die Wohnung regelmäßig im Ganzen oder machst Du Einzelschritte lieber zwischendurch?
  • Welche Hobbys Deines Kindes stehen wann an (etwa Vereinsaktivitäten)?

2. Bringe die Listenpunkte in eine sinnvolle Struktur

Sobald Du alle wichtigen Alltagsaufgaben notiert hast, kannst Du mit diesen Informationen einen Wochenplan erstellen. Deine Arbeitszeiten und die Kita- beziehungsweise Schulzeiten bilden immer die Rahmenbedingungen. Einige Dinge wie den Wocheneinkauf kannst Du relativ flexibel schieben, während Punkte wie der Sportverein oder Musikunterricht Deines Kindes feste Zeiten mit sich bringen.

Natürlich greift der Krisenplan nicht nur als Wochenplanung für regelmäßige Aktivitäten, sondern kann auch wichtige Termine in naher und etwas fernerer Zukunft enthalten. Denke zum Beispiel an Vorsorgetermine beim Kinderarzt oder den geplanten Elternabend in der Schule. Der Plan kann auch Punkte wie Klassenausflüge, versprochene Kinobesuche und Ähnliches enthalten. In erster Linie geht es darum, all die Dinge, die allgemein wichtig sind und Dinge, die Deinem Kind am Herzen liegen, präsent zu haben.

Was auf andere vielleicht albern oder überstrukturiert wirken kann, wird Dir als alleinerziehender Vater helfen, Dich in der veränderten Familiensituation zu strukturieren.

Alleinerziehend den Kindern Sicherheit geben

Neben der Herausforderung, einen neuen Alltag ohne die Mutter zu gestalten, gibt es noch eine ganz andere Schwierigkeit: emotionale Stabilität. Nicht nur Deine Psyche ist durch die Trennung von der Partnerin belastet, auch Dein Kind leidet unter dem gefühlten Verlust der Mutter. Es ist daher sehr wichtig, dass Du Deinem Nachwuchs emotional zur Seite stehst.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir zeitweise sehr schlecht vom getrennten Partner denken, doch schwierige Gedanken dieser Art solltest Du auf keinem Fall mit Deinem Kind teilen.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es drei, zehn oder 15 Jahre alt ist. In jedem Alter erleben Kinder einen starken Zwiespalt, wenn ein Elternteil abwertend über das andere spricht. Behalte die „Erwachsenenprobleme“ daher im Interesse Deines Kindes für Dich und gib ihm durch Stabilität den wichtigen psychischen Halt.

Alleinerziehend – woher bekomme ich Hilfe?

Nutze die Unterstützung Deines sozialen Umfeldes

Alleinerziehender Vater zu sein, bedeutet nicht automatisch, dass Du in jeder Hinsicht auf Dich allein gestellt bist. Häufig sind die eigenen Eltern und die Schwiegereltern trotz der Trennung von Deiner Partnerin weiterhin sehr am Wohl ihrer Enkel interessiert. Viele erklären sich daher auch ohne Abstriche dazu bereit, wie zuvor gelegentlich auf Enkel aufzupassen und Ausflüge zu unternehmen. So hast Du Zeitfenster für Erledigungen frei.

Es ist zudem sehr sinnvoll, sowohl beim Arbeitgeber als auch in der Kindertagesstätte und Schule offen darüber zu reden, dass Du nun alleinerziehender Vater bist. Dabei geht es keineswegs darum, Mitleid abzugreifen.

Vielmehr können Kollegen und Vorgesetzte sowie Betreuer und Lehrer entsprechend ihrer Möglichkeiten eine zusätzliche Unterstützung anbieten. Familienfreundliche Unternehmen kommen Eltern gern mit Gleitzeit etc. entgegen und die Pädagogen Deines Kindes können ihm bei der schwierigen Umstellung auf eine Leben ohne Mama im Haushalt helfen.

Eventuell kommt es für Dich auch infrage, vorübergehend über einen bezahlten Babysitter nachzudenken oder mit älteren Bekannten eine/n „Leih-Oma/Leih-Opa“ ins Boot zu holen.

Hier spielt das Alter Deines Kindes und Deine finanzielle Situation eine große Rolle. Im Zweifel solltest Du nicht an der falschen Stelle sparen, wenn Du merkst, dass Du mehr Zeit für Dich, Behördengänge und ähnliches benötigst. Sonst leidet Dein Kind unter dem Stress, der Dich begleitet. Spüren können den bereits die Jüngsten.

weiterlesen: Alleiniges Sorgerecht des Vaters

Unterhaltsanspruch als alleinerziehender Vater

In den Ohren der meisten Menschen ist es eine normale Aussage, dass Mütter nach der Trennung vom Partner für den Nachwuchs Unterhalt fordern können. Dieser Alleiniges Sorgerecht des Vatersbist.

Laut deutschem Recht erhält ein Kind vom Elternteil, bei dem es wohnt, den sogenannten Betreuungsunterhalt. Das bedeutet nichts anderes, als dass Du für die Versorgung im Alltag sorgst. Der andere Partner ist im Gegenzug verpflichtet, einen Barunterhalt zu entrichten. Dieser Barunterhalt erfolgt in Form der Unterhaltszahlungen.

Um den monatlichen Beitrag zum Unterhalt des Kindes zu ermitteln, spielen zwei Faktoren eine Rolle: Das Netto-Einkommen des Unterhaltspflichtigen und das Alter des Kindes. Entsprechend dieser beiden wird über die sogenannte Düsseldorfer Tabelle die Leistungsfähigkeit geprüft.

„Für Dich als alleinerziehender Vater bedeutet dies: Dein Kind hat ein Recht auf den Barunterhalt der Mutter und die Höhe des Unterhalts richtet sich ausdrücklich nicht nach Deinem , sondern ihrem Einkommen!“

Kann im Einzelfall Deine Ex-Partnerin keinen Unterhalt erbringen, da sie über zu wenig Einkommen verfügt, solltest Du den Unterhaltsanspruch dennoch an das Jugendamt melden. Es wird dann zum einen überprüft, ob deine Ex-Frau tatsächlich nicht zahlen kann und zum anderen erhält Dein Kind den Anspruch auf einen Unterhaltsvorschuss.

Alleinerziehend – Und wenn Papa sich neu verliebt?

Für jedes Kind ist es eine enorme Umstellung, wenn die Mutter aus dem Alltag verschwindet und es plötzlich allein mit Papa lebt. Tritt später noch eine neue Frau in Dein Leben, wird es für Töchter und Söhne besonders schwierig. Da ist eine neue Frau an Papas Seite und sie möchte wie eine Freundin oder sogar wie eine Mutter sein! Das versetzt nicht wenige Kinder in eine starke Abwehrhaltung. Würden sie „die Neue“ mögen, wäre das ein gefühlter Betrug an der eigenen Mutter.

Natürlich bedeutet das nicht, dass Du für Dein Kind die neue Partnerin nur heimlich treffen oder gar aus Deinem Leben verbannen sollst. Es ist jedoch wichtig, eine neue Lebensgefährtin sehr langsam mit den Kindern in Kontakt zu bringen und behutsam mit eventuellen Wutausbrüchen oder Bockhaltungen umzugehen. Auf keinen Fall solltest Du schimpfen und Deinem Kind Vorwürfe machen.

Es gibt an dieser Stelle kein Patentrezept, doch häufig fühlen sich Kinder weniger überrannt, wenn Du Dich mit ihnen und der neuen Frau in lockerer Atmosphäre triffst. Vielleicht geht ihr zusammen ein Eis essen oder ins Kino.

Du musst Deine neue Liebe auch nicht direkt als Partnerin vorstellen, sondern kannst sagen, dass es sich um eine Freundin handelt, die Dir wichtig geworden ist. Kinder können sich so langsamer an das Gefühl herantasten, dass Papa wieder offener mit anderen Menschen umgeht und sich verliebt haben könnte.

 

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