Geschwister Papa
Geschwister Papa, Copyright: cookiestudio bigstockphoto

Das jüngere Geschwister Kind wird mehr beachtet – Wie gehen Kinder damit um?

Hattest Du jüngere Geschwister, die mehr beachtet wurden oder warst selbst das umsorgte Nesthäkchen? Oder war es andersherum?

Bei den eigenen Kindern will man eine gleiche Behandlung an oberste Stelle setzen und merkt doch, dass man in vielen Situationen ein Kind bevorzugt. Das merkst jedoch nicht nur Du, sondern auch den Kindern fällt es auf. Manchmal werden ältere, manchmal jüngere Geschwister mehr beachtet. Hier liest Du, warum das normal ist und wie ihr gemeinsam richtig damit umgehen lernt.

Warum werden meist jüngere Geschwister mehr beachtet?

Bei Säuglingen und Kleinkindern liegt es in der Natur der Sache, dass sie mehr beachtet werden als bereits eigenständigere Geschwister. Ihre körperliche und geistige Entwicklung steht am Anfang und Eltern müssen viel Zeit in die Erziehung investieren.

Da Kleinkinder auch noch keine Vorstellung vom Konzept des Teilens haben, können sie nicht begreifen, dass der/die große Bruder/Schwester nun Eifersucht fühlt. Dir als Vater hingegen kann das Problem schnell klar werden und es ist wichtig, frühzeitig sinnvolle Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Jüngere Geschwister werden mehr beachtet, aber dennoch muss daraus kein Familienstreit resultieren.

  • es ist normal, dass im Kleinkindalter jüngere Geschwister mehr beachtet werden
  • diese Hilfsbedürftigkeit von Babys und Kleinkindern sollte älteren Geschwistern erklärt werden
  • doch auch im späteren Leben hat jedes Elternteil ein Lieblingskind
  • die Bevorzugung eines Kindes kann auch situationsabhängig variieren
  • wichtig ist die offene Kommunikation: kindgerecht, aber ehrlich

Älteren Geschwister ein realistisches Bild vermitteln

Viele Kinder freuen sich, wenn Mamas Bauch wächst und sie erfahren, dass ein Geschwisterchen kommt. In den Köpfen der meisten Kinder läuft dann derselbe Film ab: Sie erhalten einen Spielkameraden. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn das Neugeborene ist noch komplett unselbstständig. Damit wird nichts aus dem Spielen und noch schlimmer: Jüngere Geschwister werden mehr beachtet.

Im Idealfall teilst Du Du Deinem Kind bereits vor der Geburt des Geschwisterchens mit, wie der Alltag mit Baby und Kleinkind wird.

Das wird zwar bei den meisten zunächst für lange Gesichter sorgen, doch so können Sohn oder Tochter sich besser auf die Veränderungen im Alltag einstimmen.

Sehr hilfreich ist es zudem, wenn die großen Geschwister von Anfang an feste Aufgaben in der neuen Familienkonstellation bekommen. Selbstverständlich sollen sie nicht durch schwierige Aufgaben überfordert werden, sondern das Gefühl erhalten, eine wichtige Rolle als große Schwester oder großer Bruder zu haben. Ideen hierfür können sein:

  • Nimm sie/ihn beim Einkauf für die Baby-Erstausstattung mit
  • Streicht und dekoriert gemeinsam das neue Kinderzimmer
  • Hole die Meinung mit Fragen wie „Welche Farbe soll die Babykleidung haben?“ ein

Dein älteres Kind erfährt so Wertschätzung und die ist ungemein wichtig, um positiv auf das künftige Teilen der elterlichen Aufmerksamkeit zu reagieren.

Sehr wichtig: exklusive Zeit einplanen

Auch wenn jüngere Geschwister mehr beachtet werden müssen, kannst Du natürlich nicht grenzenloses Verständnis der/des Älteren erwarten. Um für wenig Familienzoff zu sorgen, ist es sehr hilfreich, exklusive Zeitfenster zu reservieren. Das bedeutet, dem großen Kind wird angeboten, Zeit mit Mama und/oder Papa allein zu verbringen.

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  • Geh mit Deinem Kind Eisessen oder auf dem Spielplatz, während Mama das Baby allein betreut
  • Geht beispielsweise einmal zu dritt ins Kino oder den Zoo, während die Großeltern das Kleinkind beaufsichtigen.

Ungestörte Zeit mit den älteren Geschwistern zu reservieren, ist zwar im hektischen Alltag nicht leicht, aber es kann die Eifersucht enorm senken und damit insgesamt die Familienatmosphäre positiv verändern.

Das Problem Lieblingskind bleibt immer ein Thema

Zwar sind im Regelfall ältere Geschwister eifersüchtig, da jüngere Geschwister mehr beachtet werden, doch das Problem bleibt auch mit dem Älterwerden bestehen. Zwar müsst ihr euch als Eltern nun weniger um die besonderen Bedürfnisse von Säuglingen und Kleinkindern kümmern, doch eines bleibt bestehen: Man hat immer ein Lieblingskind.

Das klingt zwar extrem und viele Eltern weigern sich, dies vor sich selbst einzugestehen, doch es ist schlicht der Regelfall. Es bedeutet auch nicht, dass Du ein Kind per se nicht liebst, sondern es situationsbedingt einen Favoriten gibt.

Ein Kind ist beispielsweise mutiger und Du hast mehr Spaß, gemeinsam die Rutsche im Schwimmbad zu nutzen. Beim Restaurantbesuch hingegen ist das Geschwisterkind ruhiger und kleckert nicht, was Dich dort mit Stolz erfüllt.

Für euch als Familie ist es eine gute Sache, wenn Du solche Dinge ganz offen anspricht. Kinder merken ohnehin, wann der/die andere bevorzugt behandelt wird. Sich mit Bruder und Schwester zu messen, ist für alle Kinder normal und so buhlen sie um Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern.

Erkläre Deinen Kindern daher altersgerecht, dass Du als Vater und Deine Partnerin als Mutter zu jedem Kind eine individuelle Bindung habt. Das bedeutet nicht, dass ihr ein Kind weniger liebt, sondern erklärt nur den unterschiedlichen Zugang.

Hilfreich kann es außerdem sein, konkrete Beispiele zu nennen. Vielleicht achtest Du anders auf das eine Kind, da es bei der Geburt Komplikationen gab oder eine schlimme Krankheit euch für Wochen in Angst versetzt hat?

Mein Fazit: Man kann keine zwei Menschen gleich behandeln

Kein Mensch geht mit zwei Mitmenschen auf exakt die gleiche Weise um. Das ist ein Fakt, der sich auch beim Zusammenleben von Eltern und Kindern zeigt. Du solltest daher offen und altersgerecht mit den Kindern darüber sprechen.

Wichtig ist, dass jedes Kind die Gewissheit hat, von Dir geliebt zu werden. Nichts ist schlimmer für Kinder als die Angst, elterliche Liebe zu verlieren!

Gleichzeitig lernen der ältere Sohn und die ältere Tochter bei Familiennachwuchs, wie sie mit negativen Gefühlen umgehen, wenn
jüngere Geschwister mehr beachtet werden. Das ist eine nicht zu unterschätzende Lektion für das gesamte, weitere Leben.

weiter zum Thema:

www.netpapa.de/magazin/lieblingskinder.html

www.netpapa.de/magazin/sandwichkind-das-geschwisterkind.html

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