Als Vater von 3 Kindern, Wie wirst du allen Kindern gerecht?

Du bist mein Lieblingskind. Hast du so etwas ähnliches schon einmal gehört oder sogar selbst gesagt? Viele Eltern denken sich gar nichts dabei, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf die Kinder verteilen. Andere machen sich Sorgen, ob sie wirklich allen Kindern gleich gerecht werden. Ist deine Tochter eher schüchtern und zurückhaltend und dein Sohn ein richtiger Draufgänger, wird er wohl manchmal den Bärenanteil der Aufmerksamkeit ernten.

Liebe verteilen, mit jedem Kind etwas allein unternehmen

Wie ist möglich, deine Liebe möglichst gleichwertig zu verteilen und mit jedem Kind etwas allein zu unternehmen? Das wollen wir in dem folgenden herausfinden.

Die häufigsten Probleme von Familien mit mehreren Kindern

Die gleiche Liebe für alle Kinder – dieser Vorsatz ist in großen Familien gar nicht so einfach umsetzbar. Viele Papas beschäftigt die Problematik, nicht allen Kindern gerecht werden zu können. Die Szenarien sind unterschiedlich.

So hat der Papa in der einen Familie einen Sohn, auf den er mächtig stolz ist und mit dem er sich gern beschäftigt. Der Sohn hat noch eine kleine Schwester bekommen, die für den Papa wie eine kleine Prinzessin ist. Egal was er tut, er kann nicht dieselbe Erziehung seiner Tochter zuteil werden lassen, wie es bei dem Sohn der Fall ist. Es fällt ihm fürchterlich schwer, ihren bettelnden und blickenden Augen standzuhalten.

Diese Unsicherheit bekommen die Kleinen recht schnell mit und wissen, wie sie uns Eltern ausspielen können. In die Verteilung der Liebe spielt die Verwirrung unserer Empfindungen mit ein und das schlechte Gewissen, das fast alle Eltern mit mehreren Kindern haben.

Als 4 köpfige Familie. Copyright: master1305, bigstockphoto

Liebe ich meine Kinder gleich?

Das ist eine Frage, die wir so auf Anhieb gar nicht beantworten können. Besteht zum Beispiel ein Altersunterschied zwischen den Kindern, ist es auch sonst schwierig ihnen eine Gleichbehandlung zukommen zu lassen. Wenn das jüngere Geschwisterkind in manchen Situationen mehr Unterstützung braucht als das ältere, fühlt sich einer schnell benachteiligt. Einige Kinder genießen es, bemuttert zu werden und andere stehen schneller auf eigenen Füßen. An dieser Stelle sollten wir uns einmal wieder vor Augen halten, dass unsere Kinder Individuen sind, die wir niemals miteinander vergleichen können. Ebenso profan und obskur ist die Gleichverteilung der Liebe. Emotionen lassen sich in keine portionsgerechte Formel packen, die wir dann in kleinen Tüten auf unsere Kinder aufteilen.

Liebe kann nicht gerecht verteilt werden

Es gibt in Deutschland einen Geschwisterforscher: Professor Dr. Hartmut Kasten hat sich vor einigen Jahren schon mit der elterlichen Liebe auseinandergesetzt. Er erkannte, dass diese niemals gerecht verteilt werden kann. Das ist aber den meisten Eltern nicht bewusst. Bis zu einem bestimmten Grad ist es normal, wenn die Liebe in ungleichmäßigen Dosen für die Kinder zur Verfügung steht. Dennoch bleibt die Angst, die eigene Vaterliebe ungerecht zu verteilen. Tatsächlich hält das auch einige Paare davon ab, ein zweites Kind zu bekommen. Sie haben Angst davor, dem zweiten Kind nicht gerecht zu werden.

 

Mit dem Familienzuwachs wird in der Familie alles neu verteilt, ob es nun um die Zeit, das Geld oder die Zuwendung geht. Alles konzentriert sich auf den Nachwuchs.

Es geht also nicht darum, die Liebe gleichmäßig zu verteilen. Du solltest sie einfach nicht an bestimmte Erwartungen und Bedingungen knüpfen. Andernfalls nehmen die Kinder deine Liebe und Zuneigung wie ein Lob war, für das sie etwas Bestimmtes tun müssen. Es ist eben genau diese Aufmerksamkeit, die größere Geschwisterkinder auch von ihren Eltern verlangen.

Hast du mehrere Kinder? Sind die unterschiedlichen Alters? Ist jedes für sich ein kleines Unikat mit ganz eigenen Interessen und Charaktereigenschaften. Die Kinder haben individuelle Bedürfnisse. Nicht jedes hat den Mut, seine Wünsche frei heraus zu sagen und sich gegen die Geschwister durchzusetzen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse für uns Eltern ist es, unsere Liebe niemals gerecht aufzuteilen. Diese Anforderung setzt uns unnötig unter Druck.

Als Vater mit 3 Kids. Copyright: master1305, bigstockphoto

Wie wirst du mehreren Kindern gerecht?

Das ist auch überhaupt nicht notwendig, denn unsere Kinder haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Vielleicht braucht ein Kind ein paar Minuten Kuscheleinheiten, eine Vorlesegeschichte oder die volle Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Problem. Für eine faire Aufteilung deiner Zuneigung brauchst du weder Uhren noch Kalender. Zeit ist nicht notwendig, wenn es darum geht, den Bedürfnissen deiner Kinder gerecht zu werden.

Zunächst solltest du deinen Kindern aktiv zuhören. Habe immer ein offenes Ohr für seine Ängste und Bedürfnisse. Eltern von mehreren Kindern müssen oftmals improvisieren. Da lösen sich kleine Krisen schnell bei einem Gespräch im Bad, während du ein Baby auf dem Arm hast. Wenn du überhaupt keine Zeit hast, solltest du das so kommunizieren.

Wie kannst du deine Liebe und Aufmerksamkeit auf alle Kinder verteilen?

Wenn du dir Zeit für deine Kinder nimmst, muss das nicht mehrere Stunden am Tag einnehmen. Es geht um die feinen und kleinen Momente im Alltag, die deine vollständige Aufmerksamkeit verlangen. Ein kurzes Gespräch kann da helfen. Es sollte auf keinen Fall über mehrere Tage verschoben werden oder in Vergessenheit geraten. Es ist Fingerspitzengefühl gefragt, die Bedürfnisse seiner Kinder in den Alltag zu integrieren.

Du wirst als Papa ganz genau wissen, was ein Kind braucht. Wenn du bemerkst, dass deine Kinder noch mehr Zeit mit dir verbringen wollen, solltest du die täglichen Pflichten mit der Kinderfürsorge verbinden. Wie wäre es zum Beispiel, gemeinsam das Abendessen zu machen, den Tisch zu decken oder mit dem Hund raus zu gehen? Es gibt mehrere Chancen, die sich jeden Tag ergeben. Du musst sie nur ergreifen.

Quellen und Links