Vater werden

Wenn aus Männern Väter werden

Welche Ängste und Sorgen plagen Männer nach der Geburt auf Ihrem Weg zum Vatersein? Viel zu wenig wird darüber berichtet, wie sich Männer fühlen, wenn der Familienzuwachs da ist, die Welt sich  komplett anders dreht als vorher und sich auch die Partnerschaft und nicht zuletzt das Liebesleben verändern.

Vater werden

 „Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr“

Es wird viel darüber berichtet, was sich für Frauen alles ändert, wenn sie ein Baby erwarten. Ob es körperliche und hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft sind oder Rollenkonflikte, die heutzutage bei berufstätigen Frauen auftreten, die Mutter werden. Multitasking müsse man als Frau sein, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Dies ist in der Tat richtig und auch sicherlich nicht einfach.

Wie gehen jedoch die Männer damit um, wenn sie Vater werden? Was verändert sich für sie alles? Wie sehen sie ihre Rolle als Vater und Ehemann oder Partner? Haben sie auch manchmal mit Anpassungsschwierigkeiten an die neue Lebenssituation zu kämpfen?

 Vater werden früher und heute – Ein kurzer Vergleich

Nicht zuletzt durch die veränderte Rolle der Frau in unserer Gesellschaft hat sich auch die Vaterrolle im Vergleich zu früheren Zeiten verändert.  Vater werden bedeutet nicht nur Kinder zu bekommen und sich um den Nachwuchs zu kümmern was bis weit in das vergangene Jahrhundert immer die Angelegenheit der Frauen war. Auch war es völlig normal, dass eine Familie damals oft bis zu zehn Kinder hatte.

Die Mütter waren zu Hause, ihre Aufgabe waren die drei „K´s“ – Kinder, Küche und Kirche. Der Mann hingegen war der Versorger und Ernährer der Familie. Er ging arbeiten und sah seine Kinder oft sehr wenig und konnte daher auch oft keine wirkliche emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen.

Ganz anders sieht es bei den heutigen modernen Vätern und Ihrer Vaterrolle aus.  Wenn heute aus Männern Väter werden sind Sie mehr denn je dazu bereit, sich für den Nachwuchs zu engagieren, aktiv an der Erziehung mitzuwirken und eine gute emotionale Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.

Wenn Männer Väter werden, wollen Sie wickeln, schmusen, füttern, spielen und einfach nur mitten drin dabei sein, wenn die Kinder groß werden. Leider gelingt die Umsetzung dieser Wünsche nicht in jeder Familie, da Väter auch Rollenkonflikte durchleben müssen und meist aus beruflichen Gründen nicht so viel Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen können.

So denken und fühlen Väter von heute

Eine FORSA-Studie vom Oktober 2013 beschäftigte sich mit den Wünschen und Bedürfnissen von Vätern. Insgesamt wurden über 1000 Väter und Stiefväter im Alter zwischen 20 und 55 Jahren zu verschiedenen Themen rund um das Vatersein befragt.

58 Prozent geben an, dass sich ihr Leben wenn Sie Vater werden – durch die Geburt de Kindes glücklicher und erfüllter geworden ist. 57 Prozent der Väter bestätigen jedoch auch, dass der Sex mit ihrer Partnerin seit der Geburt weniger geworden ist. Immerhin geben aber auch um die 20 Prozent der Männer an, dass sie sich manchmal überfordert fühlen und auch mehr Streit mit ihrer Partnerin seit der Geburt des Kindes haben. 24 Prozent fühlen sich den neuen Anforderungen nicht immer gewachsen und bei 20 Prozent belastet das Kind auch die Partnerschaft.

An den Umfragezahlen kann man jedoch auch erkennen, dass sich Väter heute aktiv einbringen und  sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. 71 Prozent geben als positives Erlebnis an, sich um die Pflege des Säuglings zu kümmern, über 50 Prozent stehen bzw. standen nachts auf, um sich mit um das Baby zu kümmern und toben auch gerne mit dem Nachwuchs herum. An diesen Aussagen kann man erkennen, dass die Männer die Vater werden heutzutage ihre Verantwortung als wichtiger emotionaler Bezugspunkt ihrem Nachwuchs gegenüber sehr ernst nehmen und für ihre Kinder von Anfang an da sein wollen. Da sie meist jedoch immer noch Haupernährer der Familie sind und Vollzeit arbeiten gehen, sind natürlich Rollenkonflikte vorprogrammiert.

Natürlich fühlen sich die Väter manchmal genauso überfordert wie die Mütter oder haben auch mit der veränderten partnerschaftlichen Situation zu kämpfen. Man ist eben ab der Geburt nicht mehr nur Paar mit allen Freiheiten, sondern vor allen Dingen nun Eltern. Der Nachwuchs bestimmt jetzt hauptsächlich, wann man Zeit für sich selber oder den Partner haben kann.

Locker an die Sache rangehen und Freiräume schaffen

Überfordern Sie sich nicht, wenn Sie Vater werden stellen Sie keine zu hohen Ansprüche an sich und in Ihre Vaterrolle. Es gibt keinen Elternführerschein und Sie lernen auch nicht aus Ratgebern oder Fachbüchern. Je lockerer und unbeschwerter Sie an Ihre neue Rolle als Papa herangehen, desto unbeschwerter und gelassener können Sie sich  in Ihren neuen Aufgabenbereich einfinden. Handeln Sie in den meisten Dingen einfach nach Ihrem Gefühl und Ihrem eigenen Wertesystem.

Vater werden – bedeutet aber auch das die Erziehung und der Umgang mit dem Kind nicht nur nach festen Leitsätzen ( Erziehungsstilen, wie z.B. der demokratische Erziehungl) gehen sollte, sondern vielfach nach dem eigenen Bauchgefühl. Lassen Sie sich nicht von den Ansichten anderer Eltern oder Väter leiten  und schaffen Sie für sich selber und Ihre Partnerin genügend Freiräume für Zweisamkeit. Auch Oma und Opa freuen sich, wenn sie die Enkelkinder einmal betreuen dürfen oder Sie engagieren einen Babysitter, wenn Sie einmal wieder in Ruhe zusammen Essen oder Tanzen gehen möchten.

Lernen Sie, auch Schwäche zu zeigen und Unsicherheit im Umgang mit dem Kind. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Vater sein will auch gelernt sein. Freuen Sie sich einfach auf den neuen uns spannenden Lebensabschnitt, in dem zwar nichts mehr so sein wird wie es vorher war, der aber Ihr Leben um ein Vielfaches reicher machen wird! Vater werden bedeutet einen enormen Wandel zu vollziehen – Wir wünschen Ihnen dabei viel Spass.

 

© Olena Pantiukh – Fotolia.com

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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