Was Väter über Töchter wissen sollten

Bist Du ein Mädchen-Papa dann kommt das auf Dich zu:

Du bist Papa eines kleinen Mädchens geworden und vielleicht plagen dich bei aller Freude einige Fragen. Die obersten auf der Liste vieler Männer: Wie erzieht man als Vater eine Tochter? Ist man für sie auch der „Kumpel“, wie für den Sohn? Oder legt man ihr als kleine Prinzessin die Welt zu Füßen? Es gibt einiges, was Väter über Töchter wissen sollten.

Was Väter über Töchter wissen sollten

Copyright: GeorgeRudy, bigstockphoto

 

Was Väter wissen sollten: Töchter werden stark von ihnen geprägt

Zu Beginn des Lebens ist jeder Säugling, egal ob Junge oder Mädchen, stark von der Mutter abhängig. Das bedingt die Biologie, denn die Mutterbrust kann nur sie geben. Doch sobald das Kind beginnt, seine Umwelt zu entdecken, ist der Vater ebenso bedeutend. Für eine Tochter ist er der erste Kontakt zum männlichen Geschlecht und prägt daher für ein Leben lang ihr Männerbild.

Väter sollten wissen, dass ihre Töchter alle späteren Kontakte zu Männern (oft indirekt) mit ihnen vergleichen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Mischung aus liebevoller Zuwendung und dem Durchsetzen von Regeln zu finden. Beim Vater sollen Töchter sich geborgen fühlen, aber auch lernen, dass man Vereinbarungen einhalten und Kompromisse finden muss.

Vergiss außerdem nicht: Deine Tochter prägt auch die Art, wie Du ihre Mutter behandelst. Lebe ihr eine gesunde Beziehung vor.

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Was Väter über Töchter in der Pubertät wissen müssen

Neben dem ersten Interesse für sexuelle Liebe spielt die körperliche Veränderung zur Frau eine Rolle. Die meisten Töchter beginnen in dieser Phase, sich etwas mehr vom Vater zu distanzieren. Sie haben „Frauenprobleme“, wie die erste Periode und gehen nicht mehr mit dem Papa Kleidung kaufen, sondern mit Freundinnen. Diese natürliche Abkapselung musst du akzeptieren.

„Denke nicht, dass du für deine Tochter jetzt unwichtig bist. Im Dreigespann Mutter-Vater-Tochter wirst du in ihrer Pubertät sogar noch einmal wichtiger.“

Sobald eine Tochter reifer wird, beginnt häufig eine Art Konkurrenzkampf zur Mutter. Diese wird nun als „andere Frau“ wahrgenommen und ihre Ansichten mit den eigenen verglichen und bewertet. Als Vater bist du gefragt: Gib deiner Tochter das Gefühl, dass sie ihre Persönlichkeit innerhalb klarer Grenzen finden und ausleben darf.

 

Die Prinzessin trifft den ersten Prinzen

Für dich ist vermutlich eine Vorstellung der Horror schlechthin: deine Tochter kommt in das Alter, in der sich Jungen für sie interessieren. Die meisten Väter denken dann an ihre eigene Teenagerzeit mit den ersten, sexuellen Erfahrungen. Der Gedanke, dass die eigene Tochter ebenfalls diese Phase des Erwachsenwerdens durchläuft, ist vielen Vätern zuwider.

Es ist wichtig, dass du diesen Beschützerinstinkt deiner Tochter gegenüber ein Stück weit fallen lässt. Der Weg vom Kind zur Frau gehört zu ihrem Leben. Es würde ihre Entwicklung stören, wenn du mit allen Mitteln versuchst, dass sie „Papas kleines Mädchen“ bleibt.

Viel besser: Biete ihr nach Möglichkeit eine Familie der offenen Gespräche, sodass sie mit Fragen zu ihrer Mutter und dir kommen kann. Ist deine Tochter aufgeklärt und selbstbewusst erzogen, wird auch die Gefahr kleiner, dass sie an „die falschen Typen“ gerät.

 

 

Streit zwischen Vater und Tochter

Es ist nirgendwo immer alles Sonnenschein. Du wirst mit deiner Tochter in Konfliktsituationen geraten, die euch beide belasten. Das kann der Streit über ihre neue Kleiderwahl sein, unliebsame Freundinnen (und Freunde) und vieles mehr. Jetzt gilt Folgendes:

⯈ Versuche möglichst, nicht laut zu werden und Schreien als Einschüchterung zu nutzen. Manche Töchter reagieren darauf mit Angst, andere sehen es als Liebesentzug. Bei den wenigstens kommt jedoch an, dass der Vater sich einfach Sorgen macht.

Besser sind ruhige Gespräche, was allerdings gerade mit pubertierenden Mädchen nicht immer möglich ist. Du wirst erleben, dass sie die Stimme erhebt. Reagiere darauf besonders ruhig, damit die Situation nicht eskaliert. Das erfordert einiges an Übung.

Manchmal kann es in einer besonders aufgeheizten Situation auch sinnvoll sein, das Gespräch an dieser Stelle zu beenden und zu vertagen. Das soll beiden Seiten die Chance geben, sich zu fassen.

 

 

Ein abschließender Rat für Väter von Töchtern

Was Väter über Töchter auch wissen sollten: Kinder lernen schnell, ihre Eltern in bestimmte Richtungen zu lenken. Das ist uns Menschen von der Evolution in die Wiege gelegt worden. Wer sich gekonnt an ein stärkeres oder mächtigeres Gruppenmitglied wendet und das für sich zu nutzen weiß, hat bessere Überlebenschancen. In unserer modernen Gesellschaft bedeutet das: Mit Rehaugen den Papa nach Süßigkeiten oder Taschengeld zu fragen, funktioniert.

Vielen Vätern passiert es, das sie ihren Sohn strenger erziehen und der Tochter mehr erlauben. Fängt sie an zu weinen, kommen Schuldgefühle auf, beim Sohn hingegen wird mehr Härte durchgesetzt. Ganz ablegen kann das kaum ein Mann, doch Väter sollten über Töchter wissen, dass sie sich (oft bereits ab dem Kindergarten) sehr wohl bewusst sind, dass sie diese Macht über Papa haben.

 

 

Vater & Töchter – Rollenbilder prägen uns noch immer

Männer und Frauen begegnen sich heute in vielen Bereichen auf Augenhöhe und immer mehr alte Rollenvorgaben werden abgelegt. Diese Entwicklung ist zwar gut, aber auch noch lange nicht abgeschlossen. Wer ehrlich ist, erwischt sich spätestens bei der Geburt des eigenen Kindes dabei: Den Sohn will man etwas anders als die eigene Tochter erziehen. Die Extrembeispiele wären „Männersachen“ wie Fußball für den einen und „Prinzessinnenträume“ wie schöne Kleider und Puppen für die andere.

Tatsache ist, dass jahrhundertealte Rollenbilder uns noch immer prägen und vor allem beim eigenen Nachwuchs durchbrechen. Für die meisten Väter ist die Tochter geradezu heilig. Natürlich wird auch ein Sohn geliebt, doch Töchter wecken aus alter Überzeugung heraus einen viel stärkeren Schutzinstinkt. Sie sind „kleine Frauen“, die es zu behüten gilt, während Söhne als „kleine Männer“ viel eher zur Selbstständigkeit angetrieben werden. Spätestens ab der Pubertät ist der Sohn ein Kumpel, der nur ab und an in die richtige Richtung gestupst werden muss. Die Tochter aber bleibt Papas Prinzessin und muss vor der Welt beschützt werden.

Versuche, dich ein Stück weit davon zu lösen und deine Tochter zu einer selbstbewussten Frau zu erziehen. Damit beschützt du sie am besten.

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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