Ein verschrammtes Knie gehört dazu – Unfälle der Kinder absichern

Kinderinvaliditätsversicherungen: Wie Eltern für den Ernstfall vorsorgen

Wohl keiner möchte sich vorstellen, dass die eigenen Kinder durch einschneidende Ereignisse im Leben schwerbehindert sind. Dennoch gibt es Versicherungen, die sich genau mit dieser Problematik auseinandersetzen. Eine Absicherung bei Kinderinvalidität zielt in den meisten Fällen auf Erkrankungen ab und macht oftmals sogar mehr Sinn als eine Unfallversicherung. Wie ihr eure Kinder effektiv und sinnvoll versichert, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Was ist eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Ein kurzer Augenblick und im nächsten Moment ändert sich das ganze Leben. Erwachsene sind über die gesetzliche Unfallversicherung auf dem Weg zur Arbeit abgesichert. Dies greift auch, wenn die Kinder in die Kindertagesstätte oder in die Schule gebracht werden. Zu klärende Fragen beziehen sich auf die Art des Unfalls.

 

Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt für den Fall der Invalidität eures Kindes. Im direkten Vergleich zur Unfallversicherung bietet sich ein deutlich komplexerer Schutz.

Woran liegt das? Bei der Unfallversicherung ist dein Kind nur gegen Verletzungen und gesundheitliche Folgen nach einem Unfall abgesichert. Die Invaliditätsversicherung hingegen sichert die Kinder auch im Falle von Erkrankungen ab. Werfen wir nun einen Blick auf die aktuellen Statistiken, wird deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit viel höher ist, infolge einer Erkrankung in die Invalidität überzugehen als nach einem Unfall. Die staatlichen Sozialleistungen helfen nur bedingt, wenn die Kinder zu Invaliden werden.

 

Voraussetzungen für die Leistung der Invaliditätsversicherung unter der Lupe

Zumeist sind diese Leistungen an zwei Voraussetzungen gebunden.

 

  1. Zum einen muss eine dauerhafte Beeinträchtigung vorliegen. Das bedeutet: Nach mindestens sechs Monaten weicht der aktuelle vom jeweiligen altersgerechten Zustand deutlich ab.
  2. Zum anderen gibt es nur dann Leistungen, wenn ein bestimmter Grad der Behinderung laut Sozialgesetzbuch von 50 % vorliegt.

 

Sind beide Voraussetzungen erfüllt, bekommen die Eltern eine lebenslange Rente für die Kinder. Hier kann man wählen aus Einmalzahlungen oder aus Kombis (Einmalzahlung plus Rente). Fachleute raten mehr zur Rente als zur Einmalzahlung. Das Kind sollte ein Leben lang eine monatliche Rente und bestenfalls noch einen kleinen Zuschuss erhalten.

 

Was kostet die Kinderinvaliditätsversicherung für mein Kind?

Viele Familien geben jede Menge für die monatlichen Versicherungen aus. Dabei ist der überwiegende Teil gar nicht notwendig. Zudem ergeben sich enorme Preisunterschiede, die bei einzelnen Versicherungsnehmern Hunderte Euro im Jahr ausmachen. Dennoch ist es nicht ratsam, aufgrund der doch recht teuren Versicherung dem Kind zum Beispiel Nachhilfe oder eine Schulfahrt sowie ein Hobby zu verwehren.

Familien, die recht gut verdienen, sollten jährlich 300-500 € einkalkulieren, um sich für den Ernstfall abzusichern und monatlich 1000 € zu erhalten. Oder hättet ihr gedacht, dass die Krankenkasse nicht alle Therapien übernimmt, die eurem Kind eigentlich gut tun?

Darüber hinaus kann es im Ernstfall sinnvoll sein, eine Haushaltshilfe oder eine private Schwester zu engagieren, um der Familie die schwere Situation zu erleichtern. Da kommt die monatliche Rente gerade richtig.

 

Kostengünstigere Kinderinvaliditätsversicherungen, wirklich empfehlenswert?

Eine günstigere Alternative sind die Versicherungen, die im Ernstfall eine Einmalzahlung zusichern. Der eigentliche Vorteil besteht darin, dass der Versicherer sein Geld auch nicht zurückfordert, wenn es dem Kind besser geht. Dies ist zum Beispiel nach einer erfolgreich bekämpften Krebserkrankung der Fall.

Im Gegenzug dazu stoppen die Versicherer die Zahlung der Rente. Demgegenüber ist die Rente eine sichere Alternative, die behinderten Menschen ein gewisses Grundeinkommen zukommen lässt.

Achtung: Die Kinder Individualitätsrente rechnet das Sozialamt als Einkommen an.

 

Versteckte Fallen im Kleingedruckten der Versicherer

Bei der Auswahl der passenden Versicherung geht der Blick in das Kleingedruckte. Hier hinterlassen die Versicherer Ursachen, die einer erfolgreichen Auszahlung der Rente im Wege stehen.

Dazu gehören in Einzelfällen zum Beispiel

  • Psychosen,
  • Störungen der Persönlichkeit,
  • Verhaltensstörungen und
  • Neurosen.

 

Zumal das Statistische Bundesamt herausgefunden hat, dass gerade die geistigen Entwicklungsstörungen zu den häufigsten Ursachen für die Schwerbehinderung bei Kindern gehören. In diesen Bereich fallen auch ADHS und Lernbehinderungen. Ein eindeutiger Nachweis hirnorganischer Schäden ist nur sehr schwerlich möglich.

Laut eines aktuellen Urteils des Bundesgerichtshofes dürfen die Versicherer jedoch keine angeborenen Erkrankungen mehr ausschließen.

 

Wann sollten Eltern eine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen?

Schlussendlich solltet ihr euch am besten von Geburt an mit der Thematik der Kinderinvaliditätsversicherung auseinandersetzen und diese so früh wie möglich in Betracht ziehen, wenn es das Familien-Budget zulässt. Vor der Unterschrift unter dem Versicherungsvertrag raten wir euch, das Kleingedruckte und die auszuschließenden Ursachen ganz genau zu lesen. Auch wenn wir nur ungern über schlimme Erkrankungen, Unfälle und schwerwiegende Folgen für unsere Liebsten nachdenken, können frühzeitige Entscheidungen später eine enorme Entlastung darstellen.

Weitere Informationen für Eltern:

Ratgeber der Basler Versicherungen: www.basler.de/kinderinvaliditaetsversicherung
Ratgeber Stiftung Warentest: www.test.de/kinderinvaliditaetsversicherung

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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