Trennungsväter – Chancen & Risiken

Ich bin Trennungsvater – Modelle für glückliche Kinder

Dein Traum von Glück ist Vergangenheit. Ihr, einst ein glückliches Paar, trennt Euch. Es passiert, dass Partner sich nicht mehr verstehen. Der Schmerz ginge vermutlich vorüber, wären da nicht die Kinder. Es heißt, sie seien bei Trennungen die Leidtragenden. Ist dem wirklich so? Besteht für Trennungsväter die Möglichkeit, ihren Kindern eine glückliche Kindheit zu bieten?

Trennungsväter sind von ihren Kindern durch Scheidung getrennte Väter. Die Mutter boykottiert den Umgang des Vaters mit den gemeinsamen Kindern oder verweigert ihn ganz. In anderen Fällen handelt es sich um außereheliche Kinder. Die Trennungsväter besitzen kein Sorgerecht. In beiden Fällen besteht vonseiten der Papas kein Kontakt zum Kind.

Vater & Kind  © altanaka - Fotolia.com

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Was sind Trennungsväter?

Unser Verständnis für die Bezeichnung „Trennungsväter“ geht weiter

Im weiteren Verlauf und den folgenden Artikeln lest Ihr von den Sorgen „echter“ Trennungsväter“ aber auch von den Papas, die getrennt von ihren Partnerinnen leben und gemeinsam mit den Müttern versuchen, zum Wohl des Kindes eine einvernehmliche Lösung zum Thema Sorge- und Umgangsrecht zu finden. Nicht immer funktioniert die Kommunikation zwischen Trennungsvätern und -müttern ohne Probleme. Es existiert jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Trennung gemeinsam gut zu überstehen und getrennt voneinander glücklich mit den Kindern vereint zu sein. Auf dem Weg dorthin gibt es für Euch viel zu klären und zu besprechen.

 

Eine verantwortungsvolle Aufgabe: Die Kinder von der bevorstehenden Trennung informieren

Steht der Entschluss fest, dass Ihr zukünftig eigene Wege beschreitet, gilt es, die Kinder von Eurem Vorhaben zu informieren. Die Formulierungen für die Begründungen sind unter Umständen für das zukünftige Vertrauensverhältnis Eurer Kinder zu Euch bedeutend. Ebenso entscheidet Ihr, ob Ihr gemeinsam oder getrennt mit Euren Kindern sprecht. Achtet darauf, nicht schlecht voneinander zu reden.

 

Rechte und Pflichten der Trennungsväter

Nicht immer ist es Dir möglich, zusammen mit Deiner Frau die Trennung zu planen. Sie überrascht Dich mit ihrer Trennungsabsicht? Dementsprechend quälen Dich als Trennungsvater zahlreiche Fragen rund um den Kontakt zu Deinen Kindern. Ist es Dir erlaubt, die Kinder zu sehen? Für Deine Kinder ist Euer Kontakt zueinander wesentlich. Sie benötigen für ihre gesunde Entwicklung beide Elternteile. Es ist Deine Pflicht, darum zu kämpfen. Ohne triftige Gründe ist es Deiner ehemaligen Partnerin und Mutter Deiner Kinder nicht erlaubt, Dir den Umgang mit ihnen zu verwehren. Wie Ihr das Umgangsrecht regelt, liegt bei Euch.

 

Möglichkeiten des Sorge- und Umgangsrechts

Entzieht Deine Frau Dir die Kinder, hilft unter Umständen die Anwendung des Münchner Modells. Sozialpädagogen, Rechtsanwälte Mediatoren, Beratungsstellen und Sachverständige arbeiten zusammen, um Trennungseltern zu einer Einigung zu verhelfen. Ziel des Modells ist es, eine einvernehmliche Lösung, ohne Verstärkung des Konflikts, herbeizuführen. Das geschieht sachlich und ohne Herabwürdigung der Gegenseite im Sinn der ohnehin beanspruchten Kinder. Kommt es zu keiner Einigung, entscheidet das Familiengericht.

Kinder benötigen beide Elternteile, deshalb bleibt Ihr ein Team, das sich möglichst gleichwertig um den Nachwuchs kümmert. Ein perfektes Modell zum Umgang mit dem Kind nach der Trennung gibt es nicht. Üblich ist das Residenzmodell, bei dem die Kinder bei dem Elternteil verbleiben, mit dem sie bisher die überwiegende Zeit verbrachten. Der andere Part erhält ein Besuchsrecht, in der Regel an jedem zweiten Wochenende und zur Hälfte in den Ferien.

Bestand in der Vergangenheit eine gestörte Kommunikation zwischen Dir und Deinen Kindern, war Gewalt im Spiel oder vermutet Deine Ex-Partnerin das, erlaubt Dir unter Umständen das Familiengericht als Übergangslösung nur, Deine Kinder in Anwesenheit eines Sozialarbeiters oder Psychologen zu sehen. Ist es Dir als Trennungsvater möglich, in normaler Weise mit Deinen Kindern zu kommunizieren, wandelt sich der „begleitete Umgang“ zu einem üblichen Umgangsrecht.

Die fairste Regelung in Bezug auf das Umgangsrecht ist das Wechselmodell. Alternative Namen sind Doppelresidenz-Modell und Pendelmodell. Die Betreuungszeiten beider Elternteile zeigen sich identisch. Der Wechsel erfolgt regelmäßig, vereinbart nach den individuellen Bedürfnissen und Erfahrungen.

 

Beim Nestmodell, einer Unterform des Doppelresidenz-Modells bleiben die Kinder zu Hause an ihrem gewohnten Ort. Das Pendeln obliegt den Trennungseltern, die jeweils eine zweite Wohnung für die Zeit, die sie nicht bei ihren Kindern sind, innehaben. Für die Kinder geht alles seinen gewohnten Gang, außer, dass sich nur ein Elternteil in der Wohnung befindet. Da dieses Modell für die Trennungsväter und -mütter teuer ist, kommt es selten zum Tragen. Kindern käme es als Dauerlösung entgegen.

 

Keine Angst vor einer neuen Familie

Die erste Zeit außerhalb der Familie ist für Trennungsväter die Schwerste. Hast Du diese Phase überwunden, geschieht es, dass Du Dich neu verliebst. Vielleicht erwartet Deine neue Partnerin bereits ein Kind? Gerade in dieser Zeit plagen Dich Ängste und Schuldgefühle Deinen Kindern gegenüber. Du fürchtest Dich davor, Deine Kinder zu verlieren. Das Problem löst Du, indem Du jede Beziehung getrennt voneinander betrachtest. Mit den Kindern redest Du frühzeitig und versicherst ihnen Deine Liebe zu ihnen, die auch anhält, wenn sie ein neues Geschwisterchen haben. Du beweist es ihnen, indem Du Dich an Absprachen hältst und als Trennungsvater keine Deiner Besuchs-Termine versäumst.

 

Nimm Hilfe in Anspruch, wenn Du mit der Situation nicht klarkommst

Eine Trennung von geliebten Menschen fällt schwer. Möglicherweise gibst Du Dir selbst die Schuld und kommst damit nicht klar. Dich überfällt das Gefühl, plötzlich alles richtig machen zu müssen, aus Angst Deine Kinder ganz zu verlieren. Vielleicht leidest Du mit Deinem Kind, das die Situation nicht verkraftet.

Gehörst Du zu den Trennungsvätern, die mit psychosomatischen Krankheiten oder gar Depressionen auf die Trennung reagieren? Ist Dein Arbeitsplatz gefährdet, der Abstieg vorprogrammiert? Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Neben ärztlicher und psychologischer Begleitung benötigt jeder Trennungsvater Ansprechpartner. Anlaufstellen für Trennungsväter sind Vätervereine, die Dich neben Gesprächskreisen mit Vater-Kind-Angeboten an Wochenenden unterstützen. Des Weiteren helfen die Kirchen mit vielfältigen Programmen und Gesprächen.

Trennung als Chance – glückliche Eltern, glückliche Kinder

Trennungen bedeuten nicht zwangsläufig das Ende des Glücks für Trennungsväter und ihre Kinder. Lebt der Nachwuchs zwischen ewig streitenden Eltern, ist er in der Regel nicht glücklich. Eine Trennung ist eine Chance für Dich und Deine Kinder. Entspannt und ohne Streit vor den Kleinen holst Du sie an den Besuchstagen ab. Genauso friedlich übergibst Du sie nach dem Ende der Besuchszeit Deiner Frau. Es versteht sich von selbst, dass Du Deine Kinder während Eurer gemeinsamen Unternehmungen weder ausfragst noch Schlechtes über Deine Ex-Partnerin sagst. Die Kinder freuen sich darauf, ihre Zeit mit Dir friedlich zu verbringen, denn für ihre gesunde Entwicklung benötigen sie beide Elternteile.

Gelingt es Euch, miteinander zu sprechen und auf ein realisierbares Besuchsmodell zu einigen, ist der erste Schritt für eine glückliche Zukunft Deiner Kinder getan. Anderenfalls nehmt Ihr Hilfe in Anspruch, beispielsweise strebt Ihr eine Einigung nach dem Münchner Modell an.

 

weiterführend:

http://www.familienratgeber-nrw.de/index.php?id=3462https://www.umgangsrecht.org/umgangsrecht/modell_umgangsrecht_begleiteter_umgang.php

 

 

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktionsleitung

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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