Aktive Hilfe für Trennungseltern

Trennungen mit Kind sind schwer und belastend für alle. Manche Eltern bekommen es gut hin, manchmal auch erst nach einer Weile. Bei anderen nimmt die Abwärtsspirale kein Ende. Der Trennungskinder-Verein „Papa Mama Auch e.V.“ hat nützliche Tipps zusammengestellt, was Eltern tun können, denen der Kontakt zum Kind erschwert wird – und die sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befinden.

In diesem Leitfaden finden Trennungseltern, die um den Kontakt zu ihren Kindern bangen müssen, praktische und zielorientierte Informationen, wie sich verhindern lässt, dass diese Befürchtung wahr wird. Die gute Nachricht: Es gibt Hoffnung. Das Familienrecht ist im Umbruch.

Papa auch

Deshalb rät „Papa Mama Auch“: Werdet mutig. Seid keine Besucher mehr. Bleibt Eltern oder werdet wieder welche. Auch wenn sich das andere Elternteil querstellt, könnt ihr gerade heute – angesichts der politischen Diskussion zum Thema – nach und trotz Trennung präsente Eltern bleiben.

Ihr wollt mehr Zeit mit eurem Kind verbringen, obwohl das andere Elternteil dies nicht will?

Wägt ab, ob die derzeitige Regelung für das Kind und euch auszuhalten ist. Falls ja, belasst es dabei. Verzichtet auf zusätzlichen Streit, gebt nach.

Falls nein und alle Beratungsgespräche bleiben erfolglos: Beantragt mehr Betreuung bis hin zu einem Wechselmodell. Verzögert dies nicht unnötig, wenn offensichtlich ist, dass der andere Elternteil beratungsresistent ist. Die Rechtslage wankt, Augenhöhe zwischen Trennungseltern könnte in Kürze sogar gesetzlich verankert werden.

Viel Zeit mit beiden Eltern ist im besten Interesse des Kindes, die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind eindeutig. Wer mehr Zeit mit dem Kind gerichtlich beantragt, handelt in der Regel im Interesse des Kindes.

Macht es ohne Anwalt. Betont die Vorzüge, die das Kind durch eine Mehrbetreuung bei euch hat. Schiebt unbedingt eure Kränkungen beiseite. Baut den Mehrkontakt langsam und stetig auf, nicht von heute auf morgen. Beantragt eine alters- und kindgerechte Lösung; vorzugsweise nach dem Leitbild von Jan Piet de Man, Europäisches Institut für das Kindeswohl. Ein Kind sollte nicht mehr Tage vom jeweils anderen Elternteil getrennt sein, als es Jahre alt ist.

Niemals ein schlechtes Wort über das andere Elternteil verlieren. Auch wenn es Fakten sind – ein konservativer Familienrichter wird euch unter Umständen eine „Hochstrittigkeit“ daraus machen, um Mehrbetreuung zu verhindern. Lasst euch darauf unter keinen Umständen ein. Die „Aktenlage“ wird euch sonst lange verfolgen und gegen euer Kind verwendet werden.

Ihr wollt eurem Kind die bestmöglichen Umstände schaffen?

Erfüllt so viele Kriterien wie möglich, die für das Kind positiv sind. Versucht, räumliche Nähe zu schaffen. So schwer es euch fallen mag, eventuell auch wenn der andere absichtlich weggezogen ist, springt über euren Schatten, sofern ihr euch dort wohlfühlen könnt. Räumliche Nähe ist das Schönste, was ihr eurem Kind bieten könnt.

Bleibt in jeder Hinsicht präsent. Werde Elternbeirat im Kindergarten oder in der Schule. Kümmert euch um Veranstaltungen. Seid dabei immer positiv in Bezug auf den anderen Elternteil, auch wenn ihr aktiv ausgegrenzt werdet. Ihr könnt das nur überwinden, wenn ihr dranbleibt. Lasst euch nicht triggern.

Überzeugt die Professionen, unbedingt einen Loyalitätskonflikt zu vermeiden. Lehnt Abholungen des Kindes beim anderen Elternteil ab, wenn es verhärtet ist oder immer komplizierter wird, und besteht auf die Abholung am Kindergarten oder an der Schule. Erspart euren Kindern Situationen, in denen sie das Gefühl haben, sich entscheiden zu müssen. Das müssen sie nicht, sie lieben beide Eltern.

Ihr habt einen Härtefall und dürft nicht mit eurem Kind telefonieren?

Befreit euch selbst und schickt ab und zu Mal ein Videoclip per Mail oder Whatsapp, in dem ihr euren Kindern auf sehr positive Art und Weise schildert, was ihr in eurem Leben so alles erlebt. Lasst sie trotz der Kontaktverweigerung des anderen Elternteils an eurem Leben teilhaben. Erdrückt sie nicht mit Ich-vermisse-dich-so-sehr-Botschaften. Schenkt ihnen echte Liebe, lasst los.

In der Kommunikation mit dem anderen Elternteil bleibt ihr stets höflich und positiv. Verhaltet euch paradox. Auch wenn ihr schonungslos eure Verzweiflung in Worte fasst, es wird nichts verbessern. Das dürft ihr nur in Mails machen, die ihr nie abschickt.

„Papa Mama Auch e.V.“

Ihr wollt zur Modernisierung des Familienrechts beitragen?

Unterstützt die Doppelresidenz (www.doppelresidenz.org) und den Trennungskinder-Verein „Papa Mama Auch e.V.“ (www.facebook.com/papamamaauch). Vernetzt euch mit anderen betroffenen Eltern. Es werden immer mehr. Immer mehr Papas beanspruchen Elternzeit und haben innige Bindungen zu ihren Kindern. Diese Papas lassen sich deutlich schwerer von ihren Kindern trennen, als dies noch vor Jahren im Familienrecht von den Professionen praktiziert und dann auch indirekt von den Papas erwartet wurde. Veränderung liegt in der Luft. Zeigt Gesicht. Unterstützt Aktionstage.

Seid keine Besucher mehr. Alleinerziehen ist schlecht für Kinder, die Zukunft heißt „Gemeinsamerziehen“ trotz Trennung.

Lasst euch nicht in die Jammer-Spirale anderer betroffener Eltern mit hineinziehen und ertränkt euch nicht in Einzelfall-Gesprächen. Raus aus den Einzelfällen, orientiert an einem großen Ziel: der realistischen Verbesserung des Familienrechts. Kontaktiert lokale Politiker, aber auch das Bundesfamilien- und das Bundesjustizministerium.

Du musst trotzdem deine Verzweiflung loswerden?

Suche dir jemanden im Hintergrund, mit dem du deine Wut, Verzweiflung und Enttäuschung und Verletzungen besprechen und überwinden kannst. Zeige diese Seite niemandem in einem familialen Verfahren. Schaffe dir ein geschütztes privates Refugium, um Dampf abzulassen. Freue dich mit ganzem Herzen auf euer Kind. Bleibe zuversichtlich. Sei zuverlässig in jeglicher Hinsicht. Lebe gut und gesund. Sei und werde noch mehr als bisher einfach ein guter, liebender, reifer Papa.

Grundsätzliches zum Trennungskinder-Verein „Papa Mama Auch“

Ziele:

Die gesetzliche Verankerung von Elternschaft auf Augenhöhe. Der Trennungskinder-Verein „Papa Mama Auch“ vertritt die Überzeugung, dass Augenhöhe zwischen Trennungseltern Streit schlichtet und zu einer Verbesserung der Nachtrennungs-Situation für Kinder führt. Das derzeitige Familienrecht fördert Streit und macht Kinder krank, da es oftmals in ein besseres und ein schlechteres Elternteil unterscheidet. Kinder brauchen kein besseres und schlechteres Elternteil.

Wissenschaftlich ist längt erwiesen, dass es für Kinder das Besten ist, wenn sie viel Zeit mit beiden Eltern verbringen können. Das ist für eine gesunde Entwicklung von Vorteil. Elternstreit ist leider immer schlecht für Kinder, allerdings darf konstruierter Streit nicht länger eine Mehrbetreuung beim anderen verhindern. Das ist schädlich für Kinder. „Papa Mama Auch“ fordert den Gesetzgeber dazu auf, dass dies insbesondere dieser Punkt im neuen Familienrecht berücksichtigt wird.

„Papa Mama Auch e.V.“

Mehr Informationen:

Ansprechpartner:

Reinhard Rode, Vorsitzender von „Papa Mama Auch“:
reinhard.rode @ papa-mama-auch.de

Adrian Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender:
adrian.hoffmann @ papa-mama-auch.de