Trennung mit Kindern was ist zu beachten?

Beziehungsaus: Wie verläuft die Trennung mit Kindern?

Oft entwickeln sich Menschen auseinander oder es gibt einschneidende Gründe, die für das Ende einer Beziehung sorgen. Stehen Sie mit Partnerin oder Partner an diesem Punkt und haben gemeinsame Kinder, kommt es zu folgender Frage: Wie funktioniert eine Trennung mit Kindern? Im Interesse des Kindeswohls sollten keine schnellen und vor allem keine emotionalen Entscheidungen getroffen werden. Das Ende der partnerschaftlichen Liebe darf niemals auf den Schultern der Kinder ausgetragen werden.

Beziehungskrisen nach der Geburt

Strei und Krisen nach der Geburt – Urheber: goodluz / 123RF.com

Der rechtliche Rahmen wenn Eltern sich trennen

Rein rechtlich stehen diese Punkte unter der Frage, ob es nach der Trennung ein gemeinsames Sorgerecht gibt. Ist dem der Fall, haben beide Elternteile das Recht und die Pflicht, gemeinsam zu entscheiden. Keiner darf das Kind dem anderen „vorenthalten“ oder wichtige Entscheidungen ohne Absprache treffen.

Gibt es seitens der Mutter oder des Vaters berechtigte Zweifel, ob das Kind bei dem jeweils anderen Partner sicher aufgehoben ist, kann das alleinige Sorgegerecht beantragt werden. Dafür ist jedoch eine Prüfung des Falls vor Gericht notwendig. Ohne den Antrag auf alleiniges Sorgerecht tritt nach einer Trennung immer zunächst das gemeinsame Sorgerecht inkraft!

Steht die Trennung fest, müssen Sie klar trennen: Sie sind nun kein Liebespaar mehr, wohl aber ein Elternpaar.

Daher sollten Sie sich als Eltern zusammensetzen und drei Fragen klären.

  1. Bei wem soll/en das Kind/die Kinder künftig wohnen?
  2. Wie möchten Sie Alltagsentscheidungen fällen?
  3. Wie werden größere Entscheidungen (Arztbesuche etc.) geregelt?

Wichtig: Gegebenenfalls werden Unterhaltszahlungen für die Kinder fällig. Ob ein monatlicher Betrag erhoben wird und in welcher Höhe dieser liegt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oft muss der Besserverdienende dem anderen Partner Kindesunterhalt zahlen. Diese Zahlungen dürfen von der Ex-Frau bzw. dem Ex-Mann verwaltet, jedoch nur für Ausgaben für das Kind verwendet werden. Informieren Sie sich hierüber frühzeitig.

 

Einigung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht

Das Wort Aufenthaltsbestimmungsrecht meint nichts anderes, als das die Eltern sich gemeinsam entscheiden, bei wem die Kinder nach der Trennung im Alltag leben.

Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung.

  • Wer hat künftig eine kindgerechte Wohnung?
  • Kann der Umzug in eine andere Stadt samt Kita- oder Schulwechsel vermieden werden?
  • Wer hat mehr Zeit für die Kinder?
  • Welche Meinung haben Sohn oder Tochter?

 

Vor allem die letzte Frage sollte nie ignoriert werden. Oft haben Kinder eine klare Präferenz, bei wem sie wohnen möchten. Fragen Sie die Kinder offen und bitten Sie um Begründungen der Meinung. Die Ansicht des Kindes ist so wichtig, dass sie bei Verhandlungen vor dem Familiengericht auch von den Richtern erfragt und beachtet wird.

Achtung: Können sich Eltern trotz gemeinsamen Sorgerechts nicht über das Aufenthaltsbestimmungsrecht einigen, muss ein Gericht entscheiden. Da das für die Kinder psychisch sehr belastend ist, wird eine außergerichtliche Einigung immer angestrebt.

 

Das Umgangsrecht für das andere Elternteil

Wurde über das Aufenthaltsbestimmungsrecht entschieden, bei wem die Kinder nach der Trennung leben, hat der andere Partner im Regelfall ein Umgangsrecht. Dieses Recht wird gleichzeitig als Pflicht gesehen, denn für die gesunde Entwicklung der Kinder ist der Kontakt zu beiden Elternteilen wichtig. Sowohl Mutter als auch Vater sollten daher den regelmäßigen Kontakt suchen.

Das Gesetz besagt zudem, dass die getrennten Eltern alle Aussagen und Handlungen unterlassen sollen, die den jeweils anderen vor den Kindern in einem schlechten Licht dastehen lassen. Die Kinder sollen nicht in persönliche Meinungsverschiedenheiten der Eltern einbezogen werden. Ein freundlich-distanzierter Umgang vor dem Kind sollte angestrebt werden.

 

Trennungsmodelle

Trennung Kinder und Eltern Urheber: iceteastock, fotolia.com

 

Die Trennung den Kindern erklären

Der gesetzliche Rahmen einer Trennung mit Kindern ist für die Eltern wichtig, doch mindestens ebenso entscheidend ist die Frage, wie das Beziehungsaus dem Nachwuchs erklärt wird. Hier verweisen Psychologen auf den richtigen Umgangston und die Anpassung der Botschaft an das Alter des Kindes.

1. Kinder vor dem Eintritt in die Kita können noch nicht verstehen, warum Mama oder Papa auszieht und nicht mehr tagtäglich erreichbar ist. In diesem Alter machen Erklärungen über die Trennung noch keinen Sinn, da sie nicht verstanden werden können. Das Beste, was Eltern tun können: Nach Möglichkeit täglicher Kontakt zwischen beiden Elternteilen und dem Kind und kein Streit vor dessen Augen.

2. Sobald Kinder vier bis fünf Jahre sind, sollte ihnen mitgeteilt werden, dass die Eltern nun getrennte Wege gehen. Detaillierte Erklärungen sollten jedoch vermieden werden, da diese das Kind überfordern. Wichtig ist die Klarstellung, dass nicht das Kind der Trennungsgrund ist und beide Eltern es lieben.

3. Häufig entwickeln Kinder ab dem Grundschulalter einen gewissen Loyalitätskonflikt. Sie spüren bereits, bei welchem Elternteil sie lieber sein möchten und empfinden gleichzeitig Schuldgefühle gegenüber dem anderen Teil. Um die Trennung mit Kindern in dieser Lebensphase leichter zu gestalten, sollte ein neuer, strukturierter Alltag aufgebaut werden. Dazu gehören klare Besuchszeiten und Ausflüge und offene Gespräche über die Sorgen des Kindes.

4. Als sehr empfindlich gilt die Lebensphase ab zwölf Jahren. Viele Jungen und Mädchen sind in diesem Alter sehr beeinflussbar und können von den Elternteilen massiv unter Druck gesetzt werden. Der verlassene Partner kann das (bewusst oder unbewusst) nutzen, um die Einstellung des Kindes zum anderen Elternteil zu beeinflussen. Im schlimmsten Fall führt das zu einer Verweigerung des Kontakts mit dem vermeintlich schuldigen Elternteil. Vermeiden Sie Selbstmitleid und Schuldzuweisungen gegenüber dem Kind.

5. In der Pubertät ist eine Trennung mit Kindern für die Jugendlichen sehr schwer. Sie sind mit Findung ihrer eigenen Persönlichkeit beschäftigt und werden durch die komplizierte Familiensituation zusätzlich belastet. Eltern sollten versuchen, ihre persönlichen Probleme nicht mit den Kindern zu teilen. Diese psychische Belastung kann erhebliche Folgen wie Depressionen, Schulverweigerung oder Drogenkonsum mit sich bringen. Statt die Kinder in die Beziehungsprobleme einzuweihen, sollte ihnen der Rückhalt beider Elternteile vermittelt und ihre Hobbys unterstützt werden. Ein geregelter Alltag ist das wichtigste Kriterium für die normale Entwicklung trotz einer Trennung der Eltern.

 

 

 

 

Trennung ohne Streit

Tipps wie Sie als Mann eine Trennung ohne Streit möglich machen

Wenn Paare mit Kindern sich trennen, kommt es unweigerlich zu einem Bruch in der Familie und zu einer Neustrukturierung im Leben der Kinder. Egal aus welchen Gründen eine Trennung zustande kommt und unabhängig davon wie wir Männer uns fühlen, muss der Fokus auf den Nachwuchs gelegt werden. Dabei spielt es keine Rolle, welches Alter ihre Kinder haben. Eine Trennung mit Kind bedarf stets besonderer Feinfühligkeit und einer kindgerechten, positiven Kommunikation.

„Grundsätzlich ist den Sprösslingen sämtlicher Papier- und Geldkram egal.“ Ihnen geht es nur um ihren Papa und ihre Mama. Sie hängen meist an beiden Bezugspersonen. Die Beziehung kann unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein. Trennungen mit Kindern sind weiter schwierig, da aus kindlicher Perspektive das „Warum?“ nicht sichtbar ist.

 

Konfliktpotential mit Abstand bei Trennung mit Kindern:

  • Unabhängig vom Alter der Kinder wird es weder für Papas, noch für Mamas Position kindliche Einsicht gegeben.
  • Diskussionen und Gespräche jeglicher Art sollten in Abwesenheit des Nachwuchses geführt werden.
  • Nicht in Gegenwart der Sprösslinge schlecht über den anderen Partner sprechen. Das gilt ebenso für Babys und Kleinkinder. Schließlich ist die nonverbale Kommunikation in diesem wichtigen Alter sehr einprägsam.

 

Typische Verhaltensmuster während Beziehungskrisen und Trennung mit Kind

Aus kindlicher Perspektive gesehen, ist dieser Lebensabschnitt ein totales Chaos. Ganz egal, ob Papa selbst noch von dieser Entscheidung überrumpelt ist oder der Papierkrieg schon losging. Selbst in späteren Phasen, welche von „Übergaben des Kindes“ zum Wochenendausflug mit Papa & Co. geprägt sind, fühlt der Nachwuchs sich manchmal einfach hoffnungslos verlassen. Dies hat zur Folge, dass er sich auf seine ganz persönliche Art bemerkbar macht. Da können wir Erwachsenen uns manchmal auf den Kopf stellen bis Hollululu, aber die kindliche Verwirrung bleibt. Im Endeffekt liegt es daran, dass die Bedürfnisse der Kinder während der Trennungsphasen nicht mehr ausreichend bedient werden. Der Sohn oder die Tochter verändern ihr Verhalten. Nicht selten wird dies als „schwierig“ beschrieben. Um genau das zu verhindern, hilft es Papa manchmal einen Gang zurückzuschalten und einfach eine andere Brille aufzusetzen.

Was Kinder während der Trennung brauchen …

… das können Experten der Bindungstheorie sehr gut beschreiben. Schließlich pflegen die Knirspe, ob groß oder klein, eine spezielle Beziehung zu Papa. Nun kommt es darauf an, die Bedürfnisse des eigenen Schatzes richtig zu lesen. Wenn Signale richtig verstanden werden, dann beginnt sich das Kind mit Hilfe seiner Bezugspersonen wieder neu zu orientieren.

 

Folgende Bedürfnisse machen sich bemerkbar:

* Akzeptanz: Nicht schimpfen oder gar lachen, wenn das Kind traurig ist oder lieber zu Mama möchte.

* Sicherheit: „Papa wird immer für dich dasein!“

* Struktur: „Ich hole dich auf jeden Fall nächstes Wochenende wieder ab!“ (Papa kommt auch tatsächlich!)

* Vertrauen: „Papa erzählt deine Geheimnisse keinen anderen Personen!“

* Kommunikation: sachlich bleiben, besonders wenn es um die berühmte „Warum-Frage“ geht. „Mama und Papa haben sich gestritten. Sie können jetzt nicht mehr zusammen in einer Wohnung wohnen.“

Mit Hilfe dieser sicheren und responsiven Basis kann das (euer) Leben wieder eine neue Struktur bekommen. Erwachsene versuchen zu „vergessen“. Mit Hilfe neuer Aktivitäten finden sie mehr oder weniger schnell wieder ins „normale“ Leben zurück. Kinder besitzen auf Grund ihrer Entwicklung oft noch nicht diese Gabe. Deshalb müssen sie die Erlebnisse und neuen Umstände selbst verarbeiten. Dabei können sie auch ab und zu „hinfallen“.

 

Typische Reaktionen können sein:

* Wutanfälle, ähnlich wie in der Trotzphase
* Aggressionen gegenüber anderen Kindern (sprachlich oder körperlich)
* Kita- oder Schulverweigerung
* Leistungsabfall in der Schule („Null-Bock“)
* Heulatacken

Jeder Junge und jedes Mädchen versuchen eigene Lösungsstrategien zu finden. Dabei sind der kindlichen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Auf jeden Fall sind Eltern, egal in welchem persönlichen Status sie stehen, in diesen Situationen dazu verpflichtet, für das Wohl ihres gemeinsamen Kindes zu sorgen. Manchmal hilft bereits ein Gespräch mit der Erzieherin oder Lehrerin. Oft sind diese Phasen jedoch zyklisch. Eltern sollten sachlich bleiben. Gewalt und Strafe sind an dieser Stelle fehl am Platz. Es gilt also genau zu schauen, wann sich das Kind so verhält. Fällt dem Vater ein solches Verhalten beispielsweise gehäuft nach einem Ausflug mit Mama auf, so sei Acht gegeben, dass diese nicht gleich an den Pranger gestellt wird. „Vielleicht spürt das Kind bei der Trennung einen besonders intensiven Schmerz?“

 

Wenn die Luft doch mal ausbleibt ….Die Trennungskrise

… dann spricht absolut nichts dagegen, mal Profis mit an Bord zu holen. Wenn die Kommunikation zwischen Frau und Mann einfach nicht mehr klappt, aber das Kind darunter leidet, ist einfach Schluss mit lustig. Es muss übrigens nicht gleich der Psychologe sein. Eine regionale Familien- und Erziehungsberatungsstelle kann der perfekte Ansprechpartner sein. Lokale Träger wie Diakonie, DRK, AWO, Caritas & Co. bieten flächendeckende Angebote deutschlandweit an. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand:

* Das Kind kann bei Bedarf mitgehen.
* Eine Fachperson, oft Sozialpädagoge mit Beratungskompetenzen, schaut aus der Vogelperspektive vor allem aus Sicht der Kinder auf die gesamte Situation.
* Im Gespräch werden praktische Alltagstipps gegeben.
* Die Beratungsstellen sind keine Ableger des Jugendamtes. Sie dürfen Informationen nur mit der Einwilligung beider Sorgeberechtigten weiterleiten.
* Bei Bedarf erfolgt das Gespräch anonym.
* Zu guter letzt: Die Beratung ist absolut gratis und kann so oft, wie nötig in Anspruch genommen werden.

 

Lesetipp für Väter & Mütter

 

  1. Hilfe bei Trennung:
    Wegweiser für den Umgang nach Trennung und Scheidung: Wie Eltern den Umgang am Wohl des Kindes orientiere können (2011) Herausgeber: Deutsche Liga für das Kind, Deutscher Kinderschutzbund e.V., Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V., 6. Auflage Berlin,
    www.familien-wegweiser.de/
  1. Quellen:
    http://www.unterhalt.net/kindesunterhalt/unterhaltspflicht.html
    https://www.scheidung.org/kinder/

 

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Mario Foerster, Blogger und Vater von 2 Söhnen

Als begeisterter Vater, Blogger und Herausgeber von Netpapa.de möchte ich dich, gemeinsam mit anderen Autoren, für ein neues Vater sein begeistern. Netpapa.de ist eines der größten deutschsprachigen Magazine und Blogs für den Vater und Mann.


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